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München und London - Jürgen Klopp wechselt Thiago in Liverpools Gastspiel beim FC Chelsea ein. Der Spanier leistet sich eine unglückliche Aktion, die aber ohne Folgen bleibt.

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Thiago hat nach seinem Wechsel vom FC Bayern München sein Debüt für den FC Liverpool gegeben - und gleich den ersten Rekord aufgestellt

Der Mittelfeldspieler wurde von Trainer Jürgen Klopp im Topspiel gegen den FC Chelsea am 2. Spieltag der Premier League am Sonntagabend, das die Reds dank eines Doppelpacks vom Sadio Mané mit 2:0 gewannen, zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Der Transfer des 29-Jährigen war erst am Freitag perfekt geworden.

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Thiago ersetzte Kapitän Jordan Henderson im zentralen defensiven Mittelfeld. Vor der Einwechslung sprach Klopp auf den Spanier ein, ehe er ihn umarmte (Ergebnisse und Spielplan der Premier League).

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"Wenn Timing perfekt passt, dann heute", sagte Klopp, angesprochen auf Thiagos Debüt, bei Sky. "Mit Elf gegen 10 hat es perfekt gepasst. Er hat keine Abläufe von uns drin, das hat man auch in einigen Momenten gesehen. Die Jungs wie Naby Keita oder James Milner mussten auch Löcher für ihn stopfen, aber das ist völlig normal. Wir wollten natürlich Ballbesitz, und da hat das schon ganz gut ausgesehen. Deshalb war es perfektes Timing."

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In der Tat konnte Thiago gleich seine Fähigkeiten im Ballbesitz ausspielen. Mit 75 Pässen in 45 Minuten verzeichnete er mehr Pässe als jeder einzelne Chelsea-Spieler während der gesamten Partie. Zudem knackte der 29-Jährige gleich den ersten Rekord: Seit Datenerfassung im Jahr 2003 spielte kein Profi so viele Pässe in maximal 45 Minuten. 

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Mané nimmt Kepa-Geschenk an

Thiagos Einsatz schien das Liverpooler Spiel an der Stamford Bridge zu beleben, seine ersten Aktionen waren von großem Einsatz geprägt.

Nachdem es zur Pause 0:0 gestanden hatte, schlugen die Reds in Person von Mané wenige Zeit später doppelt zu. Allerdings spielten die Gäste auch in Überzahl, nachdem Chelsea-Verteidiger Andreas Christensen kurz vor der Halbzeit die Rote Karte wegen einer Notbremse gesehen hatte. Zudem patzte Blues-Keeper Kepa vor dem 0:2, als er unbedrängt einen Pass in Manés Füße spielte. Der Senegalese nahm das Geschenk dankend an.

"Beim zweiten Tor hat Sadio die Belohnung dafür bekommen, dass er den Torhüter unter Druck gesetzt hat. Das hat mir sehr gut gefallen", sagte Liverpools Klopp der BBC: "Insgesamt war es ein sehr gutes Spiel von uns."

Doppeltorschütze Mané selbst äußerte sich nach dem Spiel am Sky-Mikrofon sehr positiv über Thiago: "Nicht nur ich, die ganze Welt weiß, was Thiago drauf hat. Deshalb sind wir glücklich, ihn in unserer Mannschaft zu haben. Er ist ein großartiger Spieler."

Thiago verursacht Elfmeter

Thiago leistete sich später aber auch eine unglückliche Aktion, als er in der 73. Minute den Laufweg von Timo Werner im Strafraum kreuzte. Schiedsrichter Paul Tierney entschied auf Strafstoß, doch Keeper Alisson parierte den Versuch von Jorginho und rettete seinen neuen Teamkollegen.

In der 82. Minute hatte Thiago eine gute Chance nach einer Ecke, sein Schuss knapp hinter der Strafraumgrenze rauschte aber klar am Tor vorbei.

"Ich mochte beide Halbzeiten", sagte Klopp. "Die Art, wie sich Chelsea organisiert, ist super schwer. Wir haben uns reingearbeitet und reingespielt. Nach der Roten Karte musst du das Spiel kontrollieren und den Gegner laufen lassen, das ist super wichtig."

Liverpool ist nach zwei Spielen Tabellendritter. Zum Auftakt war ein 4:3-Sieg gegen Aufsteiger Leeds United gelungen. Chelsea kassierte die erste Niederlage und rutschte auf Platz zehn ab.

Werner gehörte zu den Lichtblicken bei den Londonern und machte vor allem in der zweiten Halbzeit betrieb. Im zweiten Spiel holte der Nationalstürmer den zweiten Strafstoß heraus. Kai Havertz blieb unauffällig und wurde von Trainer Frank Lampard zur zweiten Halbzeit aus taktischen Gründen vom Feld genommen. Innenverteidiger Fikayo Tomori übernahm Christensens Part in der Defensive.

Thiago in der Startelf? Klopp amüsiert

Kloppp wurde vor dem Spiel sogar gefragt, ob Thiago eine Option für die Startelf gewesen sei. "Ich habe nicht eine Sekunde darüber nachgedacht, ihn von Beginn an zu bringen", meinte Klopp bei Sky: "Es ist wirklich lustig, dass Leute das in Betracht ziehen."

Es könne Ähnlichkeiten in der Spielweise von Bayern und Liverpool geben, doch "er hat auf jeden Fall eine andere Position gespielt. Egal, wo er für uns spielt - es wird anders sein. Deswegen gab es keine Chance."

Thiago verlässt Bayern für Liverpool

Der Mittelfeldstar hatte sich nach sieben Jahren beim FC Bayern dazu entschlossen, die Münchner zu verlassen. Bei Liverpool unterschrieb er einen Vierjahresvertrag, der Titelverteidiger der Premier League bezahlte etwa 30 Millionen Euro.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich habe lange auf diesen Moment gewartet, und ich bin sehr, sehr glücklich, hier zu sein", wurde Thiago auf der Website der Reds zitiert. "Ich denke, dieser Klub beschreibt auch, was ich bin; ich will alle Ziele erreichen, so viele Trophäen wie möglich gewinnen."

Klopp freute sich über einen "absolut außergewöhnlichen Spieler, der eine neue Dimension in unser Spiel bringt". Der Meister-Coach erklärte: "Wir mussten ihn nicht groß überzeugen. Alles kam zusammen, eine Win-Win-Situation."