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München - Pep Guardiola gibt bei Manchester City richtig viel Kohle für die Abwehr aus. Die Summe ist unglaublich. Gebracht haben die Neuen aber kaum etwas.

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Die 2:5-Klatsche gegen Leicester City hat die großen Defensiven Schwächen von Manchester City schonungslos offenbart. 

Gleich drei Elfmeter verschuldeten die Stars von Trainer Pep Guardiola am Wochenende in der Premier League und luden den Gegner zu zwei weiteren Treffern ein. 

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Der ehemalige Citizen Micah Richards (32) nannte die Abwehr bei Sky "ein Durcheinander und peinlich". Auch der Coach selbst erkannte: "Wir müssen die Konter besser kontrollieren."

Dabei versucht Guardiola (49) seit seinem Amtsantritt 2016 vor allem die Defensive zu stärken. 

Sie ist jedoch das große Millionen-Loch!

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Guardiola steckt über 400 Millionen in City-Abwehr

Satte 418,5 Millionen Euro hat der Spanier für die Verteidiger im aktuellen Kader ausgegeben. Also fast eine halbe Milliarde Euro! Unter den 18 teuersten Transfers von Verteidigern finden sich acht aktuelle oder ehemalige City-Spieler wieder.  

Und damit reiht sich Guardiola in eine pikante City-Tradition ein. Denn schon seine Vorgänger versuchten es mit viel Geld in der Abwehr. 

Mit Nicolas Otamendi (2014 für 44,5 Millionen Euro von Valencia gewechselt) und Eliaquim Mangala (2015 für 45 Millionen Euro vom FC Porto gekommen) waren die ersten teuren Stars, die nicht immer die versprochene Klasse nachwiesen. 

Guardiola lernte nicht von den Vorgängern. 

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Klopps Liverpool mit deutlich weniger Ausgaben sicherer

Den gewollten Erfolg und die gesuchte Stabilität hat bisher aber keiner der teuren Verteidiger gebracht. 

Zum Vergleich: Meister Liverpool hat für seine Defensivkünstler im Kader knapp 112 Millionen Euro ausgegeben, wovon Virgil van Dijk (29) aber allein rund 85 Millionen Euro ausmacht. Und die Viererkette von Klopp (53) wirkt deutlich sattelfester als Guardiolas "peinlicher" Verbund. 

Aber warum helfen die Millionen nicht? Zwei Legenden versuchten es, in England zu ergründen. 

Carragher: "Verlangt Pep zu viel von Verteidigern?"

"Im Prinzip hat von den Mega-Transfers nur Laporte bisher funktioniert. Dias muss also für Guardiola unbedingt funktionieren. Vielleicht verlangt Pep zu viel von seinen Verteidigern? Seine Geschichte beim Kauf von Innenverteidigern war nie gut - auch bei Barca", äußerte sich Liverpool-Urgestein Jamie Carragher (42) bei Sky

"Seine Verteidiger sind nicht gut genug. Wenn sie im Eins-gegen-Eins sind, wirken sie schwach", fand United-Legende Gary Neville (45) bei Sky

Es fing bereits im Sommer 2016 an mit Guardiolas Millionenloch. Der Spanier holte neben dem Schnäppchen Oleksandr Zinchenko (23/zwei Millionen Euro von Ufa) seinen Wunschspieler John Stones (26) vom Ligakonkurrenten FC Everton - für 55,6 Millionen Euro. Der englische Nationalspieler ist bis heute nicht in der Weltklasse angekommen. Er galt im Sommer als Verkaufskandidat. 

65-Millionen-Mann Cancelo enttäuscht

Auch Guardiola erkannte schnell, dass Stones allein nicht reicht. Er holte ein Jahr später Kyle Walker (30) von Tottenham für 52,7 Millionen Euro und Benjamin Mendy (26) für 57,5 Millionen Euro von der AS Monaco. Mendy ist seitdem meistens verletzt gewesen. Beide Außenverteidiger sind defensiv anfällig. Und das ist kein Geheimnis bei den Gegnern. Zudem lotste der Katalane Eric Garcia für 1,8 Millionen Euro aus der Jugend des FC Barcelona nach England. 

Für Jamie Carragher ist Aymeric Laporte (am Ball) der einzig gute Transfer in der Abwehr in der Guardiola-Ära.
Für Jamie Carragher ist Aymeric Laporte (am Ball) der einzig gute Transfer in der Abwehr in der Guardiola-Ära. © Imago

Auch das reichte Guardiola aber nicht. Für 2,5 Millionen Euro kam Philippe Sandler (23) fast unbemerkt von Zwolle. Viel mehr Aufmerksamkeit brachte ein anderer Transfer: Mit Aymeric Laporte (26) holte Guardiola 2018 seinen bis dahin teuersten Verteidiger. 65 Millionen Euro war der Franzose von Athletic Bilbao wert. 

Der Kaufrausch ging 2019 weiter. Joao Cancelo (26) war das nächste ganz große Ziel von Guardiola. Der Spanier legte erneut 65 Millionen Euro für den Portugiesen von Juventus Turin auf den Tisch. Bisher kam er gerade einmal auf 17 Spiele in der Premier League. 

Aké und Dias sind die neuen Stars

In diesem Sommer folgten dann die Transfers von Nathan Aké (25/für 45,3 Millionen Euro von Bournemouth) und Ruben Dias (23/71 Millionen Euro von Benfica). 

Übrigens knackt Guardiola sogar die 450-Millionen-Schallmauer mit Defensivtransfers. Denn einige seiner ehemals gewünschten Spieler sind längst wieder weg oder verliehen.

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Danilo kam 2017 für 30 Millionen Euro von Real und ging einen Sommer später für 37 Millionen zu Juventus. Zudem hat Manchester City vier Abwehrspieler aktuell verliehen und viel Geld für dieses Quartett bezahlt.

Angelino, Porro, Couto und Kaboré sind alle verliehen

Angelino (23) - 2019 für zwölf Millionen Euro von Eindhoven gekommen - läuft bis 2021 für RB Leipzig auf. 

Pedro Porro (21) war ebenfalls zwölf Millionen Euro wert als Spieler von Girona und ist nun bei Sporting abgestellt. 

Zwei gekaufte Talente, die in diesem Sommer untergegangen sind, sind ebenfalls verliehen. 

Sechs-Millionen-Zugang Yan Couto (18) wurde von Coritiba losgeeist und an Girona weitergereicht.

Und für Issa Kaboré (19) bezahlte City 4,5 Millionen Euro, um ihn direkt wieder an seinen alten Verein Mechelen zu verleihen. 

Unter dem Strich hat Guardiola also sogar 452,5 Millionen Euro in fünf Jahren bezahlt - und das für einen "peinlichen" Haufen.