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Timo Werner glückt das Debüt beim FC Chelsea. Der deutsche Stürmer soll in London für eine neue Ära stehen und wird in England bereits gefeiert.

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Als Timo Werner am Sonntagabend in der 21. Spielminute Brightons Torwart Mathew Ryan umkurvte, machten die Herzen vieler Chelsea-Fans wohl einen Hüpfer. Eines war ihnen spätestens zu diesem Zeitpunkt klar: Die Blues haben endlich einen modernen Stürmer. 

Ryan verhinderte durch ein Foul zwar Werners Möglichkeit auf sein Debüt-Tor, der folgende Elfmeter führte bei Chelseas 3:1-Sieg gegen Brighton & Hove allerdings zur 1:0-Führung. Der deutsche Nationalspieler konnte sich auch im restlichen Spiel immer wieder mit schnellen Aktionen und turbulenten Dribblings auszeichnen. Kein Wunder, dass sein Trainer nach dem Debüt happy war. 

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"Ich bin sehr zufrieden mit Timo Werner, er war wirklich gut. Timo hat einige Spiele hinter sich und ist sehr fit, das konnte man sehen. Ich weiß, was er dem Klub für Qualitäten bringen kann", sagte Frank Lampard bei der Pressekonferenz nach der Partie: "Das haben wir bei seiner schnellen Aktion, als er den Elfmeter rausholt, gesehen. Er hat Speed und Qualität. Er wird gefährlich sein, da er ein sehr mobiler Stürmer ist, der viel für uns tun kann."

Werner selbst sorgte nach dem geglückten Saisonstart für einen Schmunzler. "Ich habe noch nie gegen solche Verteidiger gespielt, sie waren so groß und massiv", sagte der 24-Jährige nach dem Abpfiff bei Sky ehrfürchtig. "So macht mir das Spiel aber sehr viel Spaß, weil ich eine Menge Platz hatte, um meine Läufe zu machen." 

Der Typ Werner hat Chelsea gefehlt

In den vergangenen Jahren standen diesen Abwehrhünen - die Werner in England noch häufiger begegnen werden - auf der Seite von Chelsea große und meist bullige Stürmer gegenüber, von denen manche eher behäbig daherkamen. Diese Ära begann wohl vor 16 Jahren, als Didier Drogba an die Stamford Bridge kam und acht Jahre lang Tore garantierte.

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Als Drogba Chelsea im Jahr 2012 verließ, folgten unter anderem Fernando Torres, Diego Costa, Loic Rémy, Álvaro Morata und Olivier Giroud - alle ohne Erfolg. Letzterer steht noch im Kader der Blues - sozusagen als letztes Überbleibsel einer Stürmer-Ära, die bei Chelsea nun der Vergangenheit angehören könnte. 

Die Zukunft soll den jungen Wilden gehören, auf die Lampard in Zeiten der Transfersperre vertraute - und zu denen nun auch Werner und Kai Havertz zählen. Werner bringt dabei alles mit, was das moderne Spiel - das Lampard spielen lässt - erfordert: Talent, Speed und jede Menge Hunger. All das eben, was Chelsea in den zurückliegenden Jahren oft gefehlt hat, aber im modernen Fußball so wichtig ist, wie vielleicht nichts anderes. 

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Daher wird Werner in England bereits als "Gamechanger" (Daily Mail) für Chelsea und Lampard gesehen. "Werner gibt Chelsea neue Dimensionen", schrieb der Sportjournalist Nick Wright von Sky Sports. 

Wer Werner spielen sieht, der weiß, wie Lampard spielen lassen will: Jung, modern, schnell und erfrischend. 

Ist Klopp wegen Werner sauer auf Lampard?

Bevor Werner bei Chelsea unterschrieb, hatte auch der FC Liverpool Interesse an dem Deutschen gezeigt. Reds-Coach Jürgen Klopp ging allerdings leer aus.

Die Daily Mail spekuliert nun, dass sich die andauernden Streitigkeiten zwischen Lampard und Klopp auch wegen Werner entwickelt haben könnten, da Klopp deswegen sauer auf seinen Trainerkollegen sei. Eine Theorie, deren Wahrheitsgehalt allerdings schwer einzuschätzen ist.

"Ich glaube nicht, dass Werner in Liverpools Sturmreihe spielen würde", kommentierte der langjährige Liverpool-Profi Jamie Carragher diesen Gedanken bei Sky Sports. Für Werner wäre es tatsächlich nicht einfach gewesen, kurzfristig an Mohamed Salah, Sadio Mané oder Roberto Firmino vorbeizukommen.

Daher dürfte der Schritt an die Stamford Bridge die richtige Entscheidung von Werner gewesen sein. Dort kann er mithelfen, eine neue Ära zu prägen. Eine Ära des FC Chelsea, die so sein soll wie Werner.