Mesut Özil kam beim FC Arsenal länger nicht zum Zug
Mesut Özil kam beim FC Arsenal länger nicht zum Zug © Getty Images
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Mesut Özil ist beim FC Arsenal außen vor, es hagelt reihenweise harsche Kritik. Eigentlich bleibt nur ein Wechsel, doch daran denkt Özil offenbar noch nicht.

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Es war heiß im St. Mary's Stadium in Southampton an der südenglischen Küste. Und so hielt sich Tribünengast Mesut Özil einen roten Klubschirm über den Kopf, um sich vor der gleißenden Sonne zu schützen. "350.000 Pfund die Woche fürs Unterm-Schirm-Sitzen", spottete der populäre britische Moderator Piers Morgan bei Twitter über den teuersten Edelreservisten der Premier League.

Gut zwei Wochen, nachdem das Foto von "Tourist" Özil entstand, ist er nicht mal mehr das.

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Beim enttäuschenden 1:1 (1:0) seines FC Arsenal gegen Leicester City am Dienstagabend fehlte der Ex-Nationalspieler im vierten Pflichtspiel in Folge im Gunners-Kader. Seit dem Restart auf der Insel kam Özil keine Sekunde zum Einsatz, nur in zwei der sieben Pflichtspiele hat es für den höchstbezahlten Profi der Klubgeschichte wie in Southampton fürs Aufgebot gereicht.

Auch wenn das teilweise an leichten Rückenbeschwerden lag: Özils Zeit bei den Gunners ist nach sieben Jahren abgelaufen. Teammanager Mikel Arteta hat keine Verwendung mehr für ihn.

Arteta setzt auf Spieler mit Einsatz

Er setze auf Spieler, sagte der Spanier am Montag angesprochen auf Özil und Matteo Guendouzi, "die die Werte respektieren, denen wir uns verschrieben haben, die sich unserer Kultur zu 100 Prozent verpflichtet fühlen, und jeden Tag dem gerecht werden, was wir von ihnen erwarten".

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Er erwarte, dass die Spieler "bereit sind, sich gegenseitig zu helfen, füreinander zu kämpfen, und dass sie es genießen, miteinander zu spielen". Für Özil gilt das nach 254 Spielen für Arsenal mit 44 Toren und 77 Vorlagen offenbar nicht mehr.

Für Klublegende Paul Merson passt der 31-Jährige schlicht nicht mehr in Artetas laufintensives 3-4-3-System. "Wenn er nicht den Ball hat, ist er einer der schlechtesten Spieler der Welt. Nennt mir einen schlechteren!", sagte Merson kürzlich bei Sky Sports.

Özil sei "das Paradebeispiel" eines Stars, der in einer ballbesitzorientierten Top-Mannschaft brillieren kann. Aber: "Wenn du den Ball nicht hast, wird er ihn dir nicht zurückgewinnen, weder für Liebe noch für Geld. Ich habe niemals einen Spieler gesehen, der dann so desinteressiert ist."

Arteta hatte kürzlich noch versucht, Özil bei der Ehre zu packen. "Ich glaube, dass er nicht besonders glücklich ist, weil er nicht spielt", sagte er Ende Juni, "und ich erwarte von einem Spieler, der nicht spielt, dass er gekränkt und enttäuscht ist".

Özil denkt angeblich an USA oder Türkei

Nur drei Tage später betonte er: "Für Spieler mit seiner Qualität gibt es immer einen Platz. Spieler können sich Systemen anpassen - und wir können unser System Spielern anpassen." Doch seine Spielerwahl strafte diese Worte Lügen.

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Für Merson steht fest: "In diesem Arsenal-Team kann er nicht spielen." Özil bleibt nur ein Wechsel, wenn er seine Karriere wiederbeleben will. Laut der englischen Sun soll Özil in seinem engeren Umfeld erklärt haben, für ihn kämen lediglich die USA und die Türkei als Ziele infrage - allerdings erst im Sommer 2021.

Auch sein Berater hatte bereits im März bekräftigt, dass Özil seinen bis 2021 laufenden Vertrag "ganz sicher" erfüllen werde.

Kein Wunder, meinte Merson: "Er kassiert seine 350.000 Pfund die Woche und alles ist rosarot." Özil wäre "verrückt", vorzeitig zu gehen und auf Geld zu verzichten. Aber, betonte der frühere Stürmer: "Wenn er den Fußball liebt, muss er sich mit Arsenal (auf einen Abschied) einigen."

Sonst drohen weitere Spieltage unterm Sonnenschirm.