Mason Greenwood (M.) gelangen bereits zehn Torbeteiligungen in dieser Saison
Mason Greenwood (M.) gelangen bereits zehn Torbeteiligungen in dieser Saison © Getty Images
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München - Manchester United rockt aktuell die Premier League. Youngster Mason Greenwood trumpft auf und weckt die Hoffnungen auf die Renaissance einer goldenen Ära.

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Die englische Presse rief kurzerhand die "Green Party" aus.

Mason Greenwood, vom Boulevard auch "Amazing Mason" getauft, mischt als Partykönig mit Manchester United aktuell die Insel auf.

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Beim 3:0-Erfolg bei Aston Villa traf der 18-Jährige im dritten Premier-League-Spiel in Folge. Er ist damit erst der zweite Teenager, dem dieses Kunststück gelingt. Vor ihm schaffte das nur Wayne Rooney, als 19-Jähriger im Februar 2005.

"Greenwood glänzt erneut bei United-Sieg", schwärmte die Daily Mail von dem jungen Angreifer, der bereits neun Saisontore auf dem Konto hat und damit Teamkollege Marcus Rashford als erfolgreichsten U19-Torjäger der Klubhistorie abgelöst hat.

Solskjaer-Team erinnert an "altes United"

Greenwood ist einer der Gründe, warum Manchester United seit mittlerweile 17 Pflichtspielen nicht mehr verloren hat und in dieser Zeit den Rückstand auf Leicester City auf dem Champions-League-Platz 4 von damals 14 Zählern auf aktuell lediglich einen Punkt verringert hat.

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Coach Ole Gunnar Solskjaer stand im Herbst, als sein Team zeitweise bis auf Rang 14 abgerutscht war, kurz vor dem Aus. Mittlerweile hat der Ex-Profi, der als Triple-Sieger von 1999 auch für die goldene Ära der Red Devils steht, eindrucksvoll die Wende geschafft.

Und er hat seine Erfolgself gefunden: Gegen Villa am Donnerstag schickte Solskjaer zum vierten Mal in Folge die gleiche Startformation aufs Feld, das gab es zuletzt im November 2006.

"Es fühlt sich gerade sehr nach dem 'alten United' an", schrieben die Manchester Evening News – was definitiv positiv gemeint ist.

Der letzte Meistertitel des englischen Rekordmeisters liegt nun schon sieben Jahre zurück und noch bis vor kurzem machte die Mannschaft nicht den Eindruck als könnte sie diese Durststrecke in den nächsten sieben Jahren beenden. Doch Solskjaer hat aus der Not eine Tugend gemacht und Talenten wie Greenwood oder auch Scott McTominay konsequent eine Chance gegeben.

Fernandes ruft Vergleiche mit Scholes und Cantona hervor

Dazu entwickelt sich Winter-Neuzugang Bruno Fernandes immer mehr zum Schlüsselspieler. Bei seiner Verpflichtung von Sporting Lissabon wurden wegen seiner Rückennummer 18 und der ähnlichen Spielweise bereits Erinnerungen an United-Idol Paul Scholes wach. Mittlerweile sind sogar blasphemisch anmutende Vergleiche mit Eric Cantona kein Tabu mehr.

"Wenn man über die großartigen Spieler von Manchester United redet, hatte Cantona wahrscheinlich den größten Einfluss aller Zeiten", sagte Ex-Profi Phil Neville zuletzt in einem Sky-Podcast. Wie Fernandes, stieß auch Cantona während der Spielzeit zu ManUnited – und führte das Team 1993 gleich zum Titel.

Wegen des schon im Winter enteilten FC Liverpool, war ein derartiger Triumphzug vollkommen unrealistisch, doch mit Fernandes kehrte auch die Hoffnung auf glorreichere Zeiten ins Old Trafford zurück. Mit Fernandes habe sich alles aufgehellt, meinte Neville. "Er sorgt dafür, dass jeder um ihn herum besser wird, aber ich denke, er hat noch einen langen Weg zu gehen."

Pogba trumpft plötzlich wieder auf

Und während Fernandes als Zehner die Fäden zieht und mit 13 Torbeteiligungen einen Premier-League-Rekord aufstellte (niemand schaffte mehr in den ersten zehn Spielen), blüht in seinem Schatten auch Paul Pogba mit seinem ersten Tor seit 453 Tagen wieder auf. Nun winkt dem früheren Enfant terrible sogar eine Vertragsverlängerung.

"Hoffentlich können wir da was machen", sagte Solskjaer. "Ich weiß, dass seit Paul zurückgekehrt ist, wird er immer besser. Er genießt den Fußball, wir werden sehen, wohin uns das führt."

Pogba zählt mit seinen 27 Jahren hinter Routinier Nemanja Matic (31) und zusammen mit Abwehrchef Harry Maguire (27) schon zu den Oldies unter den Feldspielern der Erfolgself. Letzterer wurde schon als Fehleinkauf abgestempelt, ist mittlerweile als Turm in der Abwehr nicht mehr wegzudenken und erinnert von seiner Physis an frühere Recken wie Gary Pallister oder Jaap Stam.

Solskjaers Jugendstil erinnert an Sir Alex Ferguson

Auch Solskjaers Jugendstil weist gewisse Parallelen zur erfolgreichen Vergangenheit auf. Wie nun bereits in jungen Jahren die Eigengewächse Greenwood, McTominay, Brandon Williams und natürlich auch Marcus Rashford zunehmend bedeutendere Rollen spielen, erinnert durchaus an die große United-Zeit in den 90er Jahren als Sir Alex Ferguson die damals 19-jährigen David Beckham und Gary Neville ins kalte Wasser warf.

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Übrigens: Unter dem späteren Erfolgscoach Ferguson lief auch nicht auf Anhieb alles rund. Der Schotte übernahm das Team 1986, der erste Titel vier Jahre später im FA Cup rettete ihm den Job. Weitere drei Jahre darauf prägte Ferguson mit der ersten von insgesamt 13 englischen Meisterschaften die erfolgreichste Ära der Klubgeschichte. Muss sich Jürgen Klopp mit seinem FC Liverpool in Zukunft warm anziehen?

Solskjaer ist davon freilich noch weit entfernt. In der Europa League und im FA Cup hat der 47-Jährige aber in der laufenden Saison noch zwei Chancen, ManUniteds Sehnsucht nach einem Titel zu stillen - fürs Erste.