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München - Manchester City entgeht einer Champions-League-Sperre, Pep Guardiola darf shoppen gehen. Kommt am Ende nicht nur ein Star vom FC Bayern?

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Lang dauerte es nicht, bis klar war: Bei Manchester City geht es einfach weiter wie bisher, Geld spielt keine Rolle. Schleusen auf!

Der CAS hat die UEFA-Sperre für die Champions League kassiert, die ohnehin überschaubare Geldstrafe von 30 Millionen auf mickrige 10 eingeschmolzen - und der Scheich-Klub, der wegen zweifelhafter Geldflüsse eigentlich eine Strafe wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay absitzen sollte, wird in der kommenden Transferperiode einmal mehr Unsummen in den eigenen Kader pumpen, als wäre nichts gewesen.

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166 Millionen Euro darf Trainer Pep Guardiola laut Guardian ausgeben, um sein Team zu verstärken. Alleine die Ersparnis durch die reduzierte Geldstrafe entspricht schon dem Gehalt eines Weltklassespielers.

Nicht nur neue Stars sind jetzt möglich, auch der Zerfall des Teams (der mit zwei Jahren ohne die Bühne Königsklasse gedroht hätte) ist nun nicht zu befürchten. SPORT1 zeigt, wie ManCity nach dem CAS-Urteil jetzt seine künftige Besetzung planen kann.

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TRAINER:

Pep Guardiola: Der Star-Trainer hatte schon vorab erklärt, dass er selbst bei einer CL-Sperre seinen Vertrag erfüllen wird. 2021 läuft dieser aber aus - was passiert dann? Fünf Jahre wird der Katalane dann bei City gewesen sein - so lange wie bei keinem anderen Klub (bei Bayern war er drei Jahre, beim FC Barcelona vier).

Ohne Champions League wäre ein Abgang wahrscheinlicher gewesen (Gerüchte um Juve kursieren immer wieder), das CAS-Urteil und die weiterhin unbegrenzten Mittel bei den Skyblues erhöhen die Chancen, dass Guardiola auch einen neuen Deal unterschreibt.

Laut Mirror wollen die City-Bosse den Schwung jetzt nutzen, um Guardiola zu überzeugen, einen neuen, langfristigen Kontrakt zu unterzeichnen.

EIGENER KADER:

Die Citizens haben Leroy Sané bereits für unter 50 Millionen Euro an den FC Bayern abgegeben, zwingend loswerden müssen sie aus Kostengründen nun niemanden mehr. 

Kevin De Bruyne: "Zwei Jahre sind eine lange Zeit. Mit einem Jahr könnte ich umgehen", hatte der belgische Spielmacher mit Blick auf die drohende CL-Sperre gesagt. Die Gefahr eines Abgangs war real. Jetzt ist City nicht einmal ein Jahr gesperrt, warum also sollte De Bruyne noch gehen? Sein Vertrag läuft noch bis 2023. Auch um andere Stars wie beispielsweise Raheem Sterling hätte sich City womöglich Sorgen machen müssen. Jetzt nicht mehr.

Sergio Agüero: Anders sieht es da schon beim Angreifer aus Argentinien aus. Agüero ist Rekordtorschütze der Citizens, der Vertrag des 32-Jährigen läuft allerdings auch schon 2021 aus (wie bei Sané). Jetzt könnte City mit dem aktuell verletzten Star noch einmal Geld machen, die Zeichen stehen wohl auf Abschied.

Fernandinho: Wie Agüero hat auch der Brasilianer nur noch ein Jahr Vertrag. "Ich weiß nicht, ob sie verlängern werden, oder nicht", meinte Guardiola mit Blick auf Fernandinho und Agüero: "Manche Spieler müssen ersetzt werden, aber das ist kein Desaster, sondern Teil des Fußballs." Das könnte also auch für den 35-Jährigen den Abschied bedeuten.

David Silva: Der 34 Jahre alte Spanier verlässt die Skyblues nach der Saison definitiv. Den auslaufenden Vertrag mit dem Kapitän verlängerte City nicht. Seit 2010 war er eine prägende Figur des Teams, durfte in der laufenden Saison aber nur noch knapp die Hälfte der möglichen Spielzeit ran. Seine Zukunft ist aktuell offen, die MLS, Katar und Milan kursierten als mögliche Destinationen.

NEUE SPIELER:

Mit 166 Millionen kann man in Zeiten von Corona viel bewegen. Gerade die mittelmäßige Defensive, die im Rennen mit dem FC Liverpool die Meisterschaft gekostet hat, soll aufgepolstert werden. "Manche Spieler müssen ersetzt werden", meinte Guardiola zuletzt. Priorität sollen dabei ein Linksverteidiger, ein Innenverteidiger und ein Stürmer haben. An Kandidaten mangelt es nicht.

David Alaba: Der Österreicher vom FC Bayern wurde als Linksverteidiger Weltklasse und überzeugt diese Saison als Innenverteidiger und Abwehrchef. Er soll laut Guardian Guardiolas "Hauptziel" sein. Lockt der Katalane seinen Spieler aus Münchner Zeiten erfolgreich auf die Insel, hätte City direkt ein Upgrade für gleich zwei Baustellen.

Alaba zögert bislang noch mit einer Verlängerung seines 2021 auslaufenden Vertrags bei den Bayern. Dennoch dürfte im Falle eines Wechsels Spanien weiterhin die erste Option für den 28-Jährigen sein. Alaba flirtet mit dem FC Barcelona und Real Madrid, die Bayern wollen ihn halten - und haben nach wie vor sehr gute Chancen.

Zuletzt trafen sich beide Parteien zu Gesprächen in München. Es geht vor allem ums Gehalt. Alaba will in die Riege der Topverdiener aufsteigen.

Thiago: Schnappt sich Guardiola gleich zwei Bayern-Stars? Seinen Lieblingsschüler forderte er einst schon bei Bayern mit dem berühmten "Thiago oder nix" erfolgreich ein. Thiago (Deal läuft 2021 aus) lag von Bayern ein unterschriftsreifer Vertrag vor. "Es schien alles fix", sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zuletzt bei SPORT1: "Wir hatten den Eindruck, dass alle Konditionen so weit in Ordnung waren. Nun setzt er sich offensichtlich damit auseinander, nochmal etwas Neues zu machen."

Dieses Neue könnte England sein. Gerüchte um Thiago und den FC Liverpool gab es schon, diese sind mittlerweile aber erkaltet, weil Jürgen Klopp laut ESPN keine großen Transfers planen soll.

Dafür sind eben die Citizens und auch Manchester United interessiert, ebenso wie Juventus Turin, berichtet der Daily MirrorSPORT1 weiß aber: Bayern-Coach Hansi Flick ist großer Befürworter von Thiago und kämpft für seinen Verbleib in München.

Kai Havertz: Zuletzt schien es vor allem zwischen dem FC Chelsea und dem Jungstar von Bayer Leverkusen heiß zu werden, nachdem der FC Bayern in diesem Sommer von einem Transfer Abstand nimmt, wie Rummenigge bei SPORT1 bestätigte.

Den Blues könnte Citys Start in der Königsklasse aber jetzt doppelt weh tun - a) weil jetzt nur Platz 3 und 4 hinter Vizemeister City zur Quali für die Champions League reichen und Chelsea diese im Rennen mit Manchester United und Leicester City verpassen könnte, und b) weil ManCity nun selbst den 20-Jährigen ins Visier nehmen soll, wie die Sun berichtet. Für Havertz soll die CL Voraussetzung für einen Wechsel sein - Leverkusen hatte diese verpasst, die Skyblues haben sie dank CAS nun sicher.

Erling Haaland: Auch den Shootingstar von Borussia Dortmund soll Guardiola im Auge haben, berichtet der Mirror. Die Wahrscheinlichkeit, dass Haaland nach nur einem halben Jahr beim BVB aber schon wieder weiterzieht, dürfte ziemlich gering sein. Darum betrachtet man ihn bei ManCity angeblich auch eher als Langzeitprojekt, für das man im nächsten Jahr dann richtig den Geldbeutel aufmachen könnte.

Adama Traoré: Der Muskelprotz der Wolverhampton Wanderers soll bei den Citizens mächtig Eindruck hinterlassen haben - nicht zuletzt durch seine drei Tore (plus eine Vorlage) in zwei Spielen gegen Guardiolas Team.

Der 24 Jahre alte Offensiv-Allrounder aus Spanien kann auf beiden Flügeln und im Sturmzentrum eingesetzt werden. Auch mit dem FC Liverpool wurde er schon in Verbindung gebracht. Sein Vertrag bei den Wolves läuft allerdings noch bis 2024, laut Mirror ruft der Klub daher rund 77 Millionen für ihn auf - Traoré soll aber an einem Wechsel zum Guardiola-Team interessiert sein.

Kalidou Koulibaly: Die Abwehrkante des SSC Neapel (Vertrag bis 2023) wird vom Guardian ebenfalls als Option für ManCity genannt, er sei "auf dem Radar". Allerdings erklärte der 29-Jährige erst gerade, er denke "an nichts anderes als Napoli".

"Meine Familie ist sehr glücklich hier und das macht mich glücklich", sagte er der Gazzetta dello Sport. Er habe mit dem Klub nie über einen Abschied geredet: "Wir werden sehen, was der Präsident entscheidet und ob er eine Vertragsverlängerung vorschlägt, die es mir erlauben würde, meine Karriere hier zu beenden."

Ben Chilwell: Der Linksverteidiger von Leicester City wird bereits mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht. Nach einem Bericht des Mirror könnte mit frischen Geld nun auch Guardiola ins Rennen einsteigen. Bis zu 66 Millionen Euro sollen für den 23 Jahre alten Nationalspieler aufgerufen werden.

Nathan Aké: Der Nationalspieler aus den Niederlanden kann sowohl innen als auch auf der linken Abwehrseite spielen und ist bei AFC Bournemouth absolut gesetzt. Mit 25 Jahren zudem im besten Alter und Medienberichten zufolge ein Kandidat bei City.

2017 ging der einstige Chelsea-Leihspieler für knapp 23 Millionen - natürlich sollen hier die Blues ebenfalls dran sein. Sollte Bournemouth absteigen (drei Punkte Rückstand bei zwei verbliebenen Spielen), wäre er womöglich günstig zu haben. City soll laut Mirror schon Vorgespräche über einen Transfer geführt haben.

Angelino: Der Spanier ging im Winter per Leihe zu RB Leipzig und zeigte dort in der Rückrunde ansprechende Leistungen, verbuchte in 13 Bundesliga-Spielen sogar ein Tor und zwei Vorlagen. Gehört bis 2023 noch City und wäre eine günstige Alternative in der Defensive - allerdings eher links als zentral.

Ruben Dias: Der 23-jährige Portugiese steht noch bis 2024 bei Benfica Lissabon unter Vertrag. Der Innenverteidiger ist bereits Nationalspieler und laut Sun bei City auf dem Radar.

Caglar Söyüncü: Der Ex-Freiburger hat in der Innenverteidigung von Leicester City einen Stammplatz und ist in der Premier League angekommen. Über 21 Millionen blätterten die Foxes 2018 für den Türken hin. Er steht noch bis 2023 bei Leicester unter Vertrag, könnte aber ebenfalls eine vergleichsweise günstige Alternative für das Zentrum sein.

Yan Couto: Neben diversen zurückkehrenden Leihspielern ist der 18 Jahre alte Brasilianer bislang der einzige Neueinkauf für die neue Saison. Sechs Millionen überweisen die Citizens für den Rechtsverteidiger an den FC Coritiba.

Milan Skriniar: Der slowakische Innenverteidiger von Inter Mailand wäre eine hochkarätige, aber sicher sehr kostspielige Lösung für die Abwehrzentrale. Hochgeschätzt, weil er neben den beiden Innenverteidigerposten auch auf der Sechs und als Rechtsverteidiger einsetzbar ist. Doch der 25-Jährige mit Vertrag bis 2023 ist wesentlicher Bestandteile der Pläne der Nerazzurri, die selbst Größeres vorhaben.

Pierre-Emile Höjbjerg: Der frühere Münchner und Schalker hat sich in Southampton gemacht. "Ich will irgendwann auf einem noch höheren Level spielen als derzeit", sagte er im Mai im SPORT1-Interview. "Ich will die Premier League und die Champions League gewinnen." Das wäre mit City möglich. Der Kapitän und Mittelfeld-Antreiber der Saints hat noch einen Vertrag bis 2021. Wenn Southampton mit dem 24-Jährigen noch Geld machen will, dann jetzt.