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Christian Pulisic hat die Corona-Pause dazu genutzt, sich in Form zu bringen. Der frühere BVB-Star ist aus der Blues-Elf nicht mehr wegzudenken - und bekommt reichlich Lob.

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Ein paar Gewinner hat die Corona-Krise dann doch hervorgebracht. Streaming-Dienste haben vom Shutdown ebenso profitiert wie die Klopapierindustrie oder Hersteller von Desinfektionsmitteln.

Es gibt aber auch einige Fußballer, für die die Unterbrechung genau zum richtigen Zeitpunkt kam - Christian Pulisic ist einer davon. Der frühere BVB-Stürmer machte sich die drei Monate lange Pause zunutze, um sich in eine beeindruckende Form zu bringen.

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Die Folge: Ein Jahr nach seinem Wechsel von Dortmund zum FC Chelsea scheint er nun endgültig bei den Blues angekommen zu sein. 

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Mittlerweile darf sich Pulisic zum festen Kreis der Stammspieler zählen, nachdem er vor der Corona-Pause zumeist nur als Joker ins Spiel kam. Acht Tore und sechs Vorlagen sind sein Arbeitszeugnis in der laufenden Saison - doch erst seit dem Re-Start trumpfte er auf. Beim 3:2-Sieg gegen Crystal Palace am Dienstagabend erzielte der US-Amerikaner sein drittes Tor in fünf Spielen, sein Linksschuss schlug in die obere Ecke ein.

Lampard begeistert von Pulisic

"Seit der Wiederaufnahme ist er fantastisch", lobte ihn Chelsea-Coach Frank Lampard anschließend. "Die besten Offensivtalente der Welt schießen regelmäßig Tore, die spielentscheidend sind. Im Moment macht er das auch, deshalb bin ich mit ihm sehr zufrieden."

Mit seinen Treffern hat der 21-Jährige dazu beigetragen, Chelsea im Kampf um die Champions-League-Plätze in eine gute Ausgangsposition zu schießen. Mit 60 Zählern hat die Lampard-Elf als Dritter zwei Punkte Vorsprung vor dem undankbaren Platz 5, den derzeit Manchester United innehat.

Dass Pulisic nicht sofort zündete, hatte verschiedene Ursachen. "Christian kam unter schwierigen Bedingungen zu uns, er hatte nicht wirklich eine Pause gehabt", erklärte Lampard. Zudem musste er in die großen Fußstapfen von Eden Hazard treten, der Chelsea Richtung Real Madrid verließ.

"Eden hatte sofort ein besonderes Talent darin, den Ball zu erhalten, eine gute Balance zu zeigen und Spieler aussteigen zu lassen", sagte der Blues-Coach. "Er zog viele Spieler auf sich zu, um Platz für andere zu schaffen." Pulisic hingegen sei "direkter in seinem Stil", so Lampard weiter.

"Es war sehr hart und frustrierend"

Zu seinem Leidwesen benötigte er einen langen Anlauf, um diesen Stil durchzusetzen. Nachdem er sich am Anfang auf der Ersatzbank wiederfand, schien ihm der Durchbruch im Oktober beim 4:2 in Burnley gelungen zu sein, als er einen Hattrick erzielte. Auch bei den folgenden Siegen gegen Watford und Crystal Palace traf Pulisic - doch es war eine trügerische Hoffnung. 

Es folgte eine längere Durststrecke und eine schwere Verletzung, die ihn bis zur Unterbrechung der Saison außer Gefecht setzte. "Es war sehr hart und frustrierend, durch Zeiten wie diese zu gehen", gab Pulisic unlängst auf der Website der Blues zu. "Ich habe es unterschätzt und versucht, so schnell wie möglich zurückzukommen, weil ich einfach so sehr spielen wollte."

Die Corona-Pause kam da wie gerufen. "Ich habe mir jetzt etwas mehr Zeit gegeben, um mich auszuruhen und sicherzustellen, dass ich zu 100 Prozent fit bin", sagte er noch kurz vor der Wiederaufnahme der Premier League. "Ich würde sagen, dass ich mich vollständig erholt habe und jetzt bereit bin." 

Pulisic sollte recht behalten: Seine drei Treffer nach dem Re-Start werden nur noch von Anthony Martial und Bruno Fernandes (beide Manchester United) sowie von Phil Foden und Kevin de Bruyne (beide Manchester City) übertroffen.

Mit Timo Werner in eine goldene Zukunft?

Doch nicht nur in Sachen Torausbeute hat der Youngster zugelegt - auch im Eins-gegen Eins hat er sich verbessert. Im Durchschnitt 2,75 Dribblings pro Spiel gewinnt der US-Boy, womit er nur hinter Wolves-Flügelstürmer Adama Traoré und Allan Saint-Maximin von Newcastle liegt - zwei Spieler, die für ihre Alleingänge bekannt sind.

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Wichtiger ist jedoch, dass Pulisic den Ball in die gefährlichen Bereiche des Platzes bringt - in den gegnerischen Strafraum. Die Folge waren zwei Elfmeter gegen Manchester City und gegen West Ham United. "Christian hat die Fähigkeit, eine Linie zu durchbrechen und nach vorne zu laufen, was eine wirklich großartige Eigenschaft im modernen Spiel ist", lobte Lampard.

In der kommenden Saison trifft Pulisic mit Timo Werner einen Mitstreiter aus früheren Bundesligajahren, der einen ähnlichen Stil prägt. Für die Gegner der Blues dürfte das kein Vergnügen werden.