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München - Die saudische Regierung will in den Premier-League-Klub Newcaste United investieren. Der Deal ist höchst umstritten. Nun gefährden Piraterie-Vorwürfe die Übernahme.

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Die Übernahme von Newcastle United unter der Obhut des saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman wird immer umstrittener. 

In einem Report behauptet die Welthandelsorganisation (WTO), die saudische Führung habe sich an einer Verletzung von Pirateriegesetzen beteiligt. In dem Bericht wirft die Organisation dem saudischen Fernsehsender beoutQ vor, einige Sportereignisse illegal übertragen zu haben - darunter auch die Premier League. 

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Demnach habe die Regierung den unerlaubten Ausstrahlungen der Spiele den Weg geebnet und "in einer Weise gehandelt, die mit dem internationalen Recht zum Schutz der Rechte des geistigen Eigentums unvereinbar" sei. Der Staat bestreitet vehement jegliche Verbindung zwischen der Regierung und den Verdächtigungen, denen der Fernsehsender ausgesetzt ist. 

Rechteinhaber gehen von saudischer Beteiligung aus

Auch der Rechteinhaber beIN-Sports hatte bereits vor einigen Wochen auf eine mögliche Verwicklung der Investoren in die Piraterie hingewiesen und die Liga dazu aufgefordert, die Verbindungen zwischen beoutQ und der saudischen Interessenten "vollständig zu untersuchen". Dies geht aus einem Brief des in Katar ansässigen TV-Senders an den Premier League-Chef Richard Masters hervor.

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Für die Rechteinhaber scheint der Fall bereits relativ klar zu sein, dass der Staat Saudi Arabien an den illegalen Übertragungen beteiligt gewesen sein muss. "Der Sport kann nicht wachsen, solange Saudi-Arabien weiterhin den Diebstahl von Sportrechten fördert und die internationale Rechtsstaatlichkeit ignoriert - hoffentlich wird sich das eines Tages zum Wohle aller ändern", wird beIN-Rechtsberater David Sugden bei BBC zitiert.

Die Premier League sah nach ersten Untersuchungen des Sachverhaltes vorerst keinen Grund, den Deal aufzuhalten.

Die Ermittlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Der Klub wartet weiterhin auf eine Genehmigung für die Übernahmen, denn die Liga prüft noch den Hintergrund der künftigen Besitzer. Der Eigner-und Direktorenrat ermittelt auch, inwiefern eine Verbindung der Kaufanwärter zu dem umstrittenen TV-Kanal besteht. 

Außerdem schaltete sich die UEFA in den Piraterie-Fall ein und stellte sich klar auf die Seite der Rechteinhaber. Der Europäische Fußballverband sagte dem mutmaßlichen Betrugs-Sender den Kampf an - und allen daran Beteiligten: "Diejenigen, die dem Beispiel von beoutQ folgen wollen, sollten wissen, dass die UEFA große Anstrengungen unternehmen wird, um ihr Eigentum und ihre Partner zu unterstützen. Deren Investitionen in den Fußball tragen dazu bei, dass dieser der beliebteste Sport der Welt bleibt", heißt es in einer Stellungnahme. 

Griezmann und Coutinho auf der Liste?

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Der bisherige Newcastle-Besitzer Mike Ashley will 80 Prozent der Vereinsanteile an den Public Investment Fund (PIF) der saudischen Regierung abgeben. Das entspricht einem Verkaufswert von rund 340 Millionen Euro. Sollte der Deal zustande kommen, wollen die Interessenten offenbar nach der Übernahme eine Transferoffensive starten und viel Geld in den Klub investieren. Stars wie Antoine Griezmann, Philippe Coutinho und Edinson Cavani werden bereits mit Newcastle in Verbindung gebracht

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Dem PIF steht der höchst umstrittene Thronfolger Prinz Mohammed Bin Salman vor, der einen enormen Einfluss in Saudi Arabien hat. Ihm werden unzählige Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Er wird unter anderem verdächtigt, die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi befohlen zu haben, der ein Kritiker der Königsfamilie war. 

Aufgrund all dieser Umstände ist die Übernahme von Newcastle weiterhin ein großes Streitthema bei den Fans.