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München - Loris Karius kann sich einen Verbleib bei Liverpool vorstellen, falls sich keine passende Option ergibt. Für viele seiner Kritiker hat er kein Verständnis.

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Nach seiner Vertragsauflösung bei Besiktas Istanbul ist Loris Karius zum FC Liverpool zurückgekehrt.

Dort könnte der deutsche Nationalspieler ab der neuen Saison zur Nummer zwei hinter Alisson werden.

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Denn ein Wechsel käme für ihn nur infrage, wenn er bei seinem neuen Verein spielen würde. "Es macht keinen Sinn zu sagen: Ich verlasse Liverpool für einen schlechteren Verein, und dort bin ich dann auch nur die Nummer zwei", sagte Karius, der noch einen Vertrag bis 2022 besitzt, bei transfermarkt.de.

Allerdings verspüre er keinen Druck, zu wechseln.

"Ich bin beim momentan besten Verein der Welt, spiele um Titel mit, habe jeden Tag im Training das höchste Niveau um mich herum", meinte der 26-Jährige: "Ich bin mir vollkommen im Klaren darüber, dass ich mich in einer guten Situation befinde, in Liverpool zu sein."

"Gefühlt die Hälfte der Premier League" wollte Karius

Bei Besiktas habe er "sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht. Sportlich betrachtet war die Zeit vollkommen in Ordnung."

Bei seinem Abschied aus der Türkei im April spielten "Probleme, die mit dem Sportlichen nicht direkt etwas zu tun hatten", eine Rolle. "Das hätte so nicht stattfinden dürfen. Zwischen Spieler und Verein sollte ein gewisses Vertrauensverhältnis bestehen. Wenn das nicht mehr gegeben ist, ist es schwer, sich wohlzufühlen."

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Der Keeper blickte auch auf seine Jugendzeit zurück, als er im Alter von 16 Jahren aus der Jugendabteilung des VfB Stuttgart zu Manchester City ging.

"Ich hatte damals Angebote von allen möglichen Klubs, aber Manchester City hat sich sehr um mich bemüht", sagte Karius, an dem laut eigener Aussage "gefühlt die Hälfte der Premier League" interessiert war.

Allerdings habe er sich nur mit dem VfB und eben Manchester City beschäftigt.

Rückkehr in die Bundesliga für Karius "reizvoll"

Seinen Schritt zum FSV Mainz 05, wo er nach zweijähriger Geduldsprobe 2013 zum Stammkeeper wurde, bezeichnet Karius im Nachhinein als "die beste Entscheidung. Es war eine rundum tolle Zeit.“

Zukünftig müsse ihn "in allererster Linie der Verein reizen". Prinzipiell sei auch eine Rückkehr nach Deutschland "für mich reizvoll".

Nach SPORT1-Informationen beschäftigte sich Hertha BSC mit Karius. Bekanntlich sucht der Hauptstadtklub für den Sommer Verstärkung für die Position zwischen den Pfosten.

"Ich muss jetzt nicht direkt das nächste Abenteuer suchen. Vielleicht ist es am Ende meiner Karriere eine Option, etwas ganz Exotisches zu wagen. Aber ich bin erst 26 und will erstmal in den Topligen Gas geben", erklärte Karius.

Kritik wegen Patzern: "Dafür fehlt mir jedes Verständnis"

In der Gesamtbetrachtung sieht sich Karius als zu kritisch beurteilt - auch wegen seiner zwei Patzer im Champions-League-Finale 2018 gegen Real Madrid.

"Wenn man den Vergleich zu anderen Torhütern zieht, denen mal eine Unsicherheit widerfährt – danach kräht kein Hahn. Bei mir wird eine Riesensache draus gemacht, warum auch immer", sagte er.

Es sei "manchmal extrem, wie unterschiedlich Dinge ausgelegt werden. Irgendwie haben manche Leute seit dem Champions-League-Finale ihren Gefallen daran gefunden. Manche haben immer noch nicht verstanden oder wollen es nicht wahrhaben, dass dies aufgrund einer Kopfverletzung passiert ist und schmälern meine Leistungen bzw. machen sich darüber lustig. Dafür fehlt mir jedes Verständnis.“

Diese negativen Reaktionen haben ihn anfangs durchaus "beschäftigt und belastet, aber mittlerweile ist es mir völlig egal. Mit der Zeit entwickelt man eine gewisse Gelassenheit."