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München - In England soll die Saison unbedingt zu Ende gespielt werden. Zu den Ideen, wie das gelingen könnte, gehört nun auch ein radikaler Vorschlag hinsichtlich der Spieldauer.

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Die Bemühungen um eine Fortsetzung der Premier-League-Saison während der Coronakrise haben in England einen radikalen Vorschlag zutage gebracht.

Die Partien während der restlichen Spielzeit könnten dann nicht mehr 90 Minuten, sondern kürzer dauern.

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Taylor spricht über Vorschläge

Dies deutete Gordon Taylor, der Geschäftsführer der englischen Spielergewerkschaft (PFA) an. "Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Wir wissen aber, was für Ideen jetzt ins Spiel gebracht werden. Mehr Einwechslungen, Halbzeiten mit weniger als 45 Minuten, neutrale Austragungsorte. Da werden viele Vorschläge gemacht", sagte Taylor bei BBC Radio 4.

Diese Vorschläge zielen darauf ab, die Verletzungsanfälligkeit der Spieler nach einer so langen Zwangspause zu reduzieren. In England ist die Saison wegen der Corona-Pandemie seit 9. März unterbrochen. Frühestens in der zweiten Juni-Woche könnte es weitergehen. Bis dahin hätten die Spieler drei Monate lang keine Spielpraxis gehabt.

Bislang können sie noch nicht einmal trainieren.

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Am Ende aber sei entscheidend, ob man auch genügend Zeit habe, die Saison zu Ende zu spielen und vor allen Dingen, sie ohne Risiko zu Ende zu spielen.

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Die Idee, die beiden Halbzeiten zu verkürzen, werde auf die Tagesordnung bei den entscheidenden Gesprächen in dieser Woche über einen möglichen Restart gesetzt, hieß es.

Allerdings könnte die Premier League keinen Sonderweg beschreiben, sondern es bedarf der Zustimmung der Regelhüter des International Football Association Board (IFAB). Zuletzt hatte der Weltverband FIFA den Vorschlag gemacht, die Anzahl der Auswechslungen von drei auf fünf pro Team zu erhöhen.

EFL: Belastung der Spieler reduzieren

Auf Interesse stieß die Idee auch bei der English Football League (EFL), dem Liga-Verband unterhalb der Premier League.

In einer Videokonferenz mit der Sport-Kommission des britischen Parlaments sagte EFL-Boss Rick Parry: "Es haben Gespräche stattgefunden, in denen die Erhöhung der Zahl der Einwechslungen auf fünf und das Ziel (die Spiele zu verkürzen, Anm. d. Red.) erörtert wurden."

Ziel könne nur sein, "die Belastung der Spieler zu reduzieren, die nach einer ziemlich langen Zeit auf den Platz zurückkehren". Man sollte keine kreative Idee vorschnell verwerfen, so Parry weiter.

Kramer sieht ähnliche Probleme

Die Sorge vor Überlastung der Spieler existiert auch in Deutschland. "Vielleicht ist das Spiel ein bisschen langsamer oder hinten raus, ab der 80. Minute, geht allen die Puste aus", vermutet Gladbachs Mittelfeldspeler Christoph Kramer im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Ein Spiel Elf gegen Elf habe er schon sehr lange nicht mehr gespielt, sagte Kramer. "Und ich weiß, wie sich das nach einer längeren Pause anfühlt. Wenn wir nach der Sommerpause das erste Testspiel machen, denke ich nach 25 Minuten: Hey, wie soll ich jemals in meinem Leben noch mal 90 Minuten spielen. Das wird auch jetzt auf uns zukommen."

Ein Vorschlag zur Reduzierung der Spielzeit in Deutschland ist zumindest von offizieller Seite noch nicht bekannt.