Amanda Staveley vermittelte den Mega-Deal um Manchester City
Amanda Staveley vermittelte den Mega-Deal um Manchester City © SPORT1-Grafik/Getty Images
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Geschäftsfrau Amanda Staveley vermittelte den Mega-Deal um Manchester City und plant nun den nächsten Coup. Ihr Privatleben ist von einem schweren Schicksal überschattet.

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Vor zwölf Jahren, inmitten der letzten großen Krise, erwarb sie sich einen Ruf als Meisterin riesiger Finanz-Deals.

Sie war beteiligt an der milliardenteuren Rettung des schwer angeschlagenen Bankhauses Barclays durch die Herrscherfamilien aus Abu Dhabi und Katar. Und sie vermittelte einen ebenfalls eher darbenden Traditionsklub aus der englischen Premier League an neue Eigentümer.

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Der Weltfußball sähe heute womöglich etwas anders aus ohne Amanda Staveley, die damals Manchester City den Weg zu den Millionen der Abu Dhabi Investment Group ebnete.

Und womöglich ist die 47-Jährige gerade dabei, das nächste folgenreiche Geschäft einzufädeln.

Newcastle soll für 300 Millionen Pfund verkauft werden

Newcastle United, Tabellen-13. der auf Eis liegenden englischen Liga, soll vom britischen Milliardär John Ashley an neue Eigentümer verkauft werden. Laut BBC bahnt sich eine 300 Millionen Pfund teure Transaktion an – an das Investoren-Bruderpaar David und Simon Reuben und den Staatsfonds von Saudi-Arabien.

Die in Dubai und London lebende Staveley und ihre Firma PCP Capital Partners spielen dabei wieder eine Schlüsselrolle.

Wer ist diese Frau, die mit ihrem Netzwerk in den Mittleren Osten dafür zu sorgen scheint, dass der große Geldkreislauf des englischen Fußballs sich auch in Corona-Zeiten weiterdreht?

Staveley wurde am 11. April 1973 in der nordenglischen Kleinstadt Ripon in Yorkshire geboren, als Tochter eines Freizeitpark-Gründers und einer erfolgreichen Springreiterin.

Liaison mit Prince Andrew

Sie galt als Wunderkind, studierte schon mit 16 an der Universität von Cambridge - brach aber ab, weil sie unter einer Essstörung und diversen familiären Schicksalsschlägen litt.

In ihren frühen Zwanzigern kaufte sie ein Restaurant, knüpfte erste Kontakte zu den Reichen und Mächtigen der Golfregion, wobei ihr das von der Mutter vererbte Faible für Pferdesport half – wo ebenfalls viele arabische Investoren aktiv sind.

Im Lauf der Jahre entwickelte sich Staveley zu einer immer umtriebigeren Geschäftsfrau und auch zu einer Medienpersönlichkeit. Neben ihrer Rolle bei den spektakulären Deals um Barclays und ManCity trug dazu auch eine zweijährige Beziehung mit Prince Andrew bei. Einen Heiratsantrag soll sie abgelehnt haben, weil sie ihre Unabhängigkeit bewahren wollte, 2011 ehelichte sie Geschäftspartner Mehrdad Ghodoussi.

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Das Leben von Staveley – geschätztes Privatvermögen: 125 Millionen Euro - besteht aber nicht nur aus Geld und Hochglanz, über ihr schwebt der Schatten einer schweren Krankheit.

Staveley leidet an degenerativer Gehirnerkrankung

Mit 37 stellten Ärzte fest, dass Staveley die Veranlagung zu Chorea Huntington von ihrer Mutter geerbt hat. Die unheilbare degenerative Gehirnerkrankung offenbart in der Regel um das 40. Lebensjahr erste Symptome, nimmt immer einen schweren Verlauf und führt nach durchschnittlich 15 Jahren zum Tod.

Der Mail on Sunday berichtete sie bei einem Interview im vergangenen Monat, dass sie wegen der Krankheit unter ernsten psychischen Schwankungen und Schlaflosigkeit leidet.

Im Nachhinein bringt sie auch manche Eigenschaft, die ihr zu geschäftlichem Erfolg verhalf, mit ihrer Veranlagung in Verbindung: "Bei Barclays haben sie sich immer gewundert, dass ich komplizierte Finanzmodelle im Kopf durchrechnen konnte. Ich dachte, ich hätte ein Talent für Zahlen. Stattdessen stellt sich heraus, dass ich krank bin."

Staveleys beruflicher Ehrgeiz scheint unter der schlimmen Diagnose nicht gelitten zu haben. Er könnte nun erneut große Spuren im Fußball hinterlassen.