Eva Carneiro wurde nach dem Streit mit Mourinho eine Millionensumme zugesprochen
Eva Carneiro wurde nach dem Streit mit Mourinho eine Millionensumme zugesprochen © Getty Images
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Das Coronavirus wird an den wenigsten Menschen spurlos vorübergehen.

Die hoch ansteckende Krankheit breitet sich nach wie vor erschreckend schnell aus – und kann für manche Menschen zur tödlichen Gefahr werden. Besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen gehören zur Risikogruppe.

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Doch Covid-19, das haben die letzten Tage gezeigt, macht keine Ausnahmen. Wie die Ärztin Eva Carneiro nun erklärte, sind auch die eigentlich topfitten Fußball-Profis einem hohen Infektions-Risiko ausgesetzt.

Die 46-Jährige kennt sich im Profisport bestens aus, sie arbeitete sechs Jahre lang beim englischen Topklub FC Chelsea als Teamärztin – ehe sie den Verein nach einem Zerwürfnis mit dem damaligen Trainer José Mourinho verlassen musste.

"Bei professionellen Spielern hat man festgestellt, dass sie regelmäßig immun-supprimiert sind", sagte die Britin im Interview mit der Daily Mail. Soll heißen: Die Immunsysteme der Hochleistungssportler sind anfälliger für Viren.

Der Reisestress sorgt für Probleme

Dies hätten Blutproben und Tests bewiesen. "Das kommt von dem vielen Sport, den sie machen", sagte Carneiro, die mittlerweile als 'Sports and Exercise Medicine Doctor' für die Sports Medical Group an der London's Harley Street fungiert.

"Die körperliche Aktivität, auf einem professionellen Level, manchmal mit Spielen alle 72 Stunden, sowie das Training, bedeuten eine Belastung für den Körper", sagt die Fachfrau. Ein zusätzliches Risiko entstehe, weil die Spieler viele Reisen bewältigen müssten.

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Sie seien daher nicht nur vielen anderen Menschen an den Flughäfen ausgesetzt, sondern bekämen häufig auch nicht genügend Schlaf ab. "Das kreiert Müdigkeit, was die Spieler ebenfalls anfällig machen kann."

In der Premier League wurden bisher Mikel Arteta (Trainer FC Arsenal) und Callum Hudson-Odoi (Spieler FC Chelsea) positiv auf das Coronavirus getestet.

Manche Spieler akzeptieren Quarantäne nicht

Wegen des vollgepackten Terminkalenders kommen die Profis mit einer Vielzahl an Menschen in Berührung – deutlich mehr als der Durchschnitts-Bürger. Und wenn einer der Spieler (oder Klub-Mitarbeiter rund um das Team) mit einer Krankheit infiziert ist, ist die weitere Ausbreitung teils schwer zu verhindern.

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Schließlich befinden sich die Spieler häufig länger gemeinsam in den selben Räumen – in der Umkleide aber eben auch beim gemeinsamen Essen. Dabei entstehe zudem ein Gemeinschaftsgefühl, das laut Carneiro ebenfalls zu Problemen führen könne.

Es könne schwer sein, die Spieler davon zu überzeugen, infizierte Teamkollegen in ihrer Isolation nicht zu besuchen – oder ihnen auch nur das alltägliche Verhalten wie Händeschütteln und Umarmungen auszureden: "Das erfordert Beaufsichtigung und gutes Zureden."