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München - Seit 2018 arbeitet der FC Liverpool mit Einwurftrainer Thomas Grönnemark zusammen. Bei SPORT1 spricht er über seine Arbeit, Jürgen Klopp und den FC Bayern.

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Zunächst war er Fußballer, dann Anschieber im Bob und nun trainiert er Größen wie Trent Alexander-Arnold.

Thomas Grönnemark ist viele unkonventionelle Wege gegangen, bis er zu seiner wahren Berufung gefunden hat. Der Däne ist Europas erster Einwurf-Coach - und das nicht bei irgendeinem Klub.

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Seit 2018 ist er im Trainerstab von Jürgen Klopp beim FC Liverpool und bringt dem Champions-League-Sieger seine Techniken bei.

"Klopp hatte gesehen, dass Liverpool sehr schlecht bei Einwürfen war"

Liverpool hat sich seither zur zweitbesten Mannschaft Europas nach eigenen Einwürfen gemausert. Nur Midtjylland ist noch besser. Betreut wird dieser dänische Fußballverein von: genau, Grönnemark.

Doch wie kam der Däne überhaupt zu den Reds?

"Im Juli 2018 hat Jürgen Klopp mich angerufen", erinnert sich der Däne im Interview mit SPORT1. "Klopp hatte gesehen, dass Liverpool sehr schlecht bei Einwürfen war und den Ball danach meist verlor", erklärte Grönnemark weiter.

Sein Arbeitsauftrag war nun klar.

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Erfahrung genug hatte er. Vor allem, weil er sich in seiner dänischen Heimat längst einen Namen als Einwurftrainer durch seine Arbeit beim FC Midtjylland, dem dänischen Meister von 2015 und 2018, gemacht hatte.

"Neben Liverpool trainiere ich auch mit Ajax Amsterdam, Genk in Belgien und natürlich den FC Midtjylland aus meinem Heimatland Dänemark", zählt er stolz seine Klienten auf.

20 Techniken für "schnelle und kluge Einwürfe"

"Einwürfe werden sehr unterschätzt", ist sich Grönnemark sicher. Bei der Einwurflehre des Dänen geht es allerdings um mehr als nur darum, den Ball möglichst weit in die Hälfte des Gegners zu werfen.

"Es geht um schnelle und kluge Einwürfe, deren Ziel es ist, Konter einzuleiten", erklärt er. Die meisten Spieler verlieren nämlich den Ball, wenn sie vom Gegner bedrängt werden.

Er hat ungefähr 20 Einwurf-Techniken, die er mit den Spielern einübt. "In Liverpool funktioniert das ziemlich gut, da haben wir in der aktuellen Spielzeit nach elf Einwurf-Situationen ein Tor gemacht."

Einmal im Monat fliegt der 44-Jährige für eine Woche nach England und trainiert mit den Profis. Von zwei seiner Schützlinge ist er besonders angetan. "Trent Alexander-Arnold und Andrew Robertson sind für mich die besten Werfer bei Liverpool und auch die besten, die ich je trainiert haben. Sie arbeiten sehr akribisch an ihrer Technik", lobt er die beiden Liverpool-Stars.

Grönnemark hält Guiness-Buch-Rekord 

Besser als die beiden ist wahrscheinlich nur er selbst. Mit 51,33 Metern steht er seit dem 18. Juni 2010 für den weitesten je gemessenen Einwurf offiziell im Guinness-Buch der Rekorde.

Auch über Jürgen Klopp, den Coach der Reds, verliert er nur gute Worte: "Er ist fantastisch, ein guter Trainer und sehr netter Mensch. Ich freue mich, dass ich mit ihm zusammenarbeiten darf."

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Man habe auch schon mal zusammen ein Bier im Trainingslager getrunken und gesellig zusammengesessen.

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Bayern kann sich noch verbessern

Was beim FC Liverpool gut läuft, ist keine Selbstverständlichkeit. Bei vielen Vereinen sieht er Verbesserungspotenzial, was die Einwürfe betrifft - auch beim FC Bayern.

Angesprochen auf den deutschen Rekordmeister äußert er sich wie folgt: "Ich kann nur beurteilen, wie es in der Champions League im letzten Frühling gegen die Bayern war. Da haben wir 72 Prozent der Einwürfe an den Mann gebracht, Bayern nur 28 Prozent. Die Außenverteidigung der Münchner und das Team generell kann sich da noch sehr viel verbessern. Aber da will ich mir keinen speziellen Spieler rausgreifen."

Dem Individualtraining misst er generell eine große Rolle in Zukunft bei. "Man kann nicht genug Spezialisten um sich herum haben. Individualtrainer werden immer wichtiger."

Bei der Frage, ob Liverpool englischer Meister werde, will er sich nicht festlegen. "Wir denken von Spiel zu Spiel", sagte er ganz bescheiden, fügt aber an: "Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Liverpool Meister wird, wenn man sich die Tabelle anschaut."