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München - Seit Solskjaer zum Cheftrainer der Red Devils befördert wurde, setzte es für United vier Niederlagen in sechs Spielen. From zero to hero - und wieder zurück?

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Er kam als Interimstrainer, trotzte seinen Kritikern - und durfte als neuer Erfolgscoach mit United-DNA langfristig bleiben. Ole Gunnar Solskjaer startete sensationell mit 14 Siegen aus 19 Spielen bei Manchester United.

Dazu konnten die Red Devils mit Paris Saint-Germain einen Titelfavoriten aus der Champions League werfen. In England feierte man den offensiveren, ansprechenderen Stil unter Solskjaer.

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Nun ging das Team in der Premier League am vergangenen Sonntag mit 0:4 gegen Everton unter. Nach vier Niederlagen aus den letzten sechs Partien steht fest: United ist im ersten Formtief unter Solskjaer angekommen - und muss schleunigst wieder den Weg herausfinden.

ManUnited bangt um Champions League

Doch der Reihe nach: Am 28. März gab Manchester United bekannt, dass Solskjaer einen Vertrag bis 30. Juni 2022 erhält. "Ole sitzt am Steuer" freuten sich die United-Fans vor nicht einmal vier Wochen.

Quasi mit dieser festen Verpflichtung brach der Erfolg aus der Interims-Zeit plötzlich weg: Erst folgte das Aus in der Königsklasse gegen den FC Barcelona (0:1/0:3), wo der Rekordmeister Englands gegen Messi und Co. regelrecht chancenlos war.

Jetzt bleiben die Erfolge auch noch in der Liga aus. Mit Rang sechs in der Tabelle liegen die Red Devils derzeit zwar noch auf einem Europa-League-Platz - allerdings kann nur eine Champions-League-Teilnahme die verkorkste Saison noch einigermaßen retten.

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Dabei wird es für die Red Devils ohnehin eine ganz bittere Spielzeit werden. Am Ende wird der Stadtrivale Manchester City oder der Erzrivale FC Liverpool Meister in der Premier League. Für United-Fans eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

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Am Mittwoch kommt es zum Manchester-Derby (Premier League: Manchester United - Manchester City, am 24. April ab 21 Uhr im SPORT1-LIVETICKER) . Aufgrund des vergleichsweise einfachen Restprogamms der Citizens wird dieses Duell als Entscheidung in Englands Titelrennen angesehen. Sollte City gewinnen, wird das Team von Pep Guardiola wohl den Titel in der Premier League verteidigen.

Everton-Debakel ruft Kritiker wieder auf den Plan

Die bittere 0:4-Klatsche gegen den FC Everton am Wochenende lässt keine positiven Vorzeichen auf einen United-Sieg ziehen - und ruft zudem die Kritiker an "Super-Sub" Solskjaer wieder auf den Plan.

Wenn ich mir den Spiel-Stil anschaue, hat sich nichts geändert. Es ist verständlich. Zu verteidigen ist einfacher als anzugreifen", lästert etwa der frühere United-Coach Louis van Gaal. "Ich habe so viele United-Spiele in den letzten Jahren gesehen. Aber beide – Mourinho und Solskjaer – haben sich nicht davor gescheut, immer defensiv zu spielen. Das ist nicht gut genug für United."

Auch United-Legende Gary Neville konnte seine Wut nach der Niederlage im TV nicht zurückhalten. Bei Sky Sports redete sich der 44-Jährige förmlich in Rage: "Ich bin unfassbar sauer! Die Leistung heute widert mich an!" Ohne genaue Namen zu nennen, bezeichnete er den Auftritt einiger Spieler als "peinlich".

Solskjaer entschuldigte sich nach dem desaströsen Auftritt bei den Fans. "Wir waren einer Manchester-United-Mannschaft unwürdig. Sie [Everton] waren in allem besser. Ich will, dass mein Team von allen Mannschaften in der Liga am härtesten arbeitet, so wie es unter Sir Alex Ferguson war: Egal, wie viel Talent du hast, du rennst mehr als die anderen."

Solskjaer entschuldigt sich nach 0:4-Pleite

Doch seine Elf hatte ihn im Stich gelassen. Everton lief ganze acht Kilometer mehr, warf sich in die Zweikämpfe und spielte kreativ nach vorne. United gab den ersten Schuss aufs Tor in Minute 86 ab. Es war ein blutleerer Auftritt, vielleicht der schlechteste in dieser Saison.

Mit dieser Niederlage ist Platz vier und damit die Champions-League-Teilnahme nun wieder in Gefahr. Die Red Devils brauchen die Königsklasse jedoch, um attraktiv für den kommenden Umbruch im Sommer zu sein.

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Mit Grauen erinnern sich die United-Fans an die Saisonvorbereitung, als Jose Mourinho keinen einzigen seiner Wunschspieler bekam. Es wäre die vierte Saison in den letzten sechs Jahren ohne Königsklassen-Fußball für United - die Kontinuität fehlt.

Solskjaer gibt sich trotz der heiklen Situation kämpferisch und kündigt Kaderveränderungen an: "Man kann nicht die ganze Mannschaft umwerfen", sagte er nach dem 0:4, aber fügte hinzu: "Ich werde hier Erfolg haben, und es gibt Spieler, die kein Teil davon sein werden."

Platz vier oder Nichts!

Eine klare Ansage an das Team, wenigstens den Kampf um den wichtigen vierten Platz nicht herzuschenken.

Solskjaer muss versuchen, die Saison zu retten, dafür wurde er im Dezember geholt und daran wird er weiter gemessen. United muss im Liga-Endspurt außer gegen ManCity auch noch gegen Chelsea ran. Ein einfaches Restprogramm sieht anders aus.

Immerhin könnte ein Sieg - oder zumindest ein Punkt - gegen den Stadtrivalen das Formtief schnell wieder vergessen machen - auch wenn es Erzrivale Liverpool zur Meisterschaft helfen könnte.