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Liverpool und München - Zusammen mit Sadio Mane und Roberto Firmino wirbelt Mohamed Salah in der Liverpooler Offensive. Doch der Ägypter verliert an Strahlkraft, vor allem in wichtigen Spielen.

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Die Furcht war da. Die Furcht vor dem gigantischen Sturmtrio des FC Liverpool, bestehend aus Roberto Firmino, Sadio Mane und Mohamed Salah. Inbesondere jener Ägypter, der in der vergangenen Saison mit 44 Toren aus 52 Spielen zum besten Torjäger in Europas Ligen avancierte, lehrt die gegnerischen Teams regelmäßig das Fürchten.

Diese übermächtige Torgefahr kam im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern München nicht zum Zug. Sie bestand zwar latent, so etwa, als Salah in der zwölften Spielminute Manuel Neuer prüfte. Doch insgesamt hatte die Münchner Defensive den 26-Jährigen im Griff.

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Weil sich auch fortan vor dem Bayern-Kasten nicht allzu viel tat, stellt sich die Frage: Ist die Liverpooler Offensive doch nicht so gefährlich, vor allem, wenn es darauf ankommt?

Salah trifft seltener in wichtigen Spielen

Fakt ist: In den wichtigen Spielen trifft Mohamed Salah in der aktuellen Saison seltener als in der Saison 2017/18, als das Team von Jürgen Klopp bis ins Finale der europäischen Königsklasse stürmte. 

Zwar schoss er in der bisherigen Saison in der Premier League auch schon wieder 17 Tore in 27 Spielen, doch gegen die Top-Klubs blieb der kleine Angreifer bis auf eine Ausnahme merkwürdig erfolglos. Nur gegen den SSC Neapel hat er getroffen. Tore gegen Paris Saint-Germain und den FC Bayern? Fehlanzeige!

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Noch erstaunlicher sind die Zahlen in der Premier League: Dort traf Salah gegen alle Abstiegskandidaten: Huddersfield (1), Fulham (1) , Southampton (1 Tor) , Cardiff (1) , Brighton & Hove (2) - und ging gegen die Top-Teams doch leer aus. Zuletzt blieb er im Duell der Erzrivalen bei Manchester United ohne Tor.

Auch Mane und Firmino lassen nach

Doch die Ladehemmung vor dem Tor hat nicht nur den "Pharao" erfasst. Auch die anderen beiden hoch gelobten Angreifer der Reds treffen das Tor nicht mehr - und das in dieser vorentscheidenden Phase der Saison in Champions League und Premier League. Dazu kommt die Sorge um Firmino, der sich im Spiel gegen United verletzte.

Dabei waren die Hoffnungen rund um die Anfield Road lange nicht mehr so groß, endlich nach mittlerweile 29 Jahren mal wieder englischer Meister zu werden. Doch nach zuletzt drei Unentschieden aus vier Spielen ist der Vorsprung auf Manchester City auf einen Punkt zusammengeschmolzen - auch weil das Sturmtrio nicht mehr trifft.

Warum dies so ist, wurde im Spiel am vergangenen Sonntag im Old Trafford deutlich. Da kamen die Gäste während der 90 Minuten auf stolze 521 Pässe. Kein einziger davon aber wurde in die gefährliche Zone gespielt, dorthin, wo man die gegnerische Abwehrreihe aushebeln könnte.

Es ist ein Zeichen dafür, dass das Angriffsspiel der Reds mittlerweile leichter auszurechnen ist und sich gerade die Top-Mannschaften besser darauf einstellen können. "Wir müssen uns daran gewöhnen, dass die Teams jetzt so gegen uns spielen", sagte Linksverteidiger Andrew Robertson nach dem Spiel über die doch recht defensive Ausrichtung von Manchester United.

Respekt vor Liverpool wird größer

Die Spielweise der "Red Devils" verdeutlicht zwar, dass selbst die großen Mannschaften einen enormen Respekt vor der roten Angriffswucht haben. Für Liverpool bedeutet das aber, dass man nun auch darauf eine Antwort haben muss. Heißt: Wenn das Sturmtrio zugestellt wird, müssen andere in die Bresche springen.

Das gesamte Mittelfeld der Reds hat bislang sechs Tore in dieser Premier-League-Saison erzielt. David Silva vom größten Titelkonkurrent ManCity weist diese Bilanz alleine auf.

Dennoch: Salah dürfte auch in dieser Saison wieder der wichtigste Faktor in Liverpools Offensive sein. Umso wichtiger wäre es für den LFC, dass er auch gegen die Top-Teams so schnell wie möglich wieder trifft. Gegen die Bayern, aber auch gegen Tottenham Hotspur und den FC Chelsea. Diese letzteren beiden Spiele, die höchsten verbliebenen Hürden im Premier-League-Spielplan, werden wohl entscheiden, ob das Team um Salah den englischen Titel endlich wieder nach Liverpool holen kann.