Jorge Mendes (l.) bringt in Wolverhampton jede Menge seiner Schützlinge wie z.B. Trainer Nuno Espiritu Santo (2.v.l.) oder Joao Moutinho (3.v.r.) unter
Jorge Mendes (l.) bringt in Wolverhampton jede Menge seiner Schützlinge wie z.B. Trainer Nuno Espiritu Santo (2.v.l.) oder Joao Moutinho (3.v.r.) unter © SPORT1-Grafik: Getty Images

München - Bei Premier-League-Aufsteiger Wolverhampton Wanderers stehen neben dem Trainer mittlerweile sieben Portugiesen unter Vertrag. SPORT1 erklärt, wie es zu dieser Entwicklung kam.

von Felix Fischer

Seit der heilige Geist nach Wolverhampton gekommen ist, ist so einiges bemerkenswert an den dortigen Wanderers. Denn Nuno Espiritu Santo, dessen Nachname in der Übersetzung so göttlich daherkommt, hat den Klub erstmals seit dem Abstieg 2012 wieder in die Premier League geführt. 

Dass sich der Portugiese für das anstehende Abenteuer den einen oder anderen Landsmann an seine Seite holt, ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Inzwischen muten die Wanderers aber wie die englische Anlaufstelle für portugiesische Exil-Fußballer an.

Sieben Kicker aus dem Land des amtierenden Europameisters stehen inzwischen bei den Wanderers unter Vertrag. Puren Zufall kann man da ausschließen.

Ronaldo-Berater macht's möglich

Eine wesentliche Rolle spielt der Berater von Cristiano Ronaldo und Jose Mourinho: Jorge Mendes. Espirito Santo, der seit 2017 an der Seitenlinie der Wanderers steht, war dessen erster Klient überhaupt.

An "Start", der Holding von Mendes' Berateragentur Gestifute, besitzt das chinesische Unternehmen Shanghai Fosun Anteile. Die Mehrheit an Shanghai Fosun hält Guo Guangchan, der der Investmentgruppe Fosun International vorsitzt. Und wie es der Teufel will, ist Fosun seit 2016 Besitzer der Wanderers. Mendes wird nachgesagt, den Weg für die Übernahme der Chinesen geebnet zu haben. 

Dass diese nun bereitwillig das Netzwerk des Helfers nutzen und ihm so jede Menge Beratungshonorare zuschustern, scheint ihre Gegenleistung zu sein. 

Dank seiner Finanzkraft brach Wolverhampton gleich zwei Transferrekorde in der zweiten englischen Liga: Die Wolves holten 2016 nicht nur Helder Costa für 15 Millionen Euro von Benfica Lissabon, sondern im Vorjahr auch Ruben Neves (FC Porto) für schlappe 17,9 Millionen Euro.

Rechtsaußen Ivan Cavaleiro ist der dritte Portugiese, der den Zug schon im Englands zweiter Etage. Auch deshalb wurde Wolverhampton mit neun Punkten Vorsprung auf Cardiff und 30 Siegen Meister in der Football League Championship - und darf sich nun mit den ganz schweren Brocken wie ManUnited, Liverpool, Chelsea und Co. messen.

Neue Hochkaräter für die Premier League

Die aktuellsten Transfer-Coups sind Torhüter Rui Patricio (Sporting Lissabon) und Joao Moutinho von der AS Monaco. Beide wurden 2016 Europameister, beide waren bei der Weltmeisterschaft in Russland auf dem Platz - und beide bringen richtig viel zusätzliche Qualität in die Mannschaft des Liga-Neulings. Torjäger Diogo Jota kommt dazu für 14 Millionen Euro von Atletico Madrid, Linksverteidiger Ruben Vinagre für vergleichsweise kleines Geld aus Monaco, auch sie sind Lusitanier.

Damit aber nicht genug. Auch Joao Mario (derzeit von Inter Mailand an West Ham verliehen), Andre Silva (AC Mailand) und Eliaquim Mangala (Manchester City) sind als mögliche Neuzugänge im Gespräch.

Wenig überraschend: Mit Mario und Silva stehen zwei Portugiesen auf der Liste. Und ebenso wenig verwunderlich: Beraten werden Silva und Mangala von Jorge Mendes.

-----

Lesen Sie auch:

So bringt dich die Premier League selbst in Not

Siebter Portugiese für Wanderers