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Paris - Paris Saint-Germain trennt sich laut Medienberichten von Trainer Thomas Tuchel. Der Klub schweigt, PSG-Star Kylian Mbappé aber verabschiedet sich bereits.

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Noch immer offizielles Schweigen beim französischen Spitzenklub - auch wenn Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain offenbar entlassen worden ist, wie seit Heiligabend mehrere Medien übereinstimmend berichten.

Eine Bestätigung durch den Klub steht zwar nach wie vor aus. Aus der Deckung traute sich nun aber Kylian Mbappé.

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Der Star-Stürmer erklärte in seiner Instagram-Story nun in direkten wie persönlichen Worten an den deutschen Coach, dessen Vertrag bei PSG noch bis Sommer 2021 lief: "Das sind leider die Gesetze des Fußballs, aber niemand wird Ihre Zeit hier vergessen. Sie haben ein tolles Kapitel in der Geschichte dieses Vereins geschrieben und ich bedanke mich, Coach!"

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Namentlich bedankte sich Mbappé ebenfalls bei den Co-Trainern Benjamin Weber, Zsolt Löw und Arno Michels. (Ergebnisse und Spielplan der Ligue 1)

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Pochettino wird wohl Nachfolger in Paris

Tuchels Nachfolger wird dem Vernehmen nach Mauricio Pochettino. Der Argentinier hat laut L'Équipe eine Einigung mit PSG erzielt und soll einen Vertrag bis 2023 bekommen. Mehr noch:Pochettino träumt schon seit Jahren von einer Rückkehr nach Paris, wo er zwischen 2001 und 2003 Spieler war.

Der 48-Jährige hatte zuletzt Tottenham Hotspur trainiert, musste dort am 19. November 2019 gehen. Nach Paris soll er Jesús Pérez und Miguel D'Agostino als Assistenten mitbringen. "Poch" spielte von 2001 bis 2003 selbst für PSG.

Tuchel hatte in der vergangenen Saison mit der Meisterschaft und drei nationalen Pokalwettbewerben gleich vier Titel gewonnen und das Finale der Champions League erreicht. Dort scheiterte der 47-Jährige in einem knappen Duell am FC Bayern (0:1).

Trotzdem muss er nun gehen. Sportdirektor Leonardo habe den Trainer noch in der Nacht zum Donnerstag über seinen Rauswurf informiert, berichtet L'Equipe.

Mit 4:0-Sieg in Weihnachtstage - aber Tuchel weg

In der aktuellen Saison liegt Paris in der Ligue 1 einen Punkt hinter Spitzenreiter Olympique Lyon auf Platz drei. Am Mittwoch hatte die Millionentruppe das Liga-Duell mit Racing Straßburg noch mit 4:0 gewonnen. (Tabelle der Ligue 1)

Kurios auch: Während PSG Tuchels Entlassung nicht kommentierte und von der Nachrichtenagentur AFP für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, postete der Klub am Weihnachtsmorgen noch ein Interview mit dem deutschen Trainer.

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"Ich habe eine sehr starke Vorstellung gesehen, sehr konzentriert, sehr diszipliniert", sagte Tuchel dort im eigenen Klub-TV nach dem Racing-Spiel und freute sich über "ein schönes Resultat, einen schönen Sieg zum Ende dieses Jahres". Später zeigte der Klub wiederum Tore aus dem Straßburg-Spiel.

Tuchel-Zoff mit Leonardo Dauerthema bei PSG

Unumstritten war Tuchel in Frankreich nie. Vor allem der interne Zwist mit Sportdirektor Leonardo war ein Dauerthema. Wegen Differenzen in diversen Transferfragen gelangte der Konflikt auch immer wieder an die Öffentlichkeit - wie etwa im Oktober, als der Brasilianer Tuchel öffentlich in die Schranken wies.

"Falls jemand nicht glücklich ist, wenn er sich entscheidet zu bleiben, muss er sich entweder an die sportliche Politik oder die internen Regeln halten", verkündete Leonardo, nachdem Tuchel zuvor Sorgen über den Kader geäußert hatte.

"Wenn die Mannschaft so bleibt, können wir nicht mehr über die gleichen Ziele sprechen", sagte der 47-Jährige auf einer PK kurz vor Ende des Transferfensters und befürchtete, dass PSG "im Oktober, November, Dezember und Januar den Preis zahlen" werde.

Tuchel hatte sich dem schwerreichen Klub aus der französischen Hauptstadt 2018 angeschlossen und verzeichnet mit PSG einen Punkteschnitt von 2,35 pro Partie (127 Spiele). Besser war er weder bei Borussia Dortmund (2,12 in 107) noch in Mainz (1,43 in 183).

Der Deutsche holte mit Paris zweimal die Meisterschaft, zweimal den französischen Supercup sowie je einmal den Pokal und Ligapokal.