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Paris - Die französische Liga bricht ihre Saison ab - und erklärt PSG mit Trainer Thomas Tuchel zum Meister. Der Klub freut sich bei Twitter, die Reaktionen sind geteilt.

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Rien ne va plus! Nichts geht mehr im französischen Fußball.

Thomas Tuchel ist mit Paris Saint-Germain beim Saisonabbruch der französischen Fußball-Liga der Meistertitel zugesprochen worden.

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Der Liga-Verwaltungsrat teilte in einer Telefon-Pressekonferenz als erste europäische Top-Liga den nicht mehr überraschenden Schritt mit.

Premierminister Édouard Philippe hatte in seiner Rede vor der Nationalversammlung schon zwei Tage zuvor eine Wiederaufnahme des seit Mitte März ruhenden Spielbetriebs in dieser Saison für unmöglich erklärt.

"Diese Aussage war eindeutig", erklärte Ligapräsidentin Nathalie Boy de la Tour: "Wir mussten deshalb eine feste und endgültige Entscheidung für die aktuelle Spielzeit treffen. Die Saison 2019/20 ist vorbei".

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PSG-Meistertweet spaltet die Fans

Die Tabelle nach dem 28. Spieltag wurde schließlich gewertet. PSG lag dabei zwölf Punkte vor Olympique Marseille. Alles andere als der Titel für Neymar, Kylian Mbappé und Co. wäre nicht zu erklären gewesen.

Für den Ex-Dortmund-Coach Tuchel ist es die zweite Meisterschaft im zweiten Jahr. PSG feierte sogleich auf Twitter seine neunte Meisterschaft, womit nur noch ein Titel zu Rekordmeister AS Saint-Etienne fehlt.

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Der Jubel als #CHAMPI9NSATHOME fand erwartungsgemäß nicht nur Zustimmung, der eine oder andere User fragte nach, ob sich PSG denn nicht schäme, diesen Abbruch-Titel derart euphorisch zu feiern.

"Wir möchten diesen Titel dem Gesundheitspersonal und allen alltäglichen Helden an vorderster Front widmen, deren Engagement und Selbstaufopferung über viele Wochen unsere tiefste Bewunderung verdient haben", sagte PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi.

Marseille und Rennes in Champions League - Lyon komplett raus

Marseille und Stade Rennes belegen die Plätze zwei und drei und ziehen damit neben PSG in die Champions League bzw. die Qualifikation zur Königsklasse ein.

In Sachen Europacup-Teilnahme ist Champions-League-Achtelfinalist Olympique Lyon der große Verlierer. Der frühere Serienmeister ist erstmals seit über 20 Jahren gar nicht international vertreten.

Kein Wunder, dass OL-Präsident Jean-Michel Aulas am Mittwoch noch schnell die Idee von Playoffs ins Spiel gebracht hatte - ohne Erfolg.

Der frühere Serienmeister hielt sich einen Einspruch gegen die Wertung explizit offen. "Uns geht eine große Chance verloren. Die Verluste für den Klub belaufen sich auf mehrere Millionen Euro", sagte Präsident Jean-Michel Aulas der französischen Nachrichtenagentur AFP sowie der Zeitung Le Progres.

Absteigen sollen Amiens und der FC Toulouse, was noch zu juristischen Streitereien führen könnte. Olympique Nimes darf trotz Relegationsplatz 18 ohne weitere Spiele in der Liga bleiben, lediglich der FC Lorient und RC Lens werden aus der Ligue 2 aufsteigen.

Ligapräsidentin beklagt "vorherrschende Kakophonie"

LFP-Präsidentin Boy de la Tour beklagte eine "vorherrschende Kakophonie" im französischen Fußball. Das sei angesichts der Covid-19-Pandemie wenig angebracht, sagte sie laut Nachrichtenagentur AFP.

Der Verband habe sich wenig in den Medien geäußert und hart gearbeitet, um Lösungen für den französischen Fußball zu finden, "der eine beispiellose Krise durchläuft", sagte sie.

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Wo spielen PSG und Lyon die Champions League?

Vorbei ist die Saison für einige französische Clubs aber nicht. Insbesondere PSG, aber auch Lyon, setzen noch auf die Champions League. PSG-Boss al-Khelaifi will dafür notfalls auch im Ausland spielen, sollte es in Frankreich nicht möglich sein.

SPORT1 erfuhr aus dem Umfeld der UEFA, dass der europäische Fußball-Verband bereits an den verschiedenen Szenarien arbeitet und Lösungsvorschläge rund um PSG und Lyon diskutiert.

Vorher müsste in Frankreich aber erstmal wieder Teamtraining erlaubt sein.

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Die Finals im nationalen Pokal (zwischen Paris und AS Saint-Etienne) und im Ligapokal sollen eventuell Anfang August im Ausland nachgeholt werden. Sollte dies nicht möglich sein, könnten Stade Reims und OGC Nizza als Fünfter und Sechster der Liga in die europäischen Wettbewerbe nachrücken.

Der Saisonabbruch ist für die französischen Clubs mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden. Mehr als 100 Millionen Euro entgehen den Clubs an TV-Geldern, dazu kommen fehlende Einnahmen durch Ticketing und Sponsoring.

In Frankreich gelten seit dem 17. März strenge Ausgangsbeschränkungen. Frankreich ist von der Pandemie hart getroffen. Bislang starben mehr als 24 000 Menschen.

Auch 2. und 3. Liga werden abgebrochen

Neben der Ligue 1 werden auch die zweite und dritte Liga bei den Männern abgebrochen, auch die höchste Frauenspielklasse wird vorzeitig beendet.

Zwar hätten die Ligue 1 und 2 ab Anfang August wieder Geisterspiele bestreiten können, doch bei zehn noch ausstehenden Spieltagen - sogar elf bei Meister Paris Saint-Germain - wäre dieses Unterfangen kaum mehr realisierbar gewesen

Die neue Spielzeit soll schon am 23. August beginnen. Ursprünglich wollte die Liga ab Mitte Juni den Spielbetrieb fortsetzen.