Neymar bedauert den Abgang von Lucas Moura (l.)
Neymar bedauert den Abgang von Lucas Moura (l.) © Getty Images

Paris muss aufgrund des Financial Fairplays Transfereinnahmen generieren. Dafür wurde Lucas an Tottenham verkauft. Doch der wahre Grund ist ein anderer.

von Ljubo Herceg

Paris Saint-Germain muss aufgrund der Wechsel von Neymar und Kylian Mbappe sowie des UEFA Financial Fairplays Transfereinnahmen generieren. Ansonsten droht dem Scheich-Klub erneut Ärger - wie schon 2014.

Dafür wurde am letzten Tag der Transferperiode Flügelflitzer Lucas Moura an Tottenham Hotspur verkauft, so die offizielle Verlautbarung. 

Doch der wahre Grund ist ein ganz anderer.

Neymar wütend wegen Lucas-Deal

Sein brasilianischen Freund und Team-Kollege Neymar machte kurz nach dessen Transfer sofort seinem Unmut Luft: "Ich bin traurig, denn er ist ein guter Freund", sagte der Superstar. "Er ist ein starker Spieler, der kaum zum Einsatz kam. Ich denke, das ist sehr unfair. Er ist mein Fußball-Buddy, und ich wünsche ihm nur das Beste."

Coach Unai Emery reagierte auf die indirekte Kritik seines Superstars.

Emery lässt Neymar-Kritik abprallen

"Das ist normal. Sie sind Freunde, sie sind Brasilianer und sie spielten zusammen in der Nationalmannschaft", sagte Emery auf einer Pressekonferenz am Freitag. "Ich wünsche Lucas nur das Beste. Er hatte nicht die Möglichkeit, ein Leistungsträger im Team zu sein. Daher war es für ihn das Beste, Paris zu verlassen. Tottenham ist eine gute Wahl. Er wird sich weiter entwickeln und wachsen."

Tottenham bezahlte 28,4 Millionen Euro für Lucas. Im Vergleich zu den Pariser Ausgaben für Neymar (222 Millionen Euro) und Mbappe, der nach seiner Leihe im Sommer für 180 Millionen Euro von der AS Monaco gekauft werden muss, eigentlich nur Peanuts.

Es sind aber immerhin erste Einnahmen. Im Sommer müssen weitere folgen.

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Allerdings vermeldet die bestens informierte Zeitung Le Parisien, dass Lucas gehen musste, weil der Brasilianer als einer der Störenfriede beim französischen Top-Klub ausgemacht wurde.

Maulwurf plaudert PSG-Interna aus

Der sportlichen Führung missfiel, dass immer wieder Interna aus der Kabine an die Medien gerieten. Lucas und Hatem Ben Arfa wurden als Maulwürfe entlarvt.

Unter anderem wurde nach dem Elfer-Zoff publik, dass es zu Handgreiflichkeiten zwischen Neymar und Edinson Cavani in der Umkleide kam. Mannschaftskollegen mussten dazwischengehen und schlichten.

Deshalb hatte PSG-Coach Unai Emery bereits Anfang des Jahres gesagt, dass beide keine Zukunft mehr bei Paris haben.

Während Lucas vom Hof gejagt wurde, fand der Tabellenführer der Ligue 1 jedoch für Ben Arfa im Winter keinen Abnehmer. 

Dabei ist PSG einerseits auf Transfer-Erlöse angewiesen, andererseits stört jede Unruhe die hehren Ziele des ambitionierten Scheich-Klubs. Im Achtelfinale am 14. Februar 2018 wartet auf Neymar und Co. niemand Geringeres als Real Madrid (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER). Ein frühes Ausscheiden wäre katastrophal.