Paris Saint-Germain feiert in Nantes den nächsten Sieg. Eine unfassbare Aktion des Schiedsrichters steht im Mittelpunkt. Seine Entschuldigung ist eher peinlich.

Ein Fall, ein Tritt, ein Platzverweis: Schiedsrichter Tony Chapron hat beim 1:0-Sieg in der französischen Ligue 1 von Paris St. Germain am Sonntag beim FC Nantes für Fassungslosigkeit gesorgt.

In der Nachspielzeit ließ er sich zu einem Nachtreten hinreißen. Die Konsequenz folgte sogleich.

Die skurrile Szene lief so ab: Nachdem sich die Laufwege von Nantes-Spieler Diego Carlos und dem Unparteiischen versehentlich gekreuzt hatten, fiel Chapron zu Boden und trat noch am Boden liegend mit gestrecktem Bein gegen den Verteidiger nach. Aber nicht genug. Chapron zeigte dem verdutzten Brasilianer zudem wegen unsportlichen Verhaltens die Gelb-Rote Karte (90.+1).

Skandal-Schiri mit peinlicher Entschuldigung

Der französische Fußball-Verband FFF reagierte schnell. Am Montag suspendierte die FFF Chapron mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres. Eigentlich hätte er das Spiel am Mittwoch zwischen SCO Angers und ES Troyes AC leiten sollen. Zudem muss er sich vor der Disziplinarkommission der Liga verantworten.

Am Abend erklärte die Disziplinarkommission der französischen Liga, dass die zweite Gelbe Karte für Carlos zurückgenommen und der Spieler damit nicht gesperrt werde.

Tony Chapron ist seit 14 Jahren Ligue-1-Schiedsrichter © Getty Images

Chapron rechtfertigte sich daraufhin eher halbherzig, seine Reaktion sei "ungeschickt" und "unangemessen" gewesen: "Bei der Kollision habe ich einen starken Schmerz in meinem Rücken gespürt, an dem ich kürzlich verletzt war. Meine unglückliche Reaktion war, mein Bein dem Spieler entgegenzustrecken", sagte er in einem AFP-Statement.

Was bleibt ist die Häme im Netz. Chaprons Wikipedia-Eintrag wurde sofort um den Skandal ergänzt. Auch bei Twitter war die Szene Top-Thema. Ein User äußerte sich: "22 Professionelle und ein Amateur." Ein anderer schrieb: "Und der neue WWE-Champion ist Tony Chapron".

Nantes-Profi fordert lange Sperre

Nantes' Mittelfeldspieler Valentin Rongier, der die Szene auf dem Feld gut im Blick hatte, forderte eine längere Sperre für den Schiedsrichter. "Er sagte, er ist ausgerutscht, aber ich weiß, dass er ihn getreten hat", sagte Rongier bei Canalplus: "Ich weiß, es ist sehr schwer, Schiedsrichter zu sein, aber von Zeit zu Zeit muss man sie infrage stellen. Wenn wir das getan hätten, hätten wir eine Zehn-Spiele-Sperre bekommen."

Ausgangspunkt für die skurrile Szene war ein unabsichtlicher Zusammenprall einige Meter vor dem Strafraum vom FC Nantes. Die Laufwege von Diego Carlos und des Unparteiischen hatten sich - versehentlich - gekreuzt. Chapron, seit 14 Jahren als angesehener Schiedsrichter in der Ligue 1 unterwegs, war jedoch anderer Meinung.

"Das ist ein Witz"

Nantes-Präsident Waldemar Kita stellte ihn nach der Partie zur Rede, dieser betonte jedoch beharrlich, dass er den Spieler nicht treten wollte, aber "einen Stoß im Rücken gespürt" habe.

"Das ist ein Witz. Ich habe über 20 Nachrichten aus ganz Europa bekommen und alle sagen, dass der Schiedsrichter ein Witz ist", sagte Kita im französischen Fernsehen: "Was soll ich sagen? Wenn ich zu viel sage, werde ich vor eine Ethikkommission gestellt. Wir haben kein Recht, irgendwas zu sagen."

Sportlich entschied übrigens Angel Di Maria mit seinem Tor in der 12. Minute für PSG, das ohne Superstar Neymar antrat, die Partie. Weltmeister Julian Draxler und Torwart Kevin Trapp kamen nicht zum Einsatz.

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