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München - Kai Havertz erzielt in neuer Rolle und mit neuem Offensivpartner seine ersten drei Tore für den FC Chelsea - das Erfolgsrezept auch für größere Gegner?

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Es war ein Spiel, bei dem Kai Havertz normalerweise nicht unbedingt dabei gewesen wäre.

Auf acht Positionen hatte Frank Lampard, Trainer des FC Chelsea, sein Team verändert nach der mit 0:2 verlorenen Standortbestimmung gegen den FC Liverpool.

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Im Pokalwettbewerb Carabao Cup schonte Lampard den Großteil seiner Stammspieler, Havertz nicht. Eine Entscheidung, bei der sich der frühere Star-Spieler etwas dachte. Und der Gedanke erwies sich als richtig.

Mit einem Dreierpack beim 6:0 gegen den Zweitligisten FC Barnsley tat Havertz etwas für sein Selbstbewusstsein - und gegen die aufkeimenden Debatten, ob der 80-Millionen-Transfer von Bayer Leverkusen in der neuen Umgebung Anlaufschwierigkeiten hat.

Lampard: "Der erste von vielen großen Abenden"

"Der Abend ist so geworden, wie ich ihn mir für ihn erhofft hatte", kommentierte Lampard: "Kai war nicht bei der Saisonvorbereitung dabei und der Transfer hat ihn auch Zeit gekostet." Ihm mehr Spielpraxis zu geben als anderen, sei daher sinnvoll.

Der 21-Jährige machte das Beste daraus, sehr zu Lampards Freude: "Es war der erste von vielen großen Abenden, die er hier haben wird."

Havertz selbst äußerte sich vorsichtiger, aber merklich erleichtert: "Ich bin sehr glücklich, mein erstes Chelsea-Tor erzielt zu haben, glücklich über den Sieg, die drei Treffer – und ich hoffe, dass wir so weitermachen."

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Die englische Presse reagierte mit Wohlwollen auf Havertz' Leistung. "Havertz erweist seinen Wert", schrieb die Sun. "Kai high", wortspielte der Daily Mirror, "der Neuzugang bringt seine Kritiker zum Schweigen."

Kai Havertz harmoniert auf neuer Position mit Tammy Abraham

Lampard hatte Havertz in den ersten beiden Ligaspielen gegen Brighton und Liverpool als Rechtsaußen eingesetzt, wo diesmal der frühere Bayern-Flirt Callum Hudson-Odoi (19) agierte und mit dem zwei Jahre älteren Mason Mount eine junge Flügelzange bildete.

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Havertz spielte im Zug einer Systemumstellung (4-2-3-1 statt 4-3-3) im offensiven Mittelfeld, wo er auch für Leverkusen häufiger aktiv war und sich wohler zu fühlen schien - wobei er auch gut mit Stürmer Tammy Abraham (22) harmonierte.

Chelseas Top-Torjäger der vergangenen Saison wurde in den ersten beiden Ligaspielen für den im Zentrum eingesetzten Timo Werner geopfert, diesmal saß Werner auf der Bank und Abraham motiviert, sich zu zeigen: Er war an allen Toren von Havertz beteiligt, schoss selbst eins, sein Auftritt war rundum gelungen.

Das Zusammenspiel der beiden zu testen, war ein erklärtes Ziel von Lampards Aufstellung: Havertz sollte Gelegenheit bekommen, "unser Spiel ohne Ball zu verinnerlichen, aber auch etwas Freiheit am Ball bekommen, mit Tammy kombinieren".

Wie gut das alles gegen größere Gegner funktioniert, ist damit natürlich noch nicht gesagt, aber aufbauen kann Havertz auf diesen gelungenen Abend definitiv.

Luxus-Offensive als zweischneidiges Schwert

Davon abgesehen war das Spiel auch ein Ausweis von Chelseas bemerkenswerter Kadertiefe, gerade in der Offensive. Die Alternativ-Besetzung, mit der Lampard gegen Barnsley mal eben etwas rumprobierte, hat einen kombinierten Marktwert von an die 200 Millionen Euro.

Werner wurde nicht gebraucht, dafür holte Lampard noch Edelreservist Olivier Giroud aus der Hinterhand, der sich ebenfalls noch in die Torschützenliste eintrug.

Der Rückschlag gegen Liverpool ändert nichts an den gewaltigen Ambitionen, die der Klub des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch mit dieser Luxusbesetzung haben kann, haben muss.

Der Druck, das Potenzial auch auszuschöpfen, wird hoch bleiben - auf Havertz, Werner und alle anderen.