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Atlético Madrid lässt erneut Punkte liegen - und verliert auch noch einen wichtigen Spieler. Geht den Colchoneros im Schlussspurt der La Liga die Luft aus?

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"Atlético verliert alles... bis auf die Tabellenführung." 

Die Titelzeile der Marca war am vergangenen Sonntagabend gewohnt reißerisch formuliert - aber auch mit einer ganzen Menge Wahrheitsgehalt. 

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Beim 1:1 bei Real Betis verlor Atlético nämlich zwei weitere Punkte im Kampf um den Titel - und vielleicht auch noch einen wichtigen Spieler. Es ist nicht viele Wochen her, da standen die Colchoneros ganze zehn Punkte vor den Verfolgern - Real Madrid und dem FC Barcelona. Nun ist der Vorsprung auf nur einen Punkt auf Real und zwei auf Barca geschmolzen. (Service: TABELLE von La Liga)

In der spanischen Hauptstadt stellen sich Fußball-Fans und -Experten schon jetzt eine Frage: Hat Atléti die Meisterschaft bereits verspielt? 

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Bitterer Lauf von Atlético

Wenn der Trend anhält, dann dürfte die Antwort "Ja" lauten. 

Atlético hat nur eine der letzten vier Partien gewonnen und dabei insgesamt nur zwei Treffer erzielt. Klar, viele Tore hat das Team von Diego Simeone in den letzten Jahren nie zum Sieg gebraucht. In den vergangenen Partien fiel die Offensive allerdings mit Ideenlosigkeit und teilweise sogar Ratlosigkeit auf. 

Wenn die Mannschaft dann doch zu Chancen kommt, dann zeigt sie ungewohnte Schwächen bei deren Verwertung. Das zeigte sich auch bei Betis - zum Beispiel als Angel Correa in der Schlussphase zweimal an Sevillas Schlussmann Claudio Bravo scheiterte. 

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Das zeigte auch die Abhängigkeit von Stürmerstar Luis Suárez, der bei Betis wegen einer Gelbsperre aussetzen musste. Außerdem kam bei dem enttäuschenden Remis noch eine bittere Nachricht für alle Atlético-Fans hinzu.

Joao Félix verletzt sich

Zum Ende der ersten Halbzeit verletzte sich nämlich Shootingstar Joao Félix bei einem unglücklichen Tackling. Kurz nach Wiederanpfiff zwang ihn diese Verletzung vom Feld. Im der Abwesenheit des Portugiesen litt die Kreativität der Madrilenen noch mehr.

Der 21-Jährige hatte Probleme am Sprunggelenk, Coach Simeone hofft, dass alles nicht so wild ist. "Er hat Schmerzen, die ihn nicht so spielen lassen, wie er will. Wir hoffen, dass er uns nächste Woche helfen kann", sagte der temperamentvolle Argentinier über den 127-Millionen-Neuzugang aus dem Sommer 2019. 

Würde Félix gegen Eibar am kommenden Wochenende fehlen, dann wäre das ein herber Schlag für Atlético. In der Offensive brauchen die Colchoneros unbedingt alle Durchschlagskraft, die sie aufbringen können. 

Es droht nämlich seit langer Zeit wieder der Verlust der Spitzenposition. 

Barca und Real zurück zu altem Glanz?

Die Schwächephase von Atlético hat längst die Giganten des spanischen Fußballs auf den Plan gerufen.

Der FC Barcelona und Real Madrid kommen zusammen auf 60 spanische Meisterschaften. Die letzten sechs Ligatitel haben sie unter sich ausgemacht (vier an Barca, zwei an Real). Davor hatte Atlético die Dominanz der stolzen Klubs in einem Jahr unterbrechen können. 

Zuletzt haben die beiden Klubs allerdings eine ganze Menge von dem Glanz verloren, den sie eigentlich ausstrahlen.

Real sucht nach dem Abgang von Cristiano Ronaldo noch immer nach einem adäquaten Nachfolger. Bei Barca ist Lionel Messi schon lange kein Außerirdischer mehr und der horrende Schuldenberg trägt auch nicht gerade dazu bei, dass man in Katalonien an eine rosige Zukunft denkt. 

Der aktuelle Trend könnte zumindest einen der beiden Klubs nun wieder zu annähernd alter Stärke führen. 

Wer profitiert von Atléticos Schwächephase?

Am vergangenen Samstagabend konnte Real den großen Rivalen aus Barcelona im Clásico mit 2:1 bezwingen. Dadurch haben die Königlichen die Katalanen überholt und vielleicht die besten Karten im Meisterrennen. 

Das Restprogramm der drei Teams rund um die Tabellenspitze erscheint recht ausgeglichen. Mit einer Ausnahme: Am 9. Mai empfängt der FC Barcelona Atlético Madrid zum ultimativen Showdown im Camp Nou. (Service: SPIELPLAN von La Liga)

Es ist gut möglich, dass Real dabei der lachende Dritte ist. Nach dem Erfolg im Clásico hatten die Königlichen schon an der Tabellenspitze übernachten dürfen. Gut möglich, dass sie dort bald dauerhaft stehen. 

Denn wer zehn Punkte Vorsprung in wenigen Wochen verspielt, dem könnte im Titelrennen die Luft ausgehen.