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Mit der Verpflichtung von Martin Braithwaite hat der FC Barcelona viele überrascht. Die Kritiker fühlen sich zunächst bestätigt, doch nun könnte sich das Blatt wenden.

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Am 20. Februar dieses Jahres nahm die Karriere von Martin Braithwaite eine überraschende Wendung.

Immerhin hatte der Däne an diesem Tag beim großen FC Barcelona unterschrieben. Nach Stationen in Esbjerg, Toulouse, Bordeaux, Middlesbrough und Leganés war der Stürmer nun auf der ganz großen Fußball-Bühne angekommen.

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Doch warum eigentlich? Das fragten sich viele Fans - vor allem die der Blaugrana - so mancher Experte und vielleicht ja auch Braithwaite selbst. 

Was will Braithwaite im Camp Nou?

Klar, Braithwaite hatte in Leganés - einer kleinen Stadt nahe Madrid - sehr ordentliche Leistungen abgeliefert. In 48 Spielen erzielte der Mittelstürmer dort 13 Tore und bereitete weitere acht Treffer vor. Doch Barca dürfte wohl der einzige Top-Klub gewesen sein, bei dem diese Leistungen einen derartigen Eindruck hinterlassen hatten. 

Als Trumpf für Braithwaite stellte sich heraus, dass die Katalanen in Panik geraten waren. Nach der Verletzung von Luis Suárez musste schnell ein Ersatz gefunden werden. Und erschwingliche Stürmer werden im Februar eben auch nicht an die Playa de Bogatell - einen der berühmten Stadt-Strände von Barcelona - angespült. 

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18 Millionen Euro musste Barca trotzdem noch an Leganés überweisen. Ganz günstig ist Braithwaite als Panikkauf, oder auch als Nottransfer - wie der Deal oftmals bezeichnet wurde - aber auch nicht gewesen. Interessanterweise wurde Braithwaite drei Wochen nach der Partie des FC Barcelona gegen Leganés verpflichtet. Das Achtelfinale des Copa del Rey hatte 5:0 für Barca geendet. Eigentlich nicht das beste Bewerbungsschreiben für den Dänen.

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Die Anfangszeit in Katalonien lief für den 29-Jährigen dann auch nicht sonderlich gut. Braithwaite kam auf elf Spiele - meist Kurzeinsätze. Dabei erzielte er ein Tor beim 4:0-Auswärtssieg auf Mallorca. 

Die Kritiker der Verpflichtung schüttelten den Kopf heftiger und fühlten sich bestätigt. Was will Braithwaite im legendären Camp Nou?

Braithwaite plötzlich wichtig

Die Verantwortlichen der Katalanen schienen es selbst nicht mehr zu wissen und wollten Braithwaite nach nur wenigen Monaten wieder loswerden. Der FC Everton und West Ham United standen offenbar als mögliche Abnehmer bereit, ein Transfer ergab sich schließlich aber nicht. 

Zum Glück für alle Beteiligten, wie sich nun herausstellt. Denn einige Monate später scheint sich das Blatt nun so langsam zu wenden - und zwar seit ziemlich genau vor gut einer Woche. 

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Zu Beginn der Spielzeit war nämlich keine Besserung in Sicht. Zunächst musste Braithwaite wegen einer Muskelverletzung pausieren, dann kam er erneut nur von der Bank. Bis zum 24. November, als er dann in der Champions League bei Dynamo Kiew von Beginn an ran durfte und vollends überzeugte.

Zwei Tore und einen Assists steuerte der Stürmer beim 4:0 in der Ukraine bei. Und fünf Tage später traf er auch beim 4:0 gegen CA Osasuna zum 1:0 - sein erstes Tor im Camp Nou. 

Bei dem krisengebeutelten Barca gilt Braithwaite nun plötzlich als ein echter Hoffnungsschimmer. Der Grund dafür ist auch in seinem Spielstil zu suchen. 

Koeman ist mit Braithwaite zufrieden

Der dänische Nationalstürmer ist keiner, der in einer Partie eine omnipräsente Rolle einnimmt.

Eher ist er ein unauffälliger Stürmer, der ohne viele Ballkontakte auskommt. Dafür ist er in der Bewegung ohne Ball sehr wichtig. Die anderen Offensivspieler - wie Lionel Messi und Antoine Griezmann - profitieren von seinen Laufwegen. 

Laut Marca ist Ronald Koeman äußerst zufrieden mit Braithwaite, der daher in der restlichen Spielzeit noch eine wichtige Rolle bei Barca spielen könnte. Schon heute winkt ihm in der Champions League in Budapest der nächste Einsatz, weil Koeman im Wissen um Braithwaites Form Messi eine Pause gönnt (Champions League: Ferencvaros Budapest - FC Barcelona, ab 21 Uhr im LIVETICKER).  

Der Däne hat in Katalonien noch einen Vertrag bis 2024. Derzeit scheint es, als könnte seine Zukunft doch in Barcelona liegen. Dazu muss Braithwaite seine zuletzt guten Leistungen nun bestätigen.