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Eine Rasselbande - und mittendrin Lionel Messi: So könnte der neue FC Barcelona von Ronald Koeman aussehen. Der Barca-Coach macht aus der (Finanz-) Not eine Tugend.

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Lionel Messi bleibt beim FC Barcelona, immerhin. 

Dass der argentinische Weltstar nach dem Beinahe-Abschied doch noch Bestandteil der Katalanen ist, dürfte allerdings eine der wenigen Konstanten der anstehenden Saison sein.

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Inmitten der größten Barca-Krise muss der neue Cheftrainer Ronald Koeman ein runderneuertes Team basteln, das trotz der prekären finanziellen Lage möglichst kompetitiv sein soll.

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Für den niederländischen Coach kein leichtes Unterfangen, denn mit Arthur, der bei Juventus Turin anheuerte und Ivan Rakitic (FC Sevilla) wurden schon zwei Leistungsträger verabschiedet - und weitere sollen folgen.

Suárez und Vidal vor dem Abschied

So wird mit einem baldigen Abschied von Luis Suárez gerechnet, der unter Koeman keine Zukunft mehr hat. Der Uruguayer steht ganz oben auf der Liste von Juventus Turin, sein Wechsel hakt allerdings derzeit noch

Mit Arturo Vidal steht Barcelonas nächster Ü-30-Spieler auf dem Sprung in die Serie A. Der frühere Bayern-Star dürfte in der kommenden Saison das Trikot von Inter Mailand tragen, auch wenn auch hier noch einige Vertragsdetails zu klären sind.

Doch nicht nur die "Altherren-Fraktion" des spanischen Eliteklubs steht zur Disposition - auch einige jüngere Spieler könnten Barca demnächst verlassen. So schreibt die Marca, Rechtsverteidiger Nelson Semedo (26) stehe ebenfalls auf der Abschussliste und soll durch Hector Bellerin ersetzt werden.

Der schnelle Arsenal-Profi, an dem gerüchteweise auch der FC Bayern interessiert sein soll, wäre demnach für 20 bis 25 Millionen Euro zu haben.  

Koeman setzt voll auf Coutinho 

Weil Barca angesichts horrender Verbindlichkeiten dringend auf frisches Geld angewiesen ist, könnte es auch noch drei weitere Profis erwischen, die nach dürftigen Leistungen im vergangenen Jahr für entbehrlich gehalten werden: Samuel Umtiti, Martin Braithwaite und Ousmane Dembélé.

Der frühere Dortmunder, der vor gut drei Jahren für weit über 100 Millionen Euro nach Barcelona wechselte, hat allerdings längst nicht mehr den gleichen Transferwert wie 2017.

Als Lichtblick für die kommende Spielzeit gilt mittlerweile einer, den sie noch vor Kurzem am liebsten nicht mehr im Barca-Trikot gesehen hätten: Philippe Coutinho. Da aber der FC Bayern nicht gewillt war, die 120-Millionen-Euro-Klause für den Mittelfeldstar zu bezahlen, hat sich Coutinho wieder in Barcelona eingefunden.

Für Koeman ist die Rückkehr des Brasilianers elementar, was der neue Coach seinem Schützling schon vor einigen Wochen klarmachte. "Koeman rief ihn direkt nach dem Champions-League-Sieg mit Bayern am folgenden Tag an und sagte ihm, dass er ein großer Teil seiner Pläne ist und er es gerne hätte, dass er zurückkehrt", verriet Coutinhos Berater Kia Joorabchian bei Talksport.

"Keine Angst, junge Leute zu bringen"

Und auch Coutinho selbst scheint Feuer und Flamme für Koemans neues Projekt. Schon einige Tage vor dem offiziellen Trainingsbeginn findet sich der 28-Jährige am Trainingszentrum ein, "weil er seinen Schwung und seine Fitness nicht verlieren wollte", wie Joorabchian erklärte.

Dabei deutet derzeit einiges darauf hin, dass Koeman von Barcelonas langjährigem Erfolgsmodelll, dem 4-3-3, abrückt und stattdessen auf ein 4-2-3-1 setzt. Dort würde Coutinho die 10er-Position bekleiden, während Messi auf der rechten Seite wirbeln soll.

Links könnte Neuzugang Trincao die Dreierreihe komplettieren. Der 20 Jahre alte Portugiese kam für 31 Millionen Euro von Sporting Braga und könnte ein Profiteur von Koemans Jugendstil werden.

Dass der frühere Barca-Spieler voll auf die Karte Jugend setzt, machte er bereits vor einem Jahr deutlich, als er einem katalanischen TV-Sender seine Philosophie erklärte. "Wir sind Holländer, wir haben keine Angst, junge Leute zu bringen."

Wijnaldum-Transfer geplatzt?

Koemans Vorgänger, der geschasste Quique Setien, hatte zwar ähnliche Ambitionen, scheiterte aber offensichtlich an internen Strömungen, die einen radikalen Umbau verweigerten.  

Nun aber sieht es tatsächlich so aus, als könne Koeman seine Ideen in die Tat umsetzen. So bleibt dem 17 Jahre alten Supertalent Pedri, der unter anderen mit dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach in Verbindung gebracht wurde, eine Leihe erspart. 

Verzichten muss Koeman dagegen wohl auf seinen Landsmann Georginio Wijnaldum, der schon kurz vor einem Wechsel nach Barcelona stand. Der Mittelfeldstar, den der 57-Jährige aus seiner Zeit als Oranje-Trainer schätzt, bleibt nun offenbar doch beim FC Liverpool. 

Immerhin hat Koeman mit Frenkie de Jong einen Spieler, den er schon in der Elftal gefördert hatte - und der mit seinen 23 Jahren ebenfalls gut in die Jugendpläne des neue Trainers passt.