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München - Lionel Messi hat die Welt mit seinem Wechsel-Wunsch geschockt. Er will ablösefrei gehen, der FC Barcelona sieht das anders. Es droht ein Streit um seine Klausel.

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Es ist das wohl wichtigste Fax seit Michael Jordan vor 25 Jahren sein Comeback angekündigt hat.

Wie der Verein am Dienstagabend bestätigte, hat Megastar Lionel Messi dem FC Barcelona durch seine Anwälte mitteilen lassen, er wolle seinen Vertrag kündigen und damit nach 20 Jahren den Klub verlassen.

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Dieser Hammer ging um die Welt, aber nun wird es kompliziert. Denn Messi hat nicht umsonst seine Anwälte vorausgeschickt. Zu welchen Bedingungen er Barca verlassen darf, ist nämlich äußerst umstritten.

"Wenn ich der Präsident wäre, würde ich keinen Euro entgegenkommen. Wenn Messi für weniger geht, als das, was in der Klausel verankert ist, wird es erniedrigender sein als das 2:8", sagte Barcelonas Ex-Präsident Joan Gaspart im Radio-Interview mit der Marca.

Klausel im Messi-Vertrag als Streitpunkt

Die Klausel ist der Schlüssel. Messis Vertrag läuft eigentlich noch bis 2021 - samt einer Ausstiegsklausel von 700 Millionen Euro, bei seiner Verlängerung 2017 ließ sich der Argentinier jedoch festschreiben, dass er jedes Jahr im Sommer kündigen und damit ablösefrei gehen könnte.

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Dies bestätigte der aktuelle Klubpräsident Josip Maria Bartomeu bereits im September 2019: "Leo Messi hat eine Klausel, die ihm den Ausstieg ermöglicht. Es ist genauso wie bei den letzten Verträgen von Xavi, Puyol und Iniesta. Das sind alles Spieler, die diese Freiheit verdienen."

Teamkollege Gerard Piqué hatte es zuvor bereits bei der Mundo Deportivo ausgeplaudert: "Messi kann am Ende jeder Saison ablösefrei wechseln."

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Barcelona pocht auf 700 Millionen

Piqués Wortwahl ist dabei entscheidend. Der Klub geht davon aus, dass Messi diese Klausel bis zum 10. Juni - 20 Tage vor dem offiziellen Saisonende - hätte aktivieren müssen, da er das nicht tat, steht er weiter unter Vertrag.

"Er wird erst 2021 gehen. Ich habe den Vertrag gesehen und es ist sehr klar. Die Klausel endete im Juni und es gibt kein Zurück. Es gibt eine Klausel in Höhe von 700 Millionen und die Verträge werden unterzeichnet, um sie zu erfüllen", betonte Gaspart.

Durch die Coronakrise wurde die Saison aber erst mit dem Finaltriumph des FC Bayern in der Champions League beendet, demnach würde sich das offizielle Saisonende vom 30.6. ebenfalls nach hinten verschieben - und Messi dürfte kündigen.

Nach Informationen der Marca gibt es von Barca und der FIFA unterschriebene Schriftstücke, die klarstellen, dass eine Saison erst mit der letzten Partie endet.

Rosenkrieg um das Geld?

Im schlimmsten Fall könnte also ein Rechtsstreit zwischen dem Klub und dem besten Spieler seiner Geschichte drohen. Mit der 2:8-Blamage gegen den FC Bayern und den finanziellen Schwierigkeiten - nicht nur dank Covid-19 - ist es der nächste Tiefschlag für die stolzen Blaugrana.

Ihr Gesicht kann die Fraktion um den 2021 scheidenden Präsidenten Bartomeu wohl nur wahren, wenn sie Messi doch noch zum Bleiben überredet oder ihm einen ehrenvollen Abschied ermöglicht - mit einem Ablöse-Kompromiss.

Einen Rosenkrieg will bei den Katalanen niemand, mit einem Verkauf würde man schließlich auch Messis exorbitant hohes Gehalt sparen, das den Klub mit Steuern jährlich rund 100 Millionen Euro kostet, und könnte einen kompletten Neuaufbau angehen.

So oder so ist der FC Barcelona derzeit ein Pulverfass.