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München - Der FC Barcelona macht Ernst und kündigt einen Großumbau des Kaders an. Der neue Coach soll ein Antrittsgeschenk erhalten, zahlreiche alternde Stars stehen vor dem Aus.

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Am Montagabend machte der FC Barcelona deutlich, dass er es ernst meint mit dem geplanten Neustart nach dem 2:8-Debakel gegen den FC Bayern in der Champions League.

Drei Breaking News veröffentlichten die Katalanen bei Twitter - binnen 71 Minuten. Der Entlassung von Trainer Quique Setién (20.15 Uhr) folgte die Verschiebung der Präsidentschaftswahlen (21.07 Uhr) und die Bekanntgabe einer Knie-Operation bei Torwart Marc-André ter Stegen (21.26 Uhr). Am Dienstagnachmittag folgte dann noch die Entlassung von Sportdirektor Éric Abidal (16.06 Uhr).

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Während ter Stegen nach dem schon länger geplanten Eingriff den Neustart von der Tribüne aus verfolgen muss und bis November ausfällt, haben die anderen beiden Neuigkeiten direkte Auswirkungen auf die geplante Neu-Ausrichtung des spanischen Topklubs.

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Die Wahl des neuen Präsidenten dürfte vor allem Lionel Messi und seine Fans aufhorchen lassen. Bislang sollte diese im Sommer 2021 stattfinden, nun wurde sie auf den ersten Spieltag nach dem 15. März verschoben. Messis Vertrag läuft bekanntlich im kommenden Sommer aus, seine Zukunft ist offen.

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Messi grübelt in Pyrenäen über seine Zukunft

Laut dem brasilianischen Sender Esporte Interativo habe Messi den Klub von einem Wechselwunsch unterrichtet, auch wenn ein Transfer des 33-Jährigen in diesem Sommer unwahrscheinlich erscheint.

Die Mundo Deportivo berichtet deshalb auch, dass das Freigabe-Gesuch eher als Drohung in Richtung des umstrittenen Präsidenten Josep Bartomeu zu verstehen ist. Ob sich der 57-Jährige im März erneut zur Wahl stellen lässt, ist unklar. Messi - so ist in Spanien zu hören - ist mit Barcas Entwicklung unter Bartomeu äußerst unzufrieden.

Die Wahl auf März - und damit vor dem Auslaufen von Messis Vertrag am 30. Juni - vorzuziehen, ist deshalb ein kluger Schachzug, damit der Superstar rechtzeitig weiß, wer den Verein zukünftig lenkt.

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Messi soll sich laut der argentinischen Zeitung Olé nach der Schmach von Lissabon in den Pyrenäen aufhalten und über seine Zukunft grübeln.

"Es muss alles getan werden, um sicherzustellen, dass Messi seine Karriere in Barcelona beendet", forderte der frühere Barca-Stürmer Samuel Eto'o bei TyC Sports. "Ich möchte immer das Beste für Messi, aber der Verein ist Messi. Wenn er sich entscheidet, zu gehen, müssen wir versuchen, einen anderen Namen für den Verein zu finden."

Koeman soll Setién ersetzen

Die dritte Breaking News des Abends kam wenig überraschend, Setiéns Aus war schon während des Viertelfinal-Debakels nur noch eine Frage von Tagen. Barca fügte in die Presseerklärung allerdings einen bemerkenswerten Satz hinzu: "Der neue Trainer wird in den nächsten Tagen im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung der ersten Mannschaft bekanntgegeben werden."

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Beim neuen Coach dürfte es auf Ronald Koeman hinauslaufen, der aktuelle niederländische Nationaltrainer hat eine große Spieler-Vergangenheit bei Barca und bereits bestätigt, dass er die Katalanen gerne übernehmen würde. Als Co-Trainer wird der frühere Hoffenheimer Trainer Alfred Schreuder gehandelt.

Spannend wird auch die groß ankündigte Umstrukturierung des Kaders sein. Neben ter Stegen und Messi sollen lediglich die Kaderplätze von Ansu Fati, Frenkie de Jong und Riqui Puig sicher sein, alle anderen Spieler stehen zur Disposition.

Schon über 100 Millionen Euro Transferausgaben

Als Antrittsgeschenk für Koeman soll laut Le 10 Sport Donny van de Beek kommen, den Mittelfeldspieler von Ajax Amsterdam kennt der Bondscoach schon von der Nationalmannschaft.

Der 23-Jährige bildete bis 2019 gemeinsam mit de Jong die hochtalentierte Schaltzentrale bei Ajax und war in den letzten Monaten ausgerechnet bei Rivale Real Madrid im Gespräch. Die anfängliche Forderung von 70 Millionen Euro soll Amsterdam im Zuge der Corona-Auswirkungen mittlerweile auf 40 Millionen gesenkt haben.

Da Barca zudem in den vergangenen Monaten bereits über 100 Millionen Euro für die Sommer-Transfers von Miralem Pjanic (60 Mio., von Juventus), Trincao (31 Mio., von Braga), Matheus Fernandes (7 Mio., von Palmeiras) und Pedri (5 Mio., von Las Palmas) ausgegeben hat, müssen Einnahmen generiert werden.

Der Brasilianer Arthur wurde im Zuge des Pjanic-Deals bereits für 72 Millionen Euro zu Juve abgegeben, dazu zogen der FC Getafe sowie AS Rom die Kaufoptionen für die bisher ausgeliehenen Marc Cucurella (10 Mio.) und Carles Pérez (11 Mio.).

"Heiligen Kühen" droht das Aus

Die von den spanischen Medien drastisch bezeichnete "Säuberung" des Barca-Kaders ist also längst im Gange, dabei machen die Bosse auch vor großen Namen nicht halt. Der Entlassung von Abidal dürfte der Abgang diverser Stars folgen.

Die von der Marca als "Heiligen Kühe" bezeichneten Routiniers Jordi Alba, Gerard Piqué, Sergio Busquets, Ivan Rakitic und Luis Suárez stehen auch angesichts ihres fortgeschrittenen Alters vor einer offenen Zukunft, müssen aber in Zeiten von sinkenden Ablösen und Gehältern erst mal an den Mann gebracht werden. Nur bei Rakitic und Suárez laufen die Verträge im kommenden Jahr aus, der Stürmer ist ab einer bestimmten Anzahl von Einsätzen aber noch zwölf Monate länger gebunden.

Laut dem uruguayischen TV-Sender Teledoce denkt Ajax Amsterdam an eine Rückholaktion von Suárez, die Manchester Evening News bringen derweil mit Rakitic, Arturo Vidal, Ousmane Dembélé und Samuel Umtiti gleich vier Barca-Profis bei Manchester United ins Gespräch. Rakitic soll einen Wechsel zu den "Red Devils" jedoch ablehnen, im Falle von Vidal würde United angesichts seiner 33 Jahre nur einen Tauschhandel akzeptieren.

Piqué indes kündigte schon direkt nach dem Bayern-Debakel an, dass er einem Umbruch nicht im Weg stehen würde.

Stadion-Ausbau verschlingt fast 800 Mio. Euro

Die groß angekündigte "umfassende Umstrukturierung" soll zudem neben Dembélé und Umtiti auch die Namen Nelson Semedo und Martin Braithwaite beinhalten, deren Leistungen den Barca-Bossen nicht genügen.

Währenddessen wird weiterhin am Stadion Barcas gewerkelt, der 2018 begonnene Ausbau des Camp Nou auf eine Kapazität von 105.000 Zuschauern verschlingt satte 798 Millionen Euro und soll bis 2022 abgeschlossen sein.

Teil des Großprojekts ist auch der Umbau der Arena Palau Blaugrana, die als Heimspielstätte für die Basketballer und Handballer Barcas dient. Dieses Bauprojekt stoppten die Katalanen im Juli, die angespannte Finanzsituation durch die Coronakrise habe Barca laut Bartomeu keine andere Wahl gelassen.

Einen Monat später haben sich die Prioritäten durch das Aus in der Champions League verschoben, Einsparungen beim Neustart würden schließlich nur den geplanten Großumbau des Kaders gefährden.