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München - Sämtliche VAR-Entscheidungen der jüngsten Ligaspiele fielen zugunsten von Real Madrid aus. Kritiker vermuten dahinter Schiri-Kalkül. Wird Real bevorzugt?

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Ein Videobeweis-Elfmeter hat Real Madrid am Sonntag erneut den Sieg gerettet. Sicher verwandelte der torgefährliche Abwehrspieler Sergio Ramos gegen Athletic Bilbao vom Punkt und markierte seinen zehnten Saisontreffer.   

Während sich Real im Titelrennen weiterhin ganz oben positioniert, steigt der Frust der Konkurrenz. Denn seit Wochen kursieren anhaltende Behauptungen von vermeintlicher Schiedsrichter-Bevorteilung für die Königlichen. Die Diskussion entfachte nach dem knappen Sieg über die Basken neu.   

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Vermeintliches Ramos-Foul an Raúl García ungeahndet

Denn während Reals Elfer vom Video-Assistenten nach einem Foul an Marcelo zu Recht gegeben wurde, geriet wenige Minuten später Torschütze Ramos im eigenen Sechzehner ins Straucheln. Dabei trat er Bilbaos Raúl García auf den Fuß. Doch diesmal blieb die Pfeife von Schiedsrichter José Luis González stumm, auch der VAR wurde nicht bemüht. 

Eine Fehlentscheidung, befand AS-Schiedsrichter-Experte Eduardo Iturralde González und analysierte nach dem Spiel: "Ich persönlich würde es vielleicht nicht pfeifen, aber nach den Regeln ist das ein Elfmeter."

Bilbao-Stürmer Iker Muniain äußerte sich nach dem Spiel frustriert: "Wir haben alle gesehen, wie die Dinge in den letzten Wochen gelaufen sind. Ob Sie eine Strafe erhalten, hängt davon ab, für welche Mannschaft Sie spielen. Urteilen Sie selbst", sagte er vielsagend bei der AS.

Damit spielte der 27-Jährige ganz klar auf die vergangenen Real-Spiele an. In der Tat konnten sich die Königlichen da über mangelndes Schiedsrichter-Glück nicht beklagen. Und das nervt die Konkurrenz - allen voran den Tabellenzweiten FC Barcelona. 

Nach der strittigen Szene in Bilbao deutete Mittelfeldspieler Arturo Vidal auf seiner Instagram-Seite unmittelbar nach der Szene subtil an, dass er es für eine lächerliche Entscheidung hielt, den Strafstoß nicht zu geben.   

Doch was ist dran an den angeblichen Schiedsrichter-Bevorzugungen für Real in den vergangenen Wochen? Ein Rückblick.

Real-Sieg gegen Real Sociedad kontrovers

Die Diskussionen nahmen nach dem 30. Spieltag Fahrt auf. Gleich drei umstrittene Szenen bescherten Real einen 2:1-Erfolg über Real Sociedad.  Bei einem Schussversuch fiel Vinícius Júnior nach einem leichten Kontakt theatralisch nach vorne - Elfmeter. Glücklich für Real, jedoch auch keine glasklare Fehlentscheidung.

Den vermeintlichen Ausgleich des Außenseiters in der 67. Minute erkannte Schiedsrichter Xavier Estrada Fernández aufgrund einer angeblichen Abseitsposition ab - ebenfalls strittig, wenn auch nicht gänzlich falsch. 

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Vor dem 2:0 von Karim Benzema wollten die Gegner bei dessen Ballannahme ein Handspiel gesehen haben. Es war eine Mischung zwischen Brust, Schulter und Oberarm - umstrittener geht's kaum. Doch das Tor zählte, denn wieder einmal war keine klare Fehlentscheidung erkennbar. 

Über die Behauptungen, San Sebastián sei vom Schiedsrichtergespann benachteiligt worden, meinte Zidane damals nur: "Was mich stört, ist, dass bei den Schiedsrichtern nur über eine Sache geredet wird. Es scheint, als hätten wir auf dem Platz nichts geleistet. Die Polemiken können wir nicht kontrollieren. Wir gewinnen auf dem Platz, unser Sieg ist verdient."

Aber die Diskussionen gingen weiter: Gegen RCD Mallorca beschwerten sich die Gäste nach dem 1:0 von Vinícius Júnior über ein vermeintliches Foul im Mittelfeld in der Entstehung. Den Treffer anzuerkennen, konnte jedoch wieder einmal nicht als klare Fehlentscheidung interpretiert werden.   

Elfer zum Sieg über Getafe

Im Heimspiel gegen Getafe Anfang Juli ließ Mathías Olivera gegen Dani Carvajal klar das Bein stehen. Ramos traf vom Punkt zum Sieg. Der Elfmeter war unstrittig.  

Es lässt sich also durchaus festhalten, dass den Hauptstädtern in den vergangenen Spielen auffällig oft das Schiedsrichter-Glück hold war. Klare Fehlentscheidungen zugunsten der Königlichen gab es aber keine, die sich als klare Indizien für die viel beschworene Real-Bevorzugung durch die Referees heranziehen ließen.

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Sergio Ramos genervt

Goalgetter Ramos zeigt sich mittlerweile genervt von den anhaltenden Diskussionen: "Wir werden nicht wegen der Schiedsrichter Meister werden. Es ist nicht richtig, über den Einfluss der Referees zu sprechen, wenn wir mit Real Madrid an der Spitze der Tabelle stehen." 

Bereits während der Corona-Pause sorgte der ehemalige Schiedsrichter Eduardo Iturralde González für Wasser auf den Mühlen derjenigen, die Real als Schiedsrichter-Liebling Nummer eins sehen. Der 2012 zurückgetretene Referee sagte: "Etwa 90 Prozent sind Real-Fans und nur 10 Prozent halten zu Barcelona."