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Nach der verpassten Meisterschaft mit dem FC Barcelona schäumt Lionel Messi vor Wut. Zieht der Argentinier gar Konsequenzen und verlässt seine große Liebe?

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Spätestens nach dem Donnerstagabend steht der FC Barcelona vor einem Scherbenhaufen.

Sang- und klanglos verspielten die stolzen Katalanen in den letzten Wochen nach der Corona-Pause die Meisterschaft und mussten nun artig dem keineswegs überragenden Erzrivalen Real Madrid zur 34. Meisterschaft gratulieren.

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In der überalterten Mannschaft rumort es, das Verhältnis zum erst im Januar verpflichteten Trainer Quique Setién soll arg angespannt sein – dazu vereinsinterne Querelen und ein Superstar, der sich nach dem verpassten Titelgewinn stinksauer und konsterniert präsentierte.

Messi poltert nach verpasstem Titelgewinn

"Wir haben nicht erwartet, dass es so enden würde, aber das heutige Spiel steht sinnbildlich für alles, was in dieser Saison passiert ist", schimpfte Lionel Messi am Donnerstag nach der 1:2-Heimpleite gegen CA Osasuna, die Barca der letzten Titelhoffnungen beraubte.

"Die Mannschaft war das ganze Jahr über unzuverlässig und schwach", polterte der Argentinier weiter. "Wir haben viele Punkte verloren, die wir nicht hätten verlieren dürfen. Wir waren sehr inkonstant. Es war nicht unser Jahr."

Einzig der Triumph in der Champions League könnte eine bislang verkorkste Saison noch retten, doch angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen ist Barcelona im August eher Außenseiter als Topfavorit – es droht das erste titellose Jahr seit 2008.

Setién muss um Job bangen

Äußerst fraglich ist, ob Setién am 8. August im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den SSC Neapel (Hinspiel in Italien 1:1) überhaupt noch auf der Barca-Bank sitzen wird. Ob mit oder ohne Setién, Messi ist vor der Partie Angst und Bange.

"Ich habe bereits mehrmals gesagt, dass es schwierig wird, mit diesem Fußball erfolgreich zu sein und die Champions League zu gewinnen. Wenn wir jetzt nicht reagieren, werden wir gegen Neapel nicht weiterkommen", erklärte der 33-Jährige.

Egal wie die Saison ausgehen wird, für Barcas Anführer steht jetzt schon fest, dass "wir viel verändern müssen, um wieder erfolgreich zu sein". Heißt konkret: Bei Barcelona ist eine gewaltige Blutauffrischung vonnöten, alles kommt auf den Prüfstand – womöglich auch der Superstar?

Schon länger halten sich Spekulationen, wonach Messi die Katalanen nach Ablauf seines Kontraktes im Sommer 2021 verlassen will. Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung stocken, was auch an einem schwelenden Streit mit der Vereinsspitze liegen könnte – vor allem mit Sportdirektor Éric Abidal und Präsident Josep Bartomeu.

Barcelona im Finanzchaos

Wäre Barca ohne Messi gar besser dran? Fakt ist: Die Katalalen stecken in großen finanziellen Schwierigkeiten, nicht zuletzt aufgrund von einigen millionenschweren Flops wie Philippe Coutinho, Ousmane Dembélé oder Antoine Griezmann.

Mit einem Verkauf des alternden Stars in diesem Sommer könnte der Traditionsklub auf einen großen Reibach hoffen – nicht zu vergessen das astronomische Gehalt, das man sich einsparen würde. Doch kann Barca auf die Tore und Präsenz von Messi überhaupt verzichten?

Messi büßt an Treffsicherheit ein

Rein sportlich gesehen ist auf den sechsmaligen Weltfußballer immer noch Verlass. Mit 23 Treffern führt er einen Spieltag vor Saisonende die Torschützenliste an, insgesamt kommt er in dieser Spielzeit für Barcelona auf 28 Tore. Immer wenn Messi nicht spielt, wirkt Barca hingegen überfordert.

Doch im Vergleich zur letzten Saison, als der Zauberfloh 36 Tore in La Liga sowie insgesamt 51 Treffer erzielen konnte, ist beim Superstar ein deutlicher Leistungsabfall zu registrieren, was sicherlich nicht nur an den Auftritten des gesamten Teams festzumachen ist.

Viel spricht aber nicht dafür, dass Barcas Rekordtorjäger (631 Tore in 728 Partien) seine große Liebe nach dieser Saison verlassen könnte, vielmehr hofft Bartomeu auf eine baldige Vertragsverlängerung.

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"Leo hat oft gesagt, dass er bei Barca in den Ruhestand gehen will. Ich habe keinen Zweifel daran, erklärte der Präsident erst vor wenigen Tagen bei einem spanischen Radiosender – wohlwissend, dass ein Abgang des Publikumslieblings die Fanseele zum Überkochen bringen würde.

Doch sollten Bartomeu und Co. es nicht schaffen, dem erfolgshungrigen Argentinier eine schlagkräftige Mannschaft zur Seite zu stellen, könnte Messi dem Klub tatsächlich noch vor seinem Ruhestand Lebewohl sagen.