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Wie Philippe Coutinho und Ousmane Dembélé kommt auch Antoine Griezmann beim FC Barcelona für viel Geld, zündet aber nicht. Warum ist das so?

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145 Millionen für Philippe Coutinho. Inzwischen 138 Millionen für Ousmane Dembélé. 120 Millionen für Antoine Griezmann.

Es sind die drei teuersten Transfers in der Geschichte des glorreichen FC Barcelona, insgesamt 403 Millionen Euro blätterten die Katalanen für das Star-Trio hin - wirklich gelohnt hat sich dieses wahnsinnige Investment (bisher) bei keinem.

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Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich. SPORT1 zeigt, was hinter dem Fluch der Megatransfers steckt.

PHILIPPE COUTINHO

Der teuerste Barca-Transfer aller Zeiten erzwang im Januar 2018 seinen Wechsel vom FC Liverpool nach Spanien. Schon im Sommer zuvor hatte er gestreikt, musste aber bleiben. Anfang Januar zwickte offiziell dann wieder die Leiste, Liverpool lenkte ein und gab ihn letztlich ab.

Glücklich wurde Coutinho in Barcelona aber nicht. Zwar absolvierte er in eineinhalb Jahren den Großteil der möglichen Spiele (76 von 88, neun verpasste er verletzt), blieb mit 21 Toren und elf Vorlagen in dieser Zeit aber hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Einer der wesentlichen Gründe: zumeist musste er auf den Außenbahnen ran, seine Paradeposition, die des Zehners, gibt es im Barca-Spiel nicht. Im vergangenen Sommer wurde dann eine Lösung gesucht - weil der Transfer von Leroy Sané zum FC Bayern wegen dessen Kreuzbandrisses platzte, kam Coutinho nach München.

Doch auch an der Isar wurde es keine wirkliche Erfolgsgeschichte. Zwar blitzte das Genie des Brasilianers hin und wieder auf, wie beim 6:1 gegen Bremen (drei Tore, zwei Vorlagen), doch unumstritten war er auch bei Bayern nicht. Als er im März (zwei Tore gegen Hoffenheim) wieder einmal Fahrt aufzunehmen schien und durch die Schienbeinverletzung von Robert Lewandowski viel Spielzeit winkte, kam Corona.

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Die Kaufoption (dem Vernehmen nach 120 Millionen) ließ Bayern dankend verstreichen, Stand jetzt geht es zurück zu Barca. Ob das Sinn macht? Eher nicht, darum kursieren diverse Transfergerüchte, auch über eine Rückkehr zum FC Liverpool.

OUSMANE DEMBÉLÉ

Der zweite Streikfall, der letztlich für weit über 100 Millionen über die Transfer-Theke ging. Dembélé entnervte im Sommer 2017 Borussia Dortmund. Nachdem er tagelang im Training fehlte und nicht zu erreichen war, wurde er suspendiert und letztlich für einen Sockelbetrag von 105 Millionen gen Barcelona verabschiedet, der sich aufgrund diverser Zusatzklauseln bis heute auf 138 Millionen Euro erhöht hat.

Durch herausragende Disziplin fiel der pfeilschnelle Franzose allerdings auch in Spanien nicht auf.

Wegen seines unprofessionellen Lebenswandels (zu viel Fast Food etc.) wurde ihm ein eigener Koch zur Seite gestellt, wiederholt kam er zu spät zum Training, tauchte bei Arztterminen nicht auf, wurde suspendiert und mit Geldstrafen belegt.

Dazu plagten ihn bei Barca ständig Verletzungssorgen. Aktuell fehlt er wegen einer Oberschenkelverletzung, hat ganze neun Spiele in dieser Saison absolviert (1 Tor). Insgesamt kommt er auf 74 Partien - dem gegenüber stehen 89 Spiele ohne Einsatz.

Oberschenkelverletzungen, Muskelbündelriss, Knöchelverletzung - Dembélés Krankenakte bei Barca ist fast so dick wie die von Arjen Robben einst beim FC Bayern.

Wahrscheinlich wäre Barca mittlerweile nicht traurig, den Problemprofi weiterverkaufen zu können. Dembélé glaubt aber noch an den Durchbruch und soll laut ESPN ein Transferangebot von Manchester United abgelehnt haben.

ANTOINE GRIEZMANN

Das neueste Opfer des 100-Millionen-Fluchs. Im Sommer wechselte der Superstar von Atlético Madrid zu den Katalanen, steht wie schon Coutinho und Neymar aber im Schatten von Lionel Messi - und auf der falschen Position.

Während er bei Atléti zentral im Sturm oder als hängende Spitze (die es bei Barca ebenfalls nicht gibt) agieren durfte, verdingt er sich jetzt zumeist auf dem Flügel, wo er nicht gut aufgehoben ist. 15 Tore und vier Vorlagen in 46 Spielen sind für einen Mann seiner Klasse alles andere als herausragend, noch dazu für 120 Millionen.

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Auch das Zusammenspiel mit Superstar Messi läuft noch nicht rund, weshalb Ex-Weltmeister Christophe Dugarry zuletzt vorschlug: "Er muss Messi eine auf die Fresse hauen, wenn er ein Problem hat. Es ist wahr, dass Messi ihm mehr Pässe geben könnte, aber ehrlich gesagt überrascht es mich nicht. Griezmann verliert Bälle, spielt mit einem geschrumpften Bein."

Zu allem Überfluss machte auch bei Griezmann jetzt noch der Körper schlapp. Beim 1:0 gegen Valladolid zog er sich eine Muskelverletzung zu und fällt auf unbestimmte Zeit aus.

Der Fluch der Mega-Transfers hat wieder zugeschlagen.