Viele Eltern in Australien sind wütend auf den FC Barcelona
Viele Eltern in Australien sind wütend auf den FC Barcelona © Getty Images
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München - Hunderte von Eltern in Australien sind sauer auf den FC Barcelona. Sie fordern ihr Geld zurück, nachdem Barca-Akademien geschlossen wurden. Der Klub wehrt sich.

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Der FC Barcelona sieht sich in Australien mit Hunderten von wütenden Eltern konfrontiert.

Denn neben fünf Barca-Akademien in Kanada wurden auch die beiden in Brisbane und Sydney Ende April geschlossen. Der Grund: Das Unternehmen BCN Sports, das sie leitete, ging bankrott.

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Die Familien, die laut ihren Schätzungen kollektiv zwischen 150.000 und 200.000 Euro für die Akademien inklusive der "Reise ihres Lebens" zur Teilnahme am Barca Academy World Cup im Voraus bezahlt haben, fordern nun - bisher vergeblich - das Geld zurück.

"Keiner hat sich die Mühe gemacht, uns zu kontaktieren, um uns zu helfen. Verhält sich so ein Verein, der Werte wie Respekt, Teamgeist und Fairplay vorgibt? Ein milliardenschwerer Klub. Es ist widerlich und eine Schade für ihr Image", tobte der von der Schließung betroffene Vater Dax Anderson in der Show Què t'hi jugues des Radiosenders Cadena SER Catalunya.

Eltern sauer auf Barcelona

Die Kosten für die Akademien, an denen zusammen schätzungsweise 400 Kinder teilnahmen, beinhalten Flüge und Unterkünfte für das Turnier im April, welches aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurde.

"Ich habe über 2000 Euro im Dezember und mehr als 6000 im Januar für die Reise meiner zwei Kinder, meiner Tochter, meiner Frau und mich bezahlt", sagte Anderson: "Wir sind verärgert über den Mangel an Information von BCN Sports. Aber da es eine Akademie des FC Barcelona ist, sind wir auch sehr enttäuscht vom Klub."

Die Akademien haben ihre Social-Media-Accounts gelöscht, auf ihrer Homepage erscheint eine Fehler-Meldung. Auch wenn die Akademien jedoch von einem anderen Unternehmen geleitet werden - die Trainer nutzen die Coaching-Methoden des FC Barcelona.

Barca: "Sind ein weiteres Opfer"

Der Verein hat sich nach längerem Schweigen inzwischen zu Wort gemeldet und versprochen, dass der FC Barcelona die Familien nicht im Stich lassen und alles tun werde, was nötig sei, damit alle ihr ausstehendes Geld so schnell wie möglich zurückerhielten.

"Wie Sie sehen, ist der FC Barcelona nur ein weiteres Opfer dieser Situation. Was uns derzeit am meisten beschäftigt, sind die Familien, die ihr Geld zurückerhalten, sowie der Schaden, der dadurch für das Image unseres Projekts in Australien entstanden ist", sagte Carles Martín, der Global Director der Barca-Akademien, in einem Statement dem Herald.

Weiter heißt es: "Wir möchten den australischen Familien versichern, dass bei Bedarf rechtliche Schritte eingeleitet werden, um sicherzustellen, dass sie ihr Geld zurückerhalten."

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Australischer Klub hilft Familien

Doch wie lange das dauern wird, weiß keiner - und viele Familien benötigen das Geld speziell in der aktuellen Zeit sofort. Der australische Topklub Brisbane Roar spendet den betroffenen Familien nun freie Trainingseinheiten für alle Mitglieder der früheren Barca-Akademie. 

"Wir möchten diesen Kindern und ihren Eltern eine Pause von all dem und ein wenig Hoffnung geben, dass sie in diesem Jahr Fußball spielen können", sagte Brisbanes Geschäftsführer David Pourre.

Ob sie auch in diesem Jahr noch ihr Geld zurückerhalten, steht derzeit jedoch noch in den Sternen.