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München - Der FC Barcelona stöhnt unter der Coronakrise und einem internen Machtkampf. Trotz finanzieller Schieflage soll Neymar kommen - und der derzeitige Kader ausgedünnt werden.

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Die Corona-Krise schüttelt derzeit den gesamten Fußball durch. 

Weltweit ächzen die Klubs unter der Last wegbrechender Einnahmen, ganze Existenzen stehen auf dem Spiel. Durch die Bank bereitet der ruhende Ball den Vereinen große Sorgen, selbst die internationalen Top-Klubs sind davor nicht gefeit.

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Doch während man beim FC Bayern derzeit mit den nach außen getragenen Vertragsverhandlungen von Manuel Neuer allenfalls ein Luxusproblem hat, scheppert es beim FC Barcelona ungleich lauter. 

Dort zerfleischt sich die Führungsetage gerade gegenseitig, so dass ein Barca-Mitarbeiter, der anonym bleiben will, vom "Game of Thrones" hinter den Kulissen spricht. Die Hauptpersonen: Klub-Präsident Josep Maria Bartomeu und sein erbitterter Kontrahent, Ex-Vize Emili Rousaud.

Barcas Kosten schnellen in die Höhe

Neben der Aufarbeitung einer bizarren Social-Media-Affäre geht es vor allem um die vermeintliche Misswirtschaft Bartomeus. Unter seiner Ägide flossen über die Jahre immer mehr Einnahmen direkt in das Personal, mittlerweile sind es über 60 Prozent. 

Die Kosten sind von 375 Millionen Euro (2015/16) auf 507 Millionen (2019/20) in die Höhe geschnellt. "Wirtschaftlich und moralisch bankrott", bezeichnet Víctor Font, seines Zeichens Kandidat für die Präsidentschaft, den katalanischen Patienten.

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Durch den von der Coronakrise verursachten Shutdown ist die finanzielle Schieflage noch größer geworden - und dennoch lässt Bartomeu keinen Zweifel darüber aufkommen, dass er nichts sehnlicher als eine Rückkehr von Neymar wünscht. 

Doch nicht nur der "verlorene Sohn" soll von Paris Saint-Germain zurückgeholt werden - auch Inter-Stürmer Lautaro Martínez steht auf Bartomeus Wunschliste ganz oben. Zudem sind bereits zwei Transfers für den Sommer eingetütet: Francisco Trincao kommt für 30 Millionen Euro von Braga, Pedri für 5 Millionen Euro von Las Palmas 

Sind Tauschgeschäfte die Lösung?

Wie diese Personalien durchgezogen werden sollen, ohne dass die Schieflage den Klub komplett zum Einsturz bringt? Bartomeu schweben einige Deals vor, die das derzeitige Starensemble in hohem Maße ausdünnen lassen könnten. 

"Wegen der Pandemie wird es nicht so viel Geld auf dem Transfermarkt geben", sagte der Barca-Boss unlängst. "Aber ich prophezeie, dass es noch viel mehr Tauschgeschäfte geben wird." 

Bei besagten Tauschgeschäften stehen laut ESPN fast alle Spieler zur Disposition - bis auf Lionel Messi, Frenkie de Jong und Marc-André ter Stegen. Alle anderen Profis - inklusive der Urgesteine Gerard Piqué und Sergio Busquets - könnten demnach den Verein verlassen.

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Um größere Ablösesummen zu generieren, könnte es vor allem diejenigen Spieler treffen, die noch einen langfristigen Vertrag haben.  

PSG soll sich bei Barcas Franzosen bedienen

Bereits im vergangenen Sommer hatte Bartomeu versucht, PSG den Neymar-Wechsel mit einem Deal schmackhaft zu machen, indem er, neben einer stattlichen Ablöse, eine ganze Reihe seiner Spieler im Gegenzug anbot. So soll er  Philippe Coutinho, Ivan Rakitic, Samuel Umtiti, Jean-Clair Todibo und Ousmane Dembele einbezogen haben, stieß bei den Parisern aber auf Granit.

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Nun soll die Hoffnung groß sein, dass der Scheich-Klub Neymar ziehen lässt, vor allem auch, weil der Brasilianer sich auf Artikel 17 berufen könnte, um seinen Wechsel zu erzwingen. Zudem könnte Barca zugute kommen, dass PSG die Zahl französischer Spieler in seinem Kader erhöhen will - und bei den Spaniern reichliche Auswahl hätte.

Inter Mailand wiederum sei interessiert an Arturo Vidal und Antoine Griezmann, die bei einem Deal mit Lautaro Martínez verrechnet werden könnten.

Wie der FC Barcelona in der kommenden Saison demnach aussehen wird, lässt sich derzeit nur erahnen. Nach derzeitigem Stand wird der Kader aber nicht mehr viel mit dem von dieser Saison zu tun haben.