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München - Ousmane Dembélé werfen beim FC Barcelona immer wieder Verletzungen zurück. Bei Borussia Dortmund war das kein einziges Mal der Fall. Woran liegt das?

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Als Ousmane Dembélé im Sommer 2017 zum FC Barcelona wechselte, unterschrieb er im zarten Alter von 20 Jahren den Vertrag seines Lebens bei einem der größten Klubs der Welt.

Bislang 125 Millionen Euro Ablöse (die aufgrund diverser Klauseln noch weiter anwachsen dürfte) ließ sich Barca die Dienste des Shootingstars von Borussia Dortmund kosten, der mit den Superstars Lionel Messi und Luis Suárez die Defensive der Gegner zerpflücken sollte. Stattdessen fand sich der Außenstürmer in mehr als der Hälfte der Spiele auf der Tribüne wieder.

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Der Grund: Verletzungen warfen Dembélé immer wieder zurück, noch zu keiner Phase blieb er in Katalonien mehrere Monate am Stück fit. Der große Durchbruch ist Dembélé folglich noch nicht gelungen.

Durchgezockte Nächte und wilde Partys

74 Spiele absolvierte er für Barca, 80 weitere verpasste er verletzt. In den nächsten Wochen kommen noch deutlich mehr dazu, denn in dieser Saison wird der Offensivspieler wegen eines Risses des hinteren rechten Oberschenkelmuskels nicht mehr auf dem Feld stehen.

Die Anfälligkeit verwundert, denn zuvor hatte Dembélé in seiner kompletten Karriere noch kein einziges Spiel verletzt verpasst. Nicht bei Stade Rennes und nicht beim BVB. Woran liegt das?

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Viele Fans und Experten führen gleichermaßen seine schlechte Einstellung, mangelnde Disziplin und fehlende Trainingsbereitschaft als Gründe für schlechte Leistungen und auch für die Verletzungen an. 

Immer wieder machten Gerüchte von durchgezockten Nächten an der PlayStation, wilden Partys und Verspätungen beim Barca-Training die Runde. Auch schlechte Ernährung wurde ihm vorgeworfen.

Der Start in Barcelona war für Dembélé mit Sicherheit alles andere als einfach. Seine Einstellung war tatsächlich nicht mustergültig und offensichtlich leistete er sich einige Skandale. Allerdings scheint sich das Talent mittlerweile voll auf den Fußball zu fokussieren.

Dembélé tauscht Cola gegen Apfel-Birnen-Ananassaft

L´Equipe will aus seinem Umkreis erfahren haben, dass Dembélé mehr denn je entschlossen sei, erfolgreich zu sein. Diesem Ziel soll er alles unterordnen. Dieser Eindruck wird durch Aussagen seines Kochs gestützt.

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"Es ist schade, sein momentanes Pech mit Verletzungen zu sehen, da er sich noch nie so um sich gekümmert hat", verriet Anthony Audebaud L´Equipe. Er wurde dem Außenstürmer vom Klub zugeteilt, um auf die gesunde Ernährung des Profis zu achten.

Dembélé steht nun jeden Tag um neun auf, nimmt sein von Audebaud zubereitetes Diät-Frühstück ein und beginnt dann in der Reha hart an seinem Comeback zu arbeiten.

Zum Essen gibt es nur noch frische Gerichte, Cola wurde gegen Apfel-Birnen-Ananassaft getauscht, und auch die Affinität zu feuchtfröhlichen Feiern soll der Franzose abgelegt haben: "Heute isst er Seebrasse, Wolfsbarsch, Hahn und viel Gemüse. Zudem gibt es bei ihm zu Hause nie eine Party, er ist sehr professionell", erzählte Audebaud, den Dembélé mittlerweile - freiwillig - in Vollzeit beschäftigt.

Doch wenn es nicht an der Einstellung und der Ernährung liegt, was ist dann der Grund für die plötzliche Häufung der Verletzungen?

Dembélé ein Opfer des Barca-Trainings?

Die Lösung des Rätsels liegt L'Equipe zufolge in den physischen Voraussetzungen des Flügelflitzers und der Trainingssteuerung des FC Barcelona. Dembélés Stärken sind der explosive Antritt, sein unglaublicher Speed und seine flotten Dribblings, inklusive schneller Richtungswechsel.

Im Spiel belastet er seine Muskeln ähnlich wie es Sprinter tun. Das Problem laut dem französischen Fachorgan: Auf diese Belastung wird Dembélé im Training der Katalanen nicht vorbereitet. Die Folgen sind wiederholte Muskelverletzungen.

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Die Aspetar-Klinik in Doha, bei der Dembélé Dauergast ist, habe Barca nach dem letzten Rückschlag des Patienten um GPS-Daten gebeten. Das Resultat: Der Stürmer absolviere 90 Prozent seiner Läufe im Spiel im Sprinttempo. Im Training liege dieser Wert bei nur 20 Prozent.

Das Training des FC Barcelona scheint auf die langjährigen Stars des Klubs wie Lionel Messi, Gerard Piqué und Sergio Busquets ausgelegt zu sein. Für junge Spieler, die oftmals mehr über Athletik und Schnelligkeit kommen, sei die Intensität nicht hoch genug.

Gestärkt wird diese These durch den Fakt, dass Barca-Neuzugang Frenkie de Jong mittlerweile einen Privattrainer unterhält. Diese Entscheidung fällte er nur wenige Wochen nach dem Trainingsauftakt in Barcelona.