Toni Kroos (r.) hat Pep Guardiola in höchsten Tönen gelobt
Toni Kroos (r.) hat Pep Guardiola in höchsten Tönen gelobt © Getty Images
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Toni Kroos nennt Pep Guardiola die "Schlüsselfigur des deutschen Fußballs" - und erklärt, warum er aber trotzdem seinen FCB-Vertrag nicht verlängern wollte.

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Toni Kroos hat Pep Guardiola in höchsten Tönen gelobt, obwohl er nur ein Jahr unter dem Katalanen beim FC Bayern spielte.

"Er war die Schlüsselfigur für den deutschen Fußball und für mich persönlich. Er hat jedem die Augen geöffnet, was die Wichtigkeit von Kontrolle angeht", sagte der deutsche Nationalspieler in einem Interview mit The Athletic.

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"Viele Trainer und Kluboffiziellen kamen zur Säbener Straße, um sein Training zu sehen und mit ihm über seine Art des Spiels zu sprechen", erzählte Kroos.

In Deutschland sei man zuvor hauptsächlich daran interessiert gewesen, was innerhalb der Strafräume passierte. "Kein Kommentator hat seine Stimme gehoben, wenn der Ball im Zentrum war. Wir, die Leute in der Mitte, haben kaum interessiert. Manchmal wurden wir gar nicht gesehen", beschrieb der 30-Jährige den Status quo vor Guardiolas Ankunft in Deutschland.

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Auch seine damaligen Teamkollegen würden Guardiola als besten Coach der Münchner sehen. "Wenn man die Bayern-Spieler heute fragt, würde sie dir immer noch sagen, dass er der beste Trainer ist, den sie je hatten, was den Sport betrifft. Und sie hatten viele andere, mit denen man ihn vergleichen könnte. Ich habe es geliebt, das eine Jahr für ihn zu spielen."

Kroos wollte nicht "nur wegen" Guardiola verlängern

Trotz Guardiolas Wunsch einer Vertragsverlängerung zog Kroos 2014 zu Real Madrid weiter.

"Ich glaube, dass es nie ein gutes Zeichen ist, einen Vertrag nur wegen dem Trainer zu unterschreiben. Pep wollte, dass ich verlängere, aber was würde es bringen, einen Fünfjahresvertrag zu unterschreiben, wenn der Trainer bald weg ist? Er ist zwei Jahre danach zu ManCity gegangen, aber wir sind noch immer in Kontakt und kommen sehr gut miteinander aus. Ich werde das nie vergessen, weil ich so viel gelernt habe."

Eine erneute Zusammenarbeit mit Guardiola hält Kroos für unwahrscheinlich, weil er seine Karriere bei Real beenden wolle und Guardiola als früherer Barca-Coach und -Spieler nie zum Erzrivalen gehen würde.

Kroos schwärmt von Zidane

Auch seinen aktuellen Coach Zinédine Zidane lobt Kroos über alle Maßen. "Er hat die Umkleide unter seiner Kontrolle, einfach wegen seiner natürlichen Autorität. Es ist keine Schauspielerei, das ist extrem wichtig. Vor allem bei einem Team wie Real Madrid muss man die Spieler hinter sich bekommen. Jeder muss sich wertgeschätzt fühlen und Teil des Ganzen sein", erklärte Kroos. "Das ist nicht leicht, weil einige mehr spielen als andere, aber er macht es extrem gut."

Am Mittwoch trifft Kroos mit Coach Zidane in der Champions League auf Manchester City mit Trainer Guardiola (Champions League: Real Madrid - Manchester City, ab 21 Uhr im LIVETICKER).

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Kroos habe 2014 auch die Möglichkeit gehabt, zum FC Liverpool zu wechseln. Steven Gerrard und der damalige Reds-Star Luis Suárez versuchten den Deutschen mit Kurznachrichten zu überreden. "Das war kein richtiger Chat, aber sie haben mir angeboten, mir mehr über den Klub zu erzählen und so weiter. Es ist lustig, weil Suárez damals kurz vor einem Wechsel nach Barcelona stand."

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Kroos stand vor Wechsel zu ManUnited

Zum damaligen Zeitpunkt - Frühling 2014 - hatte Kroos eigentlich entschieden, zu Manchester United zu wechseln.

"David Moyes (der damalige United-Coach, Anm. d. Red.) hat mich getroffen und der Vertrag war grundsätzlich fertig, aber dann wurde Moyes gefeuert und Louis van Gaal kam, was die Sache komplizierter machte. Louis wollte sein eigenes Projekt aufbauen. Ich habe eine Weile lang nichts von United gehört und bekam Zweifel. Dann kam die Weltmeisterschaft und Carlo Ancelotti (der damalige Real-Trainer) rief an. Das war alles."

Letztlich ging Kroos für 25 Millionen Euro nach der WM zu Real und gewann danach dreimal die Champions League. Der Vertrag des 30-Jährigen läuft bis 2023.