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Im Sommer wollte Real Madrid James Rodríguez nach dessen Rückkehr vom FC Bayern nur noch loswerden. Mittlerweile startet er bei Real erfolgreich einen Neuanfang.

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"James, der Wiedergeborene!"

So titelte die spanische Sportzeitung AS nach dem 3:2-Sieg von Real Madrid gegen UD Levante.

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"Benzema, James und Hazard, die Gründe, an Real zu glauben", schrieb die Marca.

Auch Real-Präsident Florentino Pérez zeigte sich begeistert vom kolumbianischen Superstar und sagte: "James ist ein Spieler mit enormem Talent und jemand, für den wir eine besondere Zuneigung haben."

James-Wechsel scheitern

Das hatte sich vor wenigen Wochen noch ganz anders angehört. Denn eigentlich plante Trainer Zinédine Zidane nicht mehr mit James und hatte ihm öffentlich einen Wechsel nahegelegt.

Der 28-Jährige sollte von der Gehaltsliste gestrichen und verkauft werden. Doch der SSC Neapel wollte ihn nur ausleihen, die Königlichen James aber lieber verkaufen. Nur an den Stadtrivalen Atlético wollte man den Spielgestalter dann doch nicht abgeben.

Dann fielen zu allem Übel bei den Madrilenen zu Saisonbeginn mit Eden Hazard, Marco Asensio und Co. gleich fünf Offensivspieler aus - und James musste plötzlich doch bleiben.

Real-Ausfälle spülen Kolumbianer in Startelf

Zum Glück, wie sich mittlerweile bilanzieren lässt. Die vergangenen beiden Heimspiele stand der Kolumbianer jeweils in der Startelf und wusste zu überzeugen. Gegen Levante war er an den ersten beiden Toren beteiligt, legte vier weitere Großchancen auf und war laut AS der beste Real-Spieler.

Kein Wunder also, dass in Madrid die Auferstehung von James aktuell das Thema ist.

Da Luka Modric, Isco, Asensio und Federico Valverde noch auf unbestimmte Zeit ausfallen werden, ist der 28-Jährige vorerst auf seiner Lieblingsposition, der Zehn, gesetzt. Das ist vor allem der Grund für seine Leistungsexplosion, denn für die ungeliebte Außenbahn fehlt es ihm an Tempo.

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Spielmacher blüht auf der Zehn auf

Im 4-2-3-1 dagegen sicherten Toni Kroos und Casemiro James ab, sodass der Spielmacher größtenteils von Defensivaufgaben befreit war, sich immer wieder fallen lassen konnte, um das Spiel aus dem zentralen Mittelfeld aufzubauen und die Bälle zu verteilen - so wie beim Pass zum 2:0 durch Benzema.

Und so stimmte auf einmal auch Trainer Zidane mit ein in den Lobgesang auf den kolumbianischen Superstar: "Er spielte gut und fühlte sich auf dem Platz wohl. Mit dem Ball hatte er überhaupt keine Probleme, körperlich aber schon, denn er war ja verletzt. Aber er ist sehr motiviert."

Das Auswärtsspiel in Villarreal verpasste James noch wegen einer Wadenverletzung, gegen Levante stand er wieder auf dem Feld und führte glänzend Regie. Wie zu seinen besten Tagen unter Mentor und Ex-Coach Carlo Ancelotti, der ihn 2014 für 75 Millionen Euro von der AS Monaco verpflichtete.

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Zidane gewinnt James wieder lieb

In seiner ersten Saison bei den Königlichen war James Stammspieler und absoluter Leistungsträger - mit starken 17 Toren und 18 Assists in 46 Spielen. Nach Ancelottis Aus wurde seine Spielzeit aber immer weniger: 2015/16 nur 32 Einsätze, acht Tore und immerhin zehn Assists sowie 2016/17 in 33 Spielen elf Tore und zwölf Assists.

"Die Qualität hat er immer gehabt, das hat sich nicht geändert. Obwohl er noch nicht ganz fit ist, zeigte er viel Charakter und Entschlossenheit. Er war am Ende erschöpft. Ich bin froh, dass er auf dem Platz alles gegeben hat", fuhr Zidane fort und hat nun mit dem Kolumbianer einen unerwarteten Hoffnungsträger, der vor Kurzem noch ein Aussortierter war, ein Verkaufskandidat. Von den Medien angezählt.

Der frühere Teamarzt der kolumbianischen Nationalmannschaft hatte zuletzt ganz offen seine Professionalität in der Marca bemängelt: "Der Junge ist nicht fokussiert", sagte Hector Fabio Ruiz über James. "Anstatt sich auf die neue Saison vorzubereiten und an sich zu arbeiten, lässt er sich seine Augenbrauen und Haare richten."

Real-Star fokussierter, motiviert und hungrig

Doch damit ist nun Schluss. Real-Präsident Pérez soll ihm den Rücken gestärkt haben, was dazu führte, dass der 28-Jährige den Fokus wieder auf Fußball gerichtet hat. Er wirkt wieder austrainierter und voll motiviert.

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Pérez forderte jüngst: "Wir brauchen wieder den Hunger, Trophäen zu gewinnen" – und James könnte so ein hungriger Spieler sein.

Ein Unterschiedsspieler, solange er nur will und das Vertrauen vom Klub und Trainer spürt.