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München - Werden sie für den Clasico bald das sein, was vorher Cristiano Ronaldo und Lionel Messi waren? Vinicius und Ousmane Dembele rücken zunehmend in den Fokus.

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El Clasico - Real Madrid gegen den FC Barcelona. Das war in der letzten Dekade, vor allem medial, auch das Duell Cristiano Ronaldo gegen Lionel Messi.

Die zweifelsohne weltweit schillerndsten und prägendsten Persönlichkeiten der jüngeren Fußballgeschichte standen stellvertretend für ihre Farben, als Gesichter eines ganzen Vereins (Copa del Rey: Der Clasico Real Madrid - FC Barcelona ab 21 Uhr im LIVETICKER).

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Während es der Portugiese im vergangenen Sommer vorzog, bei Juventus Turin in Italien auf noch mehr Geld und Zuneigung zu stoßen, erfindet sich der Argentinier auch in dieser Saison mal wieder neu und schwebt aktuell selbst für seine Verhältnisse in ungeahnten Sphären.

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Doch auch Messi befindet sich mit 31 Jahren zumindest im fortgeschrittenen Fußballeralter. Selbst am begabtesten Spieler unserer Zeit wird der Zahn der Zeit nicht spurlos vorbeigehen.

In den spanischen Fußball-Hauptstädten stellt man sich deshalb vor dem Clasico-Doppelschlag in Pokal und Liga heute und am Samstag die Frage: Wer sind die Clasico-Gesichter der nächsten 10 Jahre? Wer ist überhaupt im Stande, in die scheinbar unendlich großen Fußstapfen der beiden Vereins-Legenden zu treten?

Großes Talent, große Erwartungen

Dabei fallen in jüngster Zeit vor allem zwei Namen: Ousmane Dembele, 21 Jahre alt, und Vinicius Junior, Jahrgang 2000.

Beide Spieler weisen dabei auf den ersten Blick erstaunlich viele Gemeinsamkeiten auf. Sowohl Dembele, als auch Vinicius fühlen sich auf beiden offensiven Außenbahnen am wohlsten, beeindrucken insbesondere durch enormes Tempo, ob mit oder ohne den Ball. Der hierzulande neuerdings vielzitierte Spielertyp "Straßenfußballer", Vinicius und Dembele sind sozusagen der Prototyp.

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Ihre wohl größte Qualität ist dabei das Dribbling, ob eins gegen eins oder eins gegen alle. Darüber hinaus verfügen beide Youngster über ein herausragendes Gespür für den Raum und suchen immer wieder den direkten Weg in die Tiefe.

Auch in puncto Ablösesumme sorgten beide für Aufsehen: Nach nur einer starken Saison bei Borussia Dortmund zahlten die Katalanen stolze 120 Millionen Euro für den damals erst 19-jährigen Franzosen. Noch einen drauf setzen die Königlichen, die 2017 unglaubliche 61 Millionen Euro für den gerade einmal 16-jährigen Vinicius nach Brasilien überwiesen. Für einen Spieler, der bis dato noch nicht eine einzige Minute Profifußball absolviert hatte.

Die Erwartungshaltung war trotz des jungen Alters in beiden Lagern dementsprechend groß. Der Start für die beiden Supertalente verlief jedoch mehr als holprig.

Erst Stotter-Start, dann Hoffnungsträger

Nach einer von Verletzungen und (wie zuletzt beim BVB) Disziplinlosigkeiten geprägten Premieren-Saison Dembeles wurden bereits Trennungs-Gerüchte gestreut. Nach 13 Toren und vier Vorlagen in dieser Spielzeit glaubt man in Barcelona nun jedoch endgültig an die Künste des Franzosen. Der vom FC Liverpool für 160 Millionen Euro verpflichtete Superstar Coutinho steht in der Gunst von Trainer Ernesto Valverde aktuell klar hinter dem französischen Ausnahmekönner.

Vinicius Junior, der bei seiner Ankunft in Madrid noch nicht einmal die Volljährigkeit erreicht hatte, musste unter Neu-Trainer Julen Lopetegui sogar zunächst mit der Castilla, der zweiten Mannschaft Reals Vorlieb nehmen - Provinz statt Bernabeu.

Erst mit der Beförderung Santiago Solaris zum Cheftrainer der "Blancos" begann sein Stern zu leuchten. Und mit ihm so etwas wie die Wiedergeburt der Königlichen. Zwölf Torvorlagen und vier Tore bei nur 14 Startelf-Einsätzen gelangen ihm bereits wettbewerbsübergreifend.

Seine Bedeutung für den gesamten Verein ist jedoch weitaus größer: Vinicius hat einer als satt und totgesagt beschriebenen Mannschaft neues Leben eingehaucht.

Seine Energie auf und abseits des Feldes infiziert Mitspieler und Fans. Seine Spielfreude elektrisiert. Die Modrics und Kroos, sie suchen ihn bewusst, weil sie wissen: Es passiert immer etwas Besonderes.

(Noch) keine würdigen Erben

In Barcelona steht Dembele natürlich noch im überdimensionalen Schatten des Lionel Messi. Neben dem er jedoch reifen kann. Sowohl fußballerisch, als auch menschlich. Und der über den Franzosen zuletzt in der Marca sagte: "Er ist ein Phänomen, hat einzigartige Voraussetzungen. Es kommt darauf an, was er schaffen möchte. Er hat alle Möglichkeiten, das zu werden, was er will."

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Zwischen den Zeilen ist die Botschaft eindeutig: Die Einstellung zum Beruf ist immer noch Dembeles größtes Hindernis auf dem Weg zur absoluten Elite.

Beim Brasilianer hingegen fehlt es nicht an Arbeitseifer und Hingabe, sondern zuweilen noch an der richtigen Entscheidungsfindung auf dem Spielfeld. Oft agiert er überhastet, sein Passspiel ist noch etwas unsauber und auch am Torabschluss muss "Vini" noch arbeiten.

Mit 18, respektive 21 Jahren bleibt den beiden Hoffnungsträgern jedoch noch ausreichend Zeit, die großen Erwartungen zu erfüllen. Die Voraussetzungen dafür sind allemal vorhanden.

Damit das ewige Duell Barca-Real auch in den nächsten Jahren wieder von Medien und Fans personifiziert werden kann: "Vini" vs. "Ous".