Trainer Abelardo (l.) hat aus Alaves einen ernst zu nehmenden Stolperstein für Real Madrid geformt
Trainer Abelardo (l.) hat aus Alaves einen ernst zu nehmenden Stolperstein für Real Madrid geformt © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago/SPORT1
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München - Deportivo Alaves mischt Spaniens La Liga auf - und liegt sogar vor Real Madrid. Der Höhenflug des einstigen Abstiegskandidaten hat verschiedene Gründe.

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Im Estadio Mendizorrotza geriet in dieser Saison schon so manches Team in Spaniens La Liga ins Straucheln. Am Wochenende erwischte es den FC Valencia.

"Die Spieler sahen aus wie Tänzer, die versuchten, nicht hinzufallen", klagte Trainer Marcelino hinterher. Den zur Hälfte gefrorenen Boden wollte Valencias Coach aber nicht allein als Ausrede für die 1:2-Niederlage bei Deportivo Alaves verstanden wissen.

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Sein Gegenüber ließ die Kritik an den Platzverhältnissen kalt. "Ich respektiere seine Meinung, auch wenn sie nicht stimmt. Schließlich war der Platz für beide Teams gleich schlecht", sagte Abelardo.

Vom letzten Platz Richtung Champions League

Als der 48-Jährige, der mit vollem Namen Abelardo Fernandez Artuna heißt, im Dezember 2017 den Trainerjob bei dem Klub aus der baskischen Hauptstadt Vitoria-Gasteiz übernahm, war Alaves gerade auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht.

Nur ein Jahr später ist aus dem Abstiegskandidaten ein Champions-League-Anwärter geworden. (DATENCENTER: Tabelle La Liga)

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Nach 18 Spieltagen belegt der UEFA-Cup-Finalist von 2001 den vierten Tabellenplatz, zwei Punkte hinter dem FC Sevilla, vier hinter Atletico Madrid und neun hinter dem enteilten Spitzenreiter FC Barcelona – aber: einen wertvollen Zähler vor Real Madrid.

Auch Real Madrid rutschte in Alaves aus

Die Königlichen sammelten Anfang Oktober ebenfalls ihre Erfahrungen im noch nicht einmal 20.000 Zuschauer fassenden Mendizorrotza. 0:1 hieß es am Ende aus Sicht der Madrilenen, die am Wochenende durch ihre sechste Saisonniederlage auch in der Tabelle vorerst hinter dem Überraschungsteam verharren.

"Was dieses Team leistet, ist beeindruckend. 31 Punkte erreicht zu haben, ist unglaublich", sagte Abelardo, dessen Mannschaft zuhause immer noch ungeschlagen ist.

Der frühere Verteidiger des FC Barcelona hat seinen Spielern vor allem defensive Kompaktheit eingeimpft, mit nur 18 Gegentoren stellt Alaves sogar eine bessere Abwehr als Tabellenführer Barca (20).

Spieler schwärmt von Coach Abelardo

Und seine Spieler schwärmen von ihrem Chef. "Er hat uns alle viel besser gemacht", lobte Stürmer Ruben Sobrino zu Saisonbeginn in der Sportzeitung Marca seinen Coach. "Er verdient es, dass wir ihn in jedem Interview erwähnen."

Abelardo ist der Anführer einer eingeschworenen Truppe, in der man vergeblich nach großen Stars sucht. Torhüter Fernando Pacheco ist laut transfermarkt.de mit einem Marktwert von 18 Millionen Euro mit Abstand der wertvollste Spieler im Kader.

Ausgebildet wurde der 26-Jährige übrigens bei Real Madrid, mit seiner Vertragsverlängerung bis 2023 gab er kurz vor dem Jahreswechsel ein klares Bekenntnis zu Alaves ab.

Seine Unterschrift begründete Pacheco damit, dass er sich in der "Familie" Alaves so wohlfühle.

Abelardo fordert Denkmal

Der Vater des Erfolgs ist derweil einfach nur "stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein", erklärte Abelardo am Samstag.

Seinen eigenen Anteil an der momentanen Erfolgsgeschichte spielt er gerne herunter. "Im Moment müssen wir den Spielern ein Denkmal bauen, sie sind die Hauptarchitekten dieser großartigen Hinrunde."

Sollte es am Ende tatsächlich für die Champions League reichen, stellen sie in Alaves bestimmt auch noch eine Statue für Abelardo dazu.