Michy Batshuayi
Michy Batshuayi steht bereits nach einem halben Jahr vor dem Aus beim FC Valencia © Getty Images

München - Anfang des Jahres war Michy Batshuayi beim BVB einer der Shootingstars der Bundesliga. Inzwischen steht der Belgier am Scheideweg seiner Karriere.

von Sven Sartison

Anfang Februar verzückte Michy Batshuayi die Bundesliga direkt bei seinem ersten Auftritt im Trikot für Borussia Dortmund.

Zwei Tore steuerte die Leihgabe des FC Chelsea zum 3:2-Sieg gegen den späteren Absteiger 1. FC Köln bei, bereitete zudem den Siegtreffer durch Andre Schürrle vor. In den folgenden Wochen legte der Stürmer fünf weitere Tore in neun Ligaspielen nach und eroberte so die Herzen der BVB-Fans im Sturm.

Nicht wenige erhofften und forderten einen langfristigen Verbleib des Belgiers. Dieser scheiterte letztendlich aber an der hohen Ablösesumme, die der FC Chelsea für seinen Spieler verlangte. Während die Dortmunder in Paco Alcacer inzwischen einen nicht minder torgefährlichen Ersatz gefunden haben, befindet sich Batshuayi in der vielleicht schwersten Situation seiner Karriere.

Batshuayi will als "besserer Spieler" zurückkehren

Nachdem Antonio Conte im Sommer Platz für Maurizio Sarri an der Seitenlinie der Blues gemacht hatte, fand auch der neue Trainer keine Verwendung für den belgischen Nationalspieler.

Der ergriff in der Folge erneut die Flucht aus London, wohin er 2016 für 39 Millionen Euro von Olympique Marseille gekommen war.

Beim FC Valencia erhoffte sich der 25-Jährige daraufhin, endlich den nächsten Schritt machen zu können, machte aber auch direkt klar, dass er nicht vorhabe, über die Saison hinaus in Spanien zu bleiben.

Der Times sagte er, die Leihe sei zwar wichtig für seine Entwicklung, aber nur "um zu zeigen, wie gut ich bin, damit ich als besserer Spieler zu Chelsea zurückkehren kann".

Nur ein Ligator in 14 Spielen

Doch wider Erwarten kam er in der spanischen Metropole erst einmal kaum zum Zug. In den ersten fünf Spielen wurde er jeweils nur eingewechselt, ehe er Ende September gegen Celta Vigo erstmals von Beginn an ran durfte. 

Batshuayi schien das Vertrauen zurückzuzahlen und erzielte beim 1:1 seinen ersten Treffer im Trikot der Blanquinegros. Auch in den folgenden Spielen stand er in der Startelf, ein Tor gelang ihm seither allerdings nicht mehr.

Lediglich in der Champions League gegen die Young Boys aus Bern und im spanischen Pokal gegen Drittligist CD Ebro knipste er noch jeweils einmal - zu wenig, um die Klub-Verantwortlichen zu überzeugen.

So mehren sich bereits seit Wochen die Gerüchte, dass Batshuayi den Verein bereits im Winter wieder verlassen müsse. Zuletzt berichtete die Marca, in Valencia sei man unzufrieden mit den Leistungen des Angreifers und strebe daher an, die Leihe vorzeitig zu beenden. 

Rückkehr zu Chelsea fast ausgeschlossen

Doch welche Alternativen bleiben dem gebürtigen Brüsseler überhaupt? Eine Rückkehr an die Stamford Bridge scheint zumindest im Winter ausgeschlossen.

"Ich habe mit niemandem gesprochen, überhaupt nicht", erklärte der "Batsman" bereits im Herbst. "Das sind Sachen, um die kümmern sich mein Agent und Chelsea - ich habe weder mit dem Klub, noch mit Sarri gesprochen."

In Alvaro Morata und Olivier Giroud hat Chelsea bereits zwei nominelle Mittelstürmer im Kader. Dazu wurde Eden Hazard zuletzt vermehrt im Sturmzentrum eingesetzt.

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Dazu passt auch ein Bericht der belgischen Zeitung Het Laatste Nieuws. Diese will erfahren haben, dass die Blues eine erneute Leihe anstreben und mit Crystal Palace bereits einen potenziellen Abnehmer gefunden haben.

Die Mannschaft aus dem Süden der Hauptstadt stellt mit lediglich 17 Saisontoren die drittschlechteste Offensive der Liga und könnte daher einen Torjäger gut gebrauchen, zumal Christian Benteke bereits seit September mit einer Knieverletzung ausfällt.

Neuer Anlauf unter Ex-Trainer Henry?

Darüber hinaus sollen auch AS Rom, der AC Mailand und AS Monaco Interesse an Batshuayi bekundet haben.

Im Fürstentum hätte er wohl zudem mit Trainer Thierry Henry einen prominenten Fürsprecher, der ihn noch aus Zeiten seiner Tätigkeit als Co-Trainer der belgischen Nationalmannschaft kennt.

Doch wo auch immer der Stürmer letztendlich landet - er wird beweisen müssen, dass er den Ansprüchen eines Spitzenklubs gerecht werden kann. Andernfalls könnte ihm drohen, in der Versenkung zu verschwinden.