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Zwei Monate nach dem Amtsantritt von Santiago Solari ist die Situation bei Real angespannt. Nach dem Patzer gegen Villareal scheint der Trainereffekt verpufft.

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Es läuft nicht rund für Real Madrid. Nach einem erneuten Rückschlag in der spanischen Meisterschaft liegen die Königlichen mit sieben Punkten Rückstand auf Spitzenreiter FC Barcelona auf Platz vier. Das Team stagniert auch unter dem neuen Trainer Santiago Solari.

Beim Tabellen-17. FC Villarreal kam das Team um Nationalspieler Toni Kroos am Donnerstag nur zu einem 2:2. Zu allem Überfluss bangt Real einmal mehr um Gareth Bale, der mit einer Wadenverletzung ausgewechselt werden musste.

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Real zurück in der Realität

Dabei hatte der Pflichtspielstart ins neue Jahr der Auftakt einer Aufholjagd werden sollen. Denn als die Ligakonkurrenz kurz vor Weihnachten letztmals Punkte sammelte, waren die Königlichen in größerer Mission unterwegs. Am 22. Dezember gewannen sie im Finale um die Klubweltmeisterschaft mit 4:1 gegen Al-Ain FC.

Das Nachholspiel gegen Villarreal war die Gelegenheit, diesen Rückenwind in die Liga mitzunehmen. Doch dann entglitt den Madrilenen die vermeintliche Pflichtübung beim Abstiegskandidaten. "Wir hatten gut trainiert und waren bestens vorbereitet", zeigte sich Schlussmann Thibaut Courtois ratlos. "Wir hatten das Spiel eigentlich im Griff, die Punkte hätten wir niemals abgeben dürfen."

Real ist nach dem neuerlichen Patzer mehr denn je unter Zugzwang, denn Spitzenreiter Barca droht zu enteilen. "Die Saison läuft schlecht für uns", gestand Rechtsverteidiger Dani Carvajal. "Es ist klar, dass es schwierig wird, den Meistertitel noch zu gewinnen."

Real stagniert unter Solari

Zwei Monate nach dem Trainerwechsel von Julen Lopetegui zu Santiago Solari sieht sich Real an einem Punkt der Stagnation. Auf ein kurzes Zwischenhoch folgte der Rückfall in alte Muster – der Trainereffekt scheint bereits verpufft. Der Abstand zum FC Barcelona ist genauso groß wie zum Zeitpunkt der Entlassung Lopeteguis.

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Solari muss nun einen Weg finden, um den Schalter wieder umzulegen. Denn ein spielerischer Fortschritt ist bei Real aktuell nicht zu erkennen. Auch Carvajal ist sich des Ernsts der Lage bewusst: "Wir müssen enger zusammenstehen als jemals zuvor. Die nächsten Partien sind Endspiele für uns."

Auch Solaris Vorgänger schwächelten in der Liga

Dass Real in der nationalen Liga schwächelt, ist angesichts der jüngeren Vergangenheit nicht ungewöhnlich. In den letzten zehn Jahren gewannen die Blancos nur zweimal die Meisterschaft – 2011/12 unter Jose Mourinho und zuletzt 2016/17 unter Zinedine Zidane. In dieser Zeit kam es zudem fünfmal vor, dass die Königlichen den Ligatitel bereits vor dem letzten Spieltag abhaken mussten.

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Vier Champions-League-Titel seit 2014 sind aber ein Beleg, dass Real durchaus in der Lage ist zuzulegen, wenn es wichtig wird. "Ich finde die Kritik ungerecht", sagt daher Lucas Vazquez. "Es gibt immer wieder Phasen, in denen an unserer Stärke gezweifelt wird. Doch dann kommen wir zurück und gewinnen Titel. Wir verdienen ein bisschen mehr Vertrauen."