Die Zeit für Julen Lopetegui als Trainer von Real Madrid ist bereits abgelaufen. Die Königlichen trennen sich von dem erfolglosen Coach, der erst im Sommer geholt wurde.

von Sportinformationsdienst

Zum demütigenden Schlussakkord "durfte" Julen Lopetegui noch einmal das Training von Toni Kroos und Co. leiten, dann wurde der erfolglose Coach von Real Madrid weniger als 24 Stunden nach dem blamablen 1:5 im Clasico beim Erzrivalen FC Barcelona am Montagabend erwartungsgemäß entlassen.

Reservecoach Santiago Solari soll die Königlichen zunächst als Interimscoach zurück in die Erfolgsspur führen. Am Dienstag wird der 42-jährige Argentinier erstmals das Training leiten.

Mit der Entlassung des erfolglosen Nachfolgers von Zinedine Zidane wolle man "die Dynamik der ersten Mannschaft verändern, da alle Saisonziele noch erreichbar sind", erklärte der spanische Rekordmeister und führte aus: "Es besteht ein Missverhältnis zwischen der Qualität des Personals, das mit acht Spielern für den Goldenen Ball nominiert ist - etwas, das in der Klubgeschichte noch nie passiert ist - und den bisherigen Ergebnissen."

Kommt Roberto Martinez statt Conte?

Als neuer Trainer wird derzeit der belgische Nationaltrainer Roberto Martinez gehandelt. Zunächst galt Antonio Conte als Favorit für den Trainerstuhl der Königlichen. Wie die Marca und der spanische TV-Sender La Sexta allerdings vermeldeten, seien die Verhandlungen mit dem 49-jährigen Italiener ins Stocken geraten.

Am Nachmittag nämlich stellte sich Conte nach übereinstimmenden Angaben der gut informierten Sportblättern AS und Marca quer. Demnach habe der frühere Chelsea-Trainer den Königlichen in letzter Minute abgesagt. Dem stolzen Disziplinfanatiker habe missfallen, wie seine nahende Berufung von einflussreichen Teilen der Real-Mannschaft aufgenommen worden sei.

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"Respekt verdient man sich, man kann ihn nicht erzwingen", hatte Kapitän Sergio Ramos erklärt: "Die Art, wie ein Trainer mit der Kabine umgeht, ist wichtiger als sein Fachwissen." Auch der Klubheilige Jorge Valdano kritisierte den autoritären Ansatz Contes. Nun wird wohl ein anderer den Champions-League-Sieger zurück zu alter Stärke führen müssen.

Real Madrid mit schwacher Bilanz

Fünf Niederlagen in den vergangenen sieben Spielen, Platz neun in der Liga hinter Klubs wie Alaves, Levante, Valladolid oder Getafe, und sieben Punkte Rückstand auf Barca waren für den stolzen Perez nicht hinnehmbar. Der Clasico war "die letzte Schaufel Erde" auf Lopeteguis Grab, schrieb die AS. "Madrid war ein Desaster", gab Mittelfeldmann Casemiro zu.

"Die Lage ist beschissen", sagte Ramos: "Wir unterstützen den Trainer bis zum Tod, aber die Entscheidungen werden oben getroffen." Isco sagte: "Man müsste uns alle rauswerfen, nicht nur den Trainer."

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Lopetegui war nicht Perez' erste Wahl auf die Nachfolge von Erfolgscoach Zidane. Mauricio Pochettino, Massimiliano Allegri, Conte, Jürgen Klopp, Julian Nagelsmann - sie alle wurden vergeblich kontaktiert, ehe er Spaniens Nationalmannschaft deren Erfolgscoach entriss. Perez, ätzten Kritiker, habe binnen vier Monaten die Seleccion und Real zerstört.

Am Mittwoch im Hinspiel des Sechzehntelfinales der Copa del Rey bei Drittligist UD Melilla wird Solari sein Debüt feiern. Gemäß der Regularien in Spanien darf ein Interimstrainer maximal 14 Tage die Verantwortung tragen. Danach muss er durch eine Dauerlösung ersetzt - oder selbst zum Chef befördert werden.

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