Real setzt trotz der Pleite gegen Levante weiter auf Trainer Lopetegui. Sollte jedoch auch der Clasico verloren gehen, stünde bereits ein alter Bekannter bereit.

von SPORT1

Julen Lopetegui bleibt trotz der jüngsten Negativserie vorerst Trainer von Real Madrid. Sollte aber auch der Clasico am kommenden Sonntag verloren gehen, hätten die Verantwortlichen bereits einen alten Bekannten als Nachfolger ins Auge gefasst. 

Wie der spanische Radiosender Cadena SER berichtet, kam es unmittelbar nach der 1:2-Niederlage gegen UD Levante zu einem Treffen mit Präsident Florentino Perez. Das Vier-Augen-Gespräch soll lediglich 15 Minuten gedauert haben, anschließend sprach Perez wie üblich in der Kabine zu den Spielern.

Der schlechte Lauf des Champions-League-Siegers hat historische Ausmaße angenommen.

Real stellt Negativrekord auf

Bei der vierten Niederlage aus den vergangenen fünf Spielen stellten die erfolgsverwöhnten Königlichen am Samstag sogar einen klubinternen Negativ-Rekord auf: Nie in der ruhmreichen 116-jährigen Geschichte des Vereins hat Real länger auf ein Tor warten müssen. Der Anschlusstreffer des Brasilianers Marcelo (72.) kam zu spät, um die zuvor längste Durststrecke von 465 Minuten aus der Saison 1984/85 zu unterbieten.

Lopetegui soll dennoch auch am Dienstag in der Champions League gegen Viktoria Pilsen auf der Bank sitzen (Champions League: Real Madrid - Viktoria Pilsen ab 20.45 Uhr im LIVETICKER).

Nach der Niederlage hatten sich die Spieler vor den Nachfolger von Erfolgstrainer Zinedine Zidane gestellt: "Wir stehen bis zum Tod hinter ihm", stellte Marcelo klar. "Er geht mit uns sehr gut um. Wie mit ihm umgegangen wird, ist unfair."

Marca: Lopeteguis Zeit abgelaufen

Kapitän Sergio Ramos erklärte, es sei "nie gut, wenn man den Trainer wechselt. Wir Spieler treffen die Entscheidungen nicht. Aus meiner Sicht als Kapitän hat Lopetegui aber die Unterstützung der Mannschaft."

Real ist seit fünf Pflichtspielen ohne Sieg, nach der dritten Saisonniederlage beträgt der Abstand auf Tabellenführer FC Barcelona vier Punkte. Am kommenden Wochenende kommt es zum Clasico zwischen Barca und den Madrilenen (La Liga: FC Barcelona - Real Madrid So., ab 16.15 Uhr im LIVETICKER).

Die dem Klub sehr nahe stehende Zeitung Marca sieht Lopeteguis Amtszeit dennoch schon als so gut wie beendet an. "Dieses Madrid ist eine Ruine", schrieb das Blatt. "Lopetegui ist verurteilt. Es fehlt nur noch der Datumsstempel, wann er Real als Trainer verlässt. Wenn es nicht heute ist, wird es morgen sein. Oder in der kommenden Woche. Oder nach dem Clasico."

Guti als Zidane 2.0?

Ein möglicher Nachfolger für den Basken steht laut der spanischen Zeitung AS auch schon bereit: José María Gutiérrez Hernández, dem gemeinen Fußballfan eher unter dem Namen Guti bekannt. Der ehemalige Publikumsliebling der Blancos steht aktuell zwar als Co-Trainer in Diensten des türkischen Erstligisten Besiktas, dürfte aber bei einem Angebot seiner alten Liebe dennoch schwach werden.

Laut dem Bericht des spanischen Blattes sehen die Verantwortlichen in Madrid in Guti eben jenen Trainer-Typ, den auch Zinedine Zidane verkörperte. Ein Mann, der den Verein in- und auswendig kennt, ein hohes Ansehen bei den Fans genießt und als exzellenter Kommunikator gilt.

Guti verließ den Verein zwar erst zum Ende der vergangenen Spielzeit Richtung Türkei, vor allem seine starken Leistungen bei der U19 Real Madrids ließen ihn jedoch schon in diesem Sommer in den Fokus rücken.

Unerfahrenheit auch bei Zidane kein Nachteil

Gegen eine Berufung Gutis spricht natürlich seine Unerfahrenheit auf absolutem Top-Level. Aber auch "Zizou" wurde im Jahr 2016 auf den königlichen Trainer-Chefsessel beordert, ohne jemals als Hauptverantwortlicher eine Profimannschaft trainiert zu haben. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Sollten Julen Lopetegui und seine Mannschaft auch den mit viel Spannung erwarteten Clasico am kommenden Sonntag nicht erfolgreich bestreiten, dürften die Rufe nach einem "neuen" Zidane in Madrid nicht leiser werden.