München - Real Madrids Krise spitzt sich immer mehr zu. Auch gegen Levante bleiben die Königlichen erfolglos. Julen Lopetegui muss bangen, erhält von den Spielern aber Rückendeckung.

von Filip Knopp

Fünftes Pflichtspiel in Folge ohne Sieg: Die Krise bei Real Madrid nimmt immer schlimmere Ausmaße an.

Am Samstagnachmittag unterlag der Champions-League-Triumphator Underdog UD Levante im Estadio Santiago Bernabeu 1:2.

In der Tabelle von La Liga rutscht Real am 9. Spieltag vorerst auf den fünften Platz ab. Trainer Julen Lopetegui muss angesichts der anhaltenden Misere mehr denn je um seinen Job bangen. 

Rückendeckung für Lopetegui: "Stehen bis zum Tod hinter ihm"

"Das ist das Letzte, woran ich denke", kommentierte der 52-jährige Spanier im Anschluss an die Partie jedoch eine mögliche Entlassung.

Von seinen Spielern erhält Lopetegui einmal mehr Rückendeckung. "Wir stehen bis zum Tod hinter ihm", stellte Marcelo klar. "Er geht mit uns sehr gut um. Wie mit ihm umgegangen wird, ist unfair", reklamierte der Brasilianer gegenüber den Medien. 

Dabei zog Marcelo einen Vergleich zu Rafael Benitez, der 2015 nach nur einem halben Jahr vom Hof gejagt worden war.

ANZEIGE: DAZN gratis testen und La Liga live & auf Abruf erleben

Ramos: Trainerwechsel "nie gut"

Sergio Ramos unterstrich unterdessen, es sei "nie gut, wenn man den Trainer wechselt. Wir Spieler treffen die Entscheidungen nicht. Aus meiner Sicht als Kapitän hat Lopetegui aber die Unterstützung der Mannschaft".

Real mit frühem Doppelschlag geschockt

Angesichts des Auftritts gegen Levante stellt sich aber erneut die Frage, ob der Coach das Team wirklich noch erreicht.

Nach sieben Minuten gingen die Gäste schon durch Jose Luis Morales in Führung. Torwart Thibaut Courtois und Verteidiger Raphael Varane gaben bei dem Gegentreffer keine gute Figur ab.

Der französische Weltmeister war auch am 0:2 entscheidend beteiligt. Varane beging im eigenen Strafraum ein Handspiel, den fälligen Elfmeter verwandelte Roger Marti für Levante (13.).

Real vergab in der Folge beste Chancen kläglich oder scheiterte an der Latte. Ein Anschlusstreffer von Isco wurde aufgrund einer Abseitsstellung zurückgenommen (18.).

Real-Fans pfeifen Mannschaft aus

Die Fans im Bernabeu-Stadion quittierten den Zwei-Tore-Rückstand zur Halbzeit mit unüberhörbaren Pfiffen.

Trainer Lopetegui reagierte und wechselte zum Seitenwechsel den zunächst geschonten Angreifer Gareth Bale für Rechtsverteidiger Alvaro Odriozola ein. Lucas Vazquez wich dafür vom Flügel in die Defensive.

Nach einer Stunde kamen auch Karim Benzema und Daniel Ceballos für Isco und Marco Asensio. Toni Kroos erhielt eine Pause und saß 90 Minuten auf der Bank.

ANZEIGE: Jetzt Fanartikel von Real Madrid sichern - hier geht es zum Shop

Marcelo verkürzt

Die personellen Veränderungen erzielten Wirkung. Benzema bediente Marcelo, der aus kurzer Distanz den Anschluss erzielte (72.).

Es war das Ende der längsten Durststrecke in der Vereinsgeschichte. 481 Minuten war Real seit dem 22. September ohne eigenen Treffer geblieben.

Es blieb allerdings bei dem 1:2. Auch, weil Benzema nur den Pfosten traf (76.). 

Barca kann auf Abstand gehen

Der FC Barcelona kann den Vorsprung mit einem Sieg in Sevilla (La Liga: FC Barcelona - FC Sevilla ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) auf vier Punkte erhöhen.

Am Dienstag treffen die Königlichen in der Champions League auf Viktoria Pilsen, am kommenden Sonntag geht es nach Barcelona zum Clasico.