München - Der Transfer-Hammer des Jahres ist perfekt! Cristiano Ronaldo verlässt Real Madrid und wechselt zu Juventus. Für die Italiener ist es ein kostspieliger Deal.

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Eine Ära ist zu Ende, der Mega-Deal des Jahres perfekt: Cristiano Ronaldo verlässt Champions-League-Sieger Real Madrid nach neun Jahren und schließt sich dem italienischen Meister Juventus an. Dies gaben beide Klubs am frühen Dienstagabend bekannt.

"Ich möchte mich herzlich bedanken beim Klub, bei den Fans und dieser Stadt. Aber ich denke, es ist an der Zeit, einen neuen Abschnitt in meinem Leben zu beginnen. Deshalb habe ich den Klub gebeten, dem Transfer zuzustimmen. Ich bitte alle, vor allem unsere Fans, um Verständnis", sagte Ronaldo.

Präsentation am Montag?

Juve bestätigte, insgesamt 112 Millionen Euro für den 33-Jährigen zu überweisen. Die Summe setzt sich zusammen aus 100 Millionen Gebühr an Real und noch einmal zwölf Millionen als Solidaritätsbeitrag gemäß den FIFA-Bestimmungen und Nebengebühren.

Ronaldo erhält einen Vierjahresvertrag bei der "Alten Dame", der ihm nach Angaben der Gazzetta dello Sport und AS 120 Millionen Euro netto - also 30 pro Saison - einbringt. Die Gesamtkosten für Juve betragen demnach 232 Millionen Euro. Ronaldo soll laut Maisfutebol am Montag in Turin präsentiert werden.

Ronaldo mit Khedira und Can bei Juve

Dort trifft der Ausnahmekönner auf die deutschen Nationalspieler Sami Khedira und Emre Can. Mit Khedira hatte er bereits von 2010 bis 2015 zusammengespielt.

"Das ist ein besonderer Tag für Juventus. Ich kann es kaum erwarten, wieder mit dir zusammenzuspielen", schrieb Khedira auf Twitter. Toni Kroos verabschiedete seinen Kollegen als "wahren Champion" und "Legende". (Die Reaktionen zum Ronaldo-Transfer)

Ronaldo war 2009 für die damalige Rekordsumme von 94 Millionen Euro von Manchester United nach Madrid gewechselt. Dort gewann er 16 Trophäen, unter anderem zwei spanische Meisterschaften und vier Champions-League-Titel. Der Portugiese erzielte in 438 Spielen im weißen Trikot 450 Tore.

CR7 deutete Real-Abschied im Mai an

Real bedankte sich in einer Mitteilung bei "einem Spieler, der gezeigt hat, dass er der beste der Welt ist und eine der brillantesten Phasen in der Geschichte des Klubs und im Weltfußball geprägt hat". 

Ronaldo werde "immer eines unserer großen Symbole und eine einzigartige Referenz für die kommenden Generationen sein."

Der Superstar hatte seinen Abschied bereits nach dem Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool am 26. Mai angedeutet. Es sei "sehr schön" gewesen, für Real zu spielen, lauteten seine Worte. Allerdings ruderte er tags darauf zurück.

"Bis zur nächsten Saison", sagte er den Anhängern des spanischen Rekordmeisters bei der Titelfeier im Estadio Santiago Bernabeu.

Juve-Fans feiern Ronaldo nach Traumtor

Während der Weltmeisterschaft in Russland intensivierte sich aber sein Kontakt zu Juventus-Boss Andrea Agnelli - und so entschloss sich Ronaldo nach dem Achtelfinal-Aus mit den Portugiesen gegen Uruguay (1:2) endgültig für einen Neustart.

"Die Zeit bei Real Madrid, die Zeit in dieser Stadt, war wahrscheinlich die glücklichsten meines Lebens. Ich habe viel darüber nachgedacht", betonte er. 

Agnelli hatte dem Vernehmen nach schon im April die Möglichkeit auf eine Verpflichtung abgeklopft. Ronaldo war damals nach seinem Traum-Fallrückziehertor im Viertelfinale der Champions League gegen Juve von den Turiner Fans gefeiert worden. 

"Das werde ich nicht vergessen", sagte er nach jenem Spiel sichtlich berührt. Diese Wertschätzung erhielt er bei Real nicht immer.

Probleme mit Real-Boss Perez

Oft pfiffen ihn die eigenen Fans im Bernabeu aus, wenn er das Tor verfehlte. Zum endgültigen Bruch dürfte aber sein schwieriges Verhältnis zu Vereinspräsident Florentino Perez geführt haben.

Dieser soll Ronaldo in der Rückrunde angeblich untersagt haben, ihn in die Gehaltsregion seines ewigen Widersachers Lionel Messi zu hieven. Ronaldo verdiente mit 21 Millionen Euro netto rund 14 weniger als der Stürmer des FC Barcelona.

Außerdem kursierten immer wieder Gerüchte, wonach Perez gerne einen neuen, jungen "Galaktischen" verpflichten würde. PSG-Star Neymar wurde von der spanischen Presse immer wieder als möglicher Ronaldo-Erbe betitelt.

Eine Majestätsbeleidigung für den fünfmaligen Weltfußballer, der speziell in der Rückrunde mehrfach in Interviews betonte, sich auch mit 33 noch für den Weltbesten zu halten.

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