München - Ein halbes Jahr nach dem Wechsel von Ousmane Dembele zum FC Barcelona ist die Euphorie großer Ernüchterung gewichen. Die Bilanz des Ex-Dortmunders ist erschreckend.

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Wie schnell sich die Zeiten doch ändern.

Vor nicht einmal sechs Monaten stand ganz Barcelona kopf, als Ousmane Dembele im Camp Nou vorgestellt wurde.

Tausende Fans strömten ins Stadion des FC Barcelona, und Präsident Josep Bartomeu ließ sich zu einer wahren Lobeshymne hinreißen: "Wir sind sehr stolz, diesen Spieler verpflichtet zu haben. Er hat in kurzer Zeit schon Großes gezeigt, wir freuen uns in hier in Aktion zu sehen."

Am Montag äußerte sich Trainer Ernesto Valverde zu Dembeles Leistung - und klang dabei ganz und gar nicht euphorisch. "Er sollte seine Stärken einsetzen, die er ausspielen kann, wenn er mit Tempo auf seinen Gegenspieler zuläuft. Er agierte dabei heute unglücklich, aber immerhin hat er es versucht", sagte er nach Dembeles halbstündigem Comeback beim 0:0 gegen den FC Getafe.

Dembeles ernüchternde Zahlen

Bemüht, aber erfolglos: Diese Aussage könnte auch als Überschrift über das erste halbe Jahr des jungen Franzosen stehen, der sich im vergangenen Sommer von Borussia Dortmund nach Barcelona gestreikt hatte.

Ganze acht Pflichtspiele bestritt der 20-Jährige bislang für Barca - nur drei von Beginn an. Lediglich 290 Minuten stand er auf dem Rasen. Bei einer Transfersumme von 105 Millionen Euro gab Barca für ihn bislang also 362.069 Euro pro Einsatzminute aus.

Das sind die Zahlen von Ousmane Dembele nach einem halben Jahr beim FC Barcelona
Das sind die Zahlen von Ousmane Dembele nach einem halben Jahr beim FC Barcelona © iM Football

Ein Tor hat er für seinen neuen Klub noch nicht geschossen, nur zwei Torvorlagen stehen für ihn zu Buche.

Viele Spiele verpasste er zwar wegen Verletzungen. Doch auch daran trägt er eine gewisse Mitverantwortung. Nachdem er sich im September 2017 einen Muskelriss im Oberschenkel zugezogen hatte, wollte er sein Comeback offensichtlich erzwingen - und verletzte sich Mitte Januar erneut am Oberschenkel.

Coutinho nimmt Dembeles Platz ein

Nun könnte es für ihn jedoch noch schwerer werden, wieder zu regelmäßigen Einsätzen zu kommen. Was nicht nur an seiner schwachen Leistung gegen Getafe und der anschließenden Kritik seines Trainers liegt.

Durch die Verpflichtung von Philippe Coutinho vom FC Liverpool hat Barcelona im Angriff noch mehr Optionen. Der Brasilianer hat sich schnell in seiner neuen Heimat zurechtgefunden und erzielte im fünften Einsatz für die Katalanen - im Halbfinal-Rückspiel des Pokal-Wettbewerbs beim FC Valencia - seinen ersten Treffer.

Damit ist er auf dem besten Weg, den Abgang von Neymar zu Paris Saint-Germain zu kompensieren.

Diese Rolle war eigentlich für Dembele vorgesehen gewesen.

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