Madrid und München - Real Madrid scheidet blamabel aus dem Pokal aus. Für Zinedine Zidane wird es immer ungemütlicher. Der Trainer spricht sogar schon von einem Endspiel.

von

Die Talfahrt von Champions-League-Sieger Real Madrid nimmt kein Ende.

Spätestens nach dem blamablen Aus im Pokal-Viertelfinale gegen den Madrider Vorstadtklub CD Leganes wird es auch für Trainer Zinedine Zidane ziemlich ungemütlich. 

"Wir müssen über das, was heute passiert ist, nachdenken und die richtigen Schlüsse ziehen. Es ist eine schwierige Situation. Wir bitten unsere Fans um Entschuldigung", sagte Real-Direktor Emilio Butragueno nach dem 1:2 (0:1) im Rückspiel am Mittwochabend.

(DAZN zeigt die Copa del Rey live. Jetzt kostenlosen Testmonat sichern!)

Wie spanische Medien berichten, ist eine sofortige Trennung von Zidane sehr unwahrscheinlich. Eine Zusammenarbeit über die Saison hinaus gilt aber als äußerst fraglich.

"Ich bin der alleinige Verantwortliche dafür", erklärte Zidane nach der historischen Schmach. "Es ist mein Versagen und ich nehme diese Niederlage auf meine Kappe."

Kroos kann nur tatenlos zusehen

Der Franzose hatte die Rotationsmaschine angeworfen und neben den Superstars Cristiano Ronaldo und Gareth Bale auch Weltmeister Toni Kroos geschont. Dieser Plan ging gehörig in die Hose.

Real präsentierte sich vor allem in der ersten Halbzeit überraschend harmlos und gab nur einen Torschuss ab. Leganes dagegen spielte frech auf und geriet folgerichtig durch einen präzisen Schuss von Javier Eraso (31.) aus 25 Metern in Führung.

In der 47. Minute glich Karim Benzema für die Gastgeber aus, doch Gabriel brachte den Underdog nur acht Minuten später per Kopf wieder in Front (55.). 

Real erhöhte fortan den Druck und brachte mit Luka Modric und Dani Carvajal zwei zunächst auf der Bank gelassene Stammkräfte, doch die tapferen Gäste brachten die Führung über die Zeit.

Riesenjubel: Das kleine Leganes erreichte erstmals das Pokal-Halbfinale © Getty Images

"Mein schlimmster Abend"

"Das ist mein schlimmster Abend als Trainer", räumte Zidane im Nachhinein ein. Für Real ist Ende Januar bereits der zweite von drei möglichen Titeln verspielt. In der spanischen Meisterschaft liegt das Starensemble satte 19 Punkte hinter Erzrivale FC Barcelona.

"Wir müssen jetzt realistisch sein. Uns bleibt nur noch die Champions League", erkannte der frühere Leverkusener Carvajal.

Das Problem: Im Achtelfinale der Königsklasse gegen Paris Saint-Germain  (14. Februar/6. März) wartet bereits eine Mammutaufgabe auf die Madrilenen.

Zidane weiß, dass die Duelle mit den Franzosen maßgeblich über seine Zukunft entscheiden. "Das ist doch eindeutig", sagte der 45-Jährige: "Ich muss schnell Lösungen für unsere Probleme finden."

Weiterlesen