München - Das Duell zwischen Real und Barca steht auch ganz im Zeichen von Toni Kroos und Marc-Andre ter Stegen. Den beiden Deutschen wird von Fans und Zeitungen gehuldigt.

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Toni Kroos und Marc-Andre ter Stegen sind sich bis auf ihre Staatsbürgerschaft nicht sonderlich ähnlich. 

Der eine spielt im Mittelfeld von Real Madrid, der andere im Tor des FC Barcelona. Und doch haben die beiden Nationalspieler eine große Gemeinsamkeit: Sie werden angehimmelt. 

Kroos und ter Stegen sind bei ihren Klubs mit konstanten Glanzleistungen zu unverzichtbaren Leistungsträgern und Fanlieblingen aufgestiegen - und stehen deshalb auch beim größten Spiel der Welt, beim Clasico, im Mittelpunkt (ab 13 Uhr im LIVETICKER auf SPORT1.de und bei DAZN).

Auch die spanischen Zeitungen huldigten den beiden Nationalspielern im Vorfeld. Über Kroos schrieb die AS, er sei "sicherer als das beste deutsche Auto" - ter Stegen wurde von der Marca sogar als "Lionel Messi mit Handschuhen" bezeichnet.

"Ein bisschen früh, Real abzuschreiben"

Trotz des Wirbels vor dem Aufeinandertreffen der Erzrivalen gibt sich ter Stegen entspannt. "Ich habe normalerweise nie Probleme einzuschlafen. Auch nicht vor einem solchen Spiel", sagte der Torhüter der spanischen Tageszeitung El Pais.

Die Anspannung bei dem gebürtigen Mönchengladbacher und seinen Mitspielern hält sich vor dem Prestige-Duell ohnehin in Grenzen. Sie haben bei einem Spiel mehr satte elf Punkte Vorsprung auf den Meister. Ein Sieg im Santiago Bernabeu und das Titelrennen der spanischen Riesen könnte so früh entschieden sein wie lange nicht mehr. 

"Es wäre ein bisschen früh, Real abzuschreiben", meinte Kroos im Interview mit DAZN. Nach der erfolgreich verteidigten Klub-Weltmeisterschaft, dem insgesamt fünften Titel in diesem Kalenderjahr, ist das Selbstvertrauen bei den Madrilenen ungebrochen.

"Es ist vielleicht auch normal, dass nach zwei solchen Jahren, in denen du zweimal die Champions League gewinnst, so ein kleiner Schlenker nach unten kommt", erklärte Regisseur Kroos.

Barca noch ungeschlagen

Real hat in der bisherigen Hinrunde schon vier Niederlagen kassiert. Barca dagegen ist als einziges Team neben Atletico Madrid ungeschlagen.

"Barca spielt die bessere Saison als wir, aber die ist eben lang. Sie haben vielleicht das Spielglück, das wir letzte Saison manchmal auch ein bisschen hatten. Da war auch nicht immer alles überragend", betonte Kroos.

Ter Stegen schreibt die starke Verfassung der Katalanen vor allem Ernesto Valverde zu. Der im Sommer von Athletic Bilbao verpflichtete Coach habe dafür gesorgt, dass die Mannschaft wieder "eine Familie" sei statt eine Ansammlung von Einzelkönnern.

Muss Ronaldo passen?

Aber auch spielerisch hat sich bei Barca seit der üblen Klatsche im Supercup gegen Real im August einiges getan. Valverde setzt auf Effizienz statt Schönheit. Sein oberstes Gebot lautet, hinten die Null zu halten.

"Wir verteidigen jetzt viel besser", findet ter Stegen. Der 25-Jährige will im Bernabeu auch im elften Liga-Spiel in dieser Saison ohne Gegentor bleiben.

Das dürfte schwierig, aber nicht unmöglich werden. Mit Cristiano Ronaldo ist vor dem Schlager am 17. Spieltag ausgerechnet Reals bester Torschütze angeschlagen. Ein Einsatz des Weltfußballers ist sogar fraglich.

Vielleicht schlüpft Kroos dann ja in die Rolle des Weltfußballers - und macht sich bei den Fans noch beliebter. 

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