Madrid - Real feiert im Clasico gegen Barca den zweiten Titel der Saison. Selbst ohne Ronaldo gewinnen die Königlichen auch das Rückspiel der Supercopa. Pique ist bedient.

Der spanische Meister Real Madrid hat im Duell mit Erzrivale und Pokalsieger FC Barcelona die spanische Supercopa gewonnen.

Nach dem 3:1 im Hinspiel im Camp Nou entschieden die Königlichen auch das Rückspiel im heimischen Estadio Santiago Bernabeu mit 2:0 (2:0) für sich.

Youngster Marco Asensio brachte die Gastgeber schon in der 4. Minute mit einem fulminanten Fernschuss in Führung. Nachdem Real-Stürmer Lucas Vazquez zwischenzeitlich am Pfosten gescheitert war, erhöhte Teamkollege Karim Benzema (39.) noch vor der Pause auf 2:0.

Für Champions-League-Sieger Madrid ist es nach dem Gewinn des europäischen Supercups gegen Europa-League-Champion Manchester United bereits der zweite Titel der neuen Saison.

Barcelona hatte nach der Pause bei zwei Aluminiumtreffern seine besten Chancen: Lionel Messi (53.) scheiterte jedoch an der Unterkante der Latte, Luis Suarez (70.) per Kopfball am Außenpfosten.

Pique schlägt Alarm

So stand am Ende für Barca im ersten sportlichen Kräftemessen mit dem Erzrivalen eine letztlich klare Niederlage zu Buche, die ihre Wirkung nicht verfehlte.

"Die Saison ist sehr lang und es ist noch viel Zeit, sich zu verbessern", flüchtete Barcelonas Abwehrchef Pique zwar zunächst in Hoffnungsparolen. Was der stolze Katalane, in den stets brisanten Duellen mit Real emotional regelmäßig an vorderster Front, aber danach zum Besten gab, dürfte jedem Fan der Blaugrana einen Stich ins Herz verpassen.

"Zum ersten Mal in den neun Jahren, die ich nun in Barcelona bin, habe ich das Gefühl, dass wir Madrid unterlegen sind", resümierte der 30-Jährige kleinlaut und legte kurz darauf nach: "Klar, sie haben erst kürzlich die Champions League gewonnen, dennoch ist es noch nicht so lange her, dass wir hier gewonnen haben."

Pique gab zudem unumwunden zu, dass sein Verein aktuell eine schwere Phase durchschreite: "Es ist gerade keine einfache Zeit für die Mannschaft und den Verein. Wir müssen so schnell es geht wieder zu uns finden und das Ruder herumreißen."

PSG stichelt gegen Barca

Als wäre die sportliche Demütigung nicht genug, mussten Pique und Co. während der Partie zudem noch Spitzen über sich ergehen lassen.

Die Real-Fans schrien immer wieder lauthals "Se queda" (auf Deutsch: Er bleibt). Eine klare Anspielung auf einen Tweet von Pique vor einigen Wochen, mit dem er fälschlicherweise verkündet hatte, Superstar Neymar werde bei Barca bleiben.

Und auch Paris Saint-Germain, der neue Klub des kürzlich nach Frankreich gewechselten Neymar, genoss die Pleite der Katalanen offenbar sichtlich. 

Noch während das Spiel lief, setzten die Franzosen über ihren englischen Twitter-Account einen Post ab, der den Brasilianer bestens vergnügt im PSG-Training zeigt. 

Ronaldo sitzt auf der Tribüne

Bei Real machte sich das Fehlen von Superstar Cristiano Ronaldo nicht bemerkbar: Der Weltfußballer hatte im Hinspiel nach einer vermeintlichen Schwalbe die Gelb-Rote Karte gesehen und verfolgte die Partie auf der Tribüne.

Weil er nach seinem Platzverweis in Barcelona zudem den Schiedsrichter geschubst hatte, fehlt der Portugiese seiner Mannschaft noch in vier weiteren Pflichtspielen.

Toni Kroos stand bei Gastgeber Real in der Startelf und wurde nach 80 Minuten durch Neuzugang Dani Ceballos ersetzt. Torhüter Marc-Andre ter Stegen spielte aufseiten von Barcelona 90 Minuten durch.