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Überraschend scheiden sowohl Real Madrid als auch der FC Barcelona im Viertelfinale des spanischen Pokals aus. SPORT1 zeigt die internationalen Pressestimmen.

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Zinedine Zidane war einfach nur "traurig", sein Kollege Quique Setien verstand die Fußball-Welt nicht mehr: Der historische Doppel-K.o. von Real Madrid und des FC Barcelona im Viertelfinale des spanischen Königspokals hat nicht nur die Trainer schockiert.

Das Real-Hausblatt Marca schimpfte auf den "verfluchten Wettbewerb", AS berichtete von einer "tragischen Nacht". "Grausam", titelte Sport in Barcelona, "Schande" schrieb L'Esportiu.

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Während Real sich blamierte und zwischenzeitlich einem 1:4 im heimischen Santiago Bernabéu gegen Real Sociedad hinterherhinkte, wurde Barca in letzter Sekunde der Nachspielzeit durch ein Eigentor von Sergio Busquets aus den Titel-Träumen gerissen.

SPORT1 fasst die internationalen Pressestimmen zusammen.

Spanien:

Die AS schreibt über das Aus: "Der größte Schock seit zehn Jahren". Damit bezieht sich die renommierte Zeitung auf das letzte Mal, als ein Copa-Halbfinale ohne Real und Barca stattfand. In der Saison 2009/2010 scheiterte Real bereits im Sechzehntelfinale am damaligen Drittligisten AD Alcorcón. Barca zog im Achtelfinale gegen den späteren Pokal-Sieger FC Sevilla den Kürzeren. Nun also das Aus für beide im Viertelfinale.

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Zudem veröffentlichte die AS einen Highlight-Clip aus der Real-Partie mit dem Titel: "Madrids Henker ... der bei Real hätte sein können!" In Anspielung auf Alexander Isak, der 2017 anstatt zu Borussia Dortmund wohl auch zu Real hätte gehen können. Bekanntermaßen entschied sich der junge Schwede für einen Wechsel nach Deutschland.

"Es ist Zidanes Schuld, dass er ihm noch vertraut"

Die Marca dröselt "Die Gründe für das Aus von Real Madrid" auf. Heftig kritisiert wird vor allem Coach Zinédine Zidane und Ex-Bayer James Rodríguez: "Es ist Zidanes Schuld, dass er ihm noch vertraut". Zidane änderte sein Team im Vergleich zur letzten Partie auf sieben Positionen und gab Edelreservisten wie James eine Chance. Der Kolumbianer wurde jedoch bereits in der Halbzeit ausgewechselt. "Ich bin traurig, es tut weh", sagte Zidane, aber: "Die Botschaft lautet: weitermachen. Wir werden nichts von dem ändern, was wir tun wollen."

Auch Gareth Bale bekommt einiges an Kritik ab. Der Waliser soll in der 82. Minute das Stadion verlassen haben und verpasste dadurch sowohl den Treffer zum 2:4, als auch den Anschluss seiner Teamkollegen. "Bale flieht, während Madrid um das Comeback kämpft", schreibt die AS.

In der Sport wird verhältnismäßig zurückhaltend über das Barca-Aus berichtet. "Barca verabschiedet sich ehrenvoll aus der Copa del Rey", denn die Leistung an sich war eigentlich überzeugend. Laut Coach Quique Setién war viel Pech im Spiel. "Alles war gut außer dem Ergebnis", sagte er, Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen habe "keine einzige Parade zeigen" müssen.

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Das Pokal-Aus war für die Katalanen der Tiefpunkt einer turbulenten Woche, in der sich Superstar Lionel Messi ein öffentliches Verbalduell mit Sportdirektor Eric Abidal geliefert hatte. Schon wird wieder mal spekuliert, dass Messi (Vertrag bis 2021) Barca verlassen könnte. 

England:

Die BBC hebt vor allem Martin Odegaard hervor. Die Leihgabe von Real Madrid an Sociedad erzielte den ersten Treffer der Partie. "Odegaard trifft gegen seinen Mutterverein beim Sociedad-Schock gegen Real Madrid im Copa-Thriller". Was für eine Überschrift! Der 21-Jährige machte auch in La Liga mit überzeugenden Leistungen auf sich aufmerksam und wird in Madrid bereits zurückerwartet.

"Der Fall der Götter: Isak und Williams eliminieren Real und Barca"

SKY UK springt währenddessen auf die Abwanderungsgerüchte um Messi auf. "Wird Messi jetzt Barcelona wirklich verlassen?" Manchester City mit Ex-Barca-Coach Pep Guardiola will angeblich all seine finanziellen Möglichkeiten ausschöpfen, um den Argentinier nach England zu locken.

Der Guardian pickt sich ebenfalls Barca als Aufmacher raus: "Später Williams-Treffer verschärft Barcas Krise". In La Liga stehen die Katalanen derzeit drei Punkte hinter Real. Ein Weiterkommen in der Copa hätte die Situation beruhigen können, nun tritt das Gegenteil ein.

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Italien:

Auch in Italien ist das Aus der beiden Aushängevereine natürlich Thema. "Barca in der Krise: Aus in der Copa", schreibt die Corriere dello Sport.

Die Gazetta dello Sport hingegen titelt: "Der Fall der Götter: Isak und Williams eliminieren Real und Barca." Obwohl Sergio Busquets den Ball vor Inaki Williams entscheidend ins eigene Tor abfälschte, wird Williams in der Überschrift hervorgehoben. Erstmals seit dem 29. Mai 1955, als Real im Halbfinale am FC Sevilla und Barca an Athletic Bilbao scheiterten, schieden beide Klubs an einem Tag aus.