Unter anderem beim FC Arsenal gingen die Fans auf die Barrikaden
Unter anderem beim FC Arsenal gingen die Fans auf die Barrikaden © Imago
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Die Super League ist wohl vorerst Gesichte. Doch auch die Reformen der Champions League stoßen bei den Fans auf Gegenwehr.

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Die Gründung der Super League sorgte für Empörung bei den Fans, ihr wenig später erfolgter Zusammenbruch für Erleichterung. 

Die Fan-Vereinigung "Unsere Kurve" ist aber weit davon entfernt, das vorläufige Aus der angedachten Eliteliga als Triumph für die Fußball-Anhänger zu feiern. 

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"Von einem 'Sieg für die Fans' kann leider keine Rede sein. Die Super League wurde zwar verhindert und die grenzenlose Gier der sogenannten Top-Clubs allen Menschen nochmals vor Augen geführt", erklärte Thomas Kessen auf Nachfrage von SPORT1.

Der Vorstand des Vereins, der 21 Fanorganisationen von der Bundesliga bis zur Regionalliga vertritt, betonte aber auch: "Mit dem Blick auf die Champions-League-Reform verändert sich der Fußball aber ein weiteres Mal zum Schlechten. Auch deshalb rufen wir, die Fanorganisationen alle Fans zu konsequentem und lautem Widerstand auf." 

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Die jüngst beschlossene Reform der Königsklasse sieht unter anderem eine Aufstockung des Teilnehmer-Feldes vor. Es sollen 36 statt 32 Teams teilnehmen, insgesamt werden 225 statt 125 Partien ausgetragen - mehr Spiele bringen den Klubs und Verbänden wie der UEFA mehr Geld ein dank der TV-Übertragungen.

"Vergabe von Wildcards nicht akzeptabel"

Kessen fordert: "UEFA und Nationalverbände müssen endlich echte Reformen einleiten, um den Fußball nachhaltiger und fairer zu gestalten." Auch im neuen CL-Format stünden die Interessen der "sogenannten Top-Klubs im Mittelpunkt. Es geht um noch mehr Geld durch sehr viel mehr Spiele für diejenigen, die ohnehin schon oben stehen." 

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Die Pläne der UEFA sehen außerdem ein Vergabe von Wildcards vor, die sportlich nicht qualifizierten Teams den Zutritt zum Turnier verschaffen soll.

"Die Vergabe von Wildcards ist für alle, die sportlichen Wettbewerb mögen, nicht akzeptabel", sagte Kessen dazu: "Schon heute haben wir in ganz Europa eine extreme Ungleichheit innerhalb der nationalen Ligen. Die CL-Reform wird dieses Problem nicht beheben, sondern noch weiter verstärken. Langeweile in den nationalen Ligen ist über viele Jahre vorprogrammiert."

Die Vorfälle rund um die Super League habe gezeigt, "wie skrupellos aus Eigeninteresse gehandelt wird - das darf nie wieder passieren, wenn der Fußball seine Fans behalten will."