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München - Für Real-Präsident Florentino Pérez ist die Super League nicht gescheitert. Die breite Ablehnung des Projekts enttäuscht ihn. UEFA-Boss Ceferin attackiert er verbal.

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Einen Tag nach dem Kollaps des Super-League-Projekts hat dessen designierter Vorsitzender Florentino Pérez Stellung bezogen.

In einem nachgeholten Interview mit dem spanischen Radiosender Cadena Ser erklärte der Präsident von Real Madrid, dass die Super League nicht gescheitert sei. "Sie existiert weiter, aber das Projekt ist im Stand-by", sagte der 74 Jahre alte Bauunternehmer.

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Er betonte auch, dass noch keiner der zwölf Gründungsvereine aus Spanien, Italien und England diese Liga verlassen hätten.

Pérez: "Niemand hat die Strafe gezahlt"

"Bislang hat niemand die Super League verlassen, weil niemand die Strafe dafür gezahlt hat", sagte Pérez, der damit andeutete, dass die Mitglieder der Liga vertragliche Verpflichtungen eingegangen seien, denen sie nun nicht nachkommen würden. (SPORT1-Kommentar)

Wie hoch diese Strafe ist, wollte er nicht öffentlich preisgeben.

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In diesem Zusammenhang erwähnte er, dass die Einheit der zwölf Klubs nicht so groß war, wie es am Anfang kommuniziert wurde.

"Es gab jemanden aus dem englischen Kreis, der kein großes Interesse hatte. Die anderen wurden damit infiziert. Einer war nie so wirklich überzeugt. Es wurde eine verbindliche Vereinbarung unterschrieben", sagte Pérez.

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Der Real-Präsident äußerte sich "traurig und enttäuscht" über die breite Ablehnung des Projektes. Dieses sieht er immer noch als geeignetes Instrument im Kampf gegen sinkende Einnahmen im internationalen Fußball an.

"Die zwölf Klubs, die wir gestern noch waren, haben letzte Saison zusammen 650 Millionen Euro verloren. Diese Saison ist es zwei oder drei Mal so viel", erklärte er. "Dieses Format (die Champions League, Anm. d. Red.) funktioniert eindeutig nicht. Mit der Super League hätten wir viel mehr Geld einnehmen können." (Bericht: Die Schuldenberge der Super-League-Gründer)

Pérez kontert UEFA-Boss Ceferin

Besonders hart ging er mit UEFA-Präsident Aleksander Ceferin ins Gericht: "Ich habe nie so eine hohe Aggression von dem Präsidenten der UEFA gesehen. Es war orchestriert. Bedrohungen und Beleidigungen, als hätten wir jemanden getötet."

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Ceferin hatte am Montag nach der Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees die Gründung der Super League als "Spucke ins Gesicht der Fans" scharf kritisiert und teilnehmenden Vereinen sowie deren Spielern mit dem Ausschluss aus sämtlichen UEFA-Wettbewerben bis hin zur Europameisterschaft im Sommer gedroht.

Als Reaktion auf den europaweiten Protest haben bislang zehn der zwölf Gründungsmitglieder ihren Ausstieg aus dem Projekt angekündigt. Nur der FC Barcelona und Real Madrid haben dies noch nicht getan.