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Die Karriere von Mario Götze kommt bei der PSV Eindhoven wieder in Gang. Nun stellt sich die Frage, ob er bereit für den nächsten Schritt ist - und wie dieser aussieht.

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist es nun her, dass die Karriere von Mario Götze eine entscheidende Wendung nahm - und vor allem auch eine richtungsweisende. 

Nach langem Warten endete Anfang Oktober 2020 ein Transfer-Poker, der eigentlich gar keiner war. Immerhin ging es nicht um eine Ablösesumme, sondern nur darum, dass Götze einen neuen Verein findet. (Alle aktuellen Gerüchte und Entwicklungen im Transferticker)

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Nach reiflicher Überlegung entschied sich der Rio-Weltmeister von 2014 für die PSV Eindhoven, also gegen einen Wechsel in eine der europäischen Top-Ligen. 

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Götze ein "Ein Geschenk des Himmels"

In Eindhoven erhoffte sich Götze endlich wieder Spielzeit, nachdem er bei Borussia Dortmund zum Ende hin kaum bis gar keine mehr gesehen hatte. Und in Eindhoven waren sie bereits bei der Ankunft hin und weg vom neuen Offensiv-Star.

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"Ein Geschenk des Himmels", nannte PSV-Sportdirektor John de Jong den Neuankömmling. Der ganze Klub war stolz auf die Verpflichtung eines WM-Helden, die Fans stürmten die Fanshops. Nie zuvor hatte PSV so viele Trikots eines Spielers verkauft wie in den Tagen nach der Bekanntgabe von Götzes Verpflichtung. 

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Nicht verwunderlich, dass in den niederländischen Medien schon vor dem ersten Ballkontakt des Neuzugangs von einem "Königstransfer" zu lesen war. 

Nun stellte sich nur noch die Frage, ob Götze dem ambitionierten Klub auch sportlich helfen könnte. Und auf der anderen Seite für den Weltmeister von 2014, ob ihm die Wende in seiner Karriere gelingt und er endlich wieder regelmäßig mit Leistung überzeugen kann - nicht nur mit seinem Namen und seinem Ruf, der ihm auch nach Eindhoven vorauseilte. 

"Bei Mario ist alles top, top, top"

Den Ausschlag für den Wechsel in die Niederlande hatte PSV-Coach Roger Schmidt gegeben. Götze hatte mit ihm einige gute Gespräche geführt und entschied dann, dass er in Eindhoven die besten Chancen auf einen Neuanfang hat.

Der Start war für den 28-Jährigen vielversprechend. Gleich in seinem ersten Spiel in der Eredivisie traf Götze beim 3:0-Erfolg bei PEC Zwolle. Gleiches galt für sein Debüt in der Europa League für PSV, als er bei der 1:2-Pleite gegen den FC Granada das einzige Tor seines Klubs erzielte. 

Mittlerweile liest sich der Arbeitsnachweis des Offensivspielers wie folgt: 22 Pflichtspiele, sechs Tore und fünf Assists. Schmidt bietet Götze zumeist als Rechtsaußen auf, manchmal auch auf der linken Seite. Er gab auch schon den Spielmacher. 

Zwischenzeitlich nahm eine Leistenverletzung Götze den Schwung, diesen hatte er zuletzt aber wieder gut aufbauen können. In den Niederlanden genießt er das komplette Vertrauen von Trainer und Team und ist als Leistungsträger gesetzt. Sein Standing ist enorm hoch.

"Mario weiß, wann er wahlweise schnell spielen, das Spiel entschleunigen oder hintenrum spielen muss. Seine unglaublich gute Technik und das Gefühl für die Situation zeichnen ihn ganz besonders aus", schwärmte sein deutscher Teamkollege Philipp Max zuletzt bei SPOX und Goal: "Das kann man nicht trainieren, diese Qualität hat man oder eben nicht - genau deshalb ist er unheimlich wichtig für uns als Mannschaft. Er ist ein feiner Kerl und ein überragender Fußballer." 

Auch Trainer Schmidt fand Woche für Woche lobende Worte für ihn. So wie im November 2020 bei der Sport Bild: "Er bewegt sich überragend in den Räumen, ist immer anspielbar. Bei Mario ist alles top, top, top." 

Ist Götze reif für den nächsten Schritt?

Der deutsche Trainer ging sogar noch einen Schritt weiter: "Sein Weg zurück in die Nationalmannschaft wird sich ergeben, wenn er bei uns seine Leistung bringt. Mein Gefühl ist, dass er bei uns in absolute Topform kommt. Ich denke, er kann in diesem Umfeld auf das Level kommen, auf dem er zu seiner besten Zeit gespielt hat."

So weit, dass er wieder Thema für die Nationalmannschaft ist, dürfte Götze noch nicht sein. Tatsächlich ließ er in Eindhoven aber immer wieder seine Genialität vergangener Tage aufblitzen. Daher stellt sich die Frage, ob Götze nun bereit für den nächsten Schritt ist - nach der Zwischen- und Aufbaustation in den Niederlanden. 

Genau diesen scheint er zu planen, wie Sky berichtet. Demnach strebe der gebürtige Memminger bereits im Sommer den nächsten Wechsel an. Sein Vertrag in Eindhoven läuft bis 2022, Steine wird dem ablösefrei gekommenen "Geschenk des Himmels" bei einer passenden Ablöse trotz aller Wertschätzung wohl niemand in den Weg legen.

Doch wie könnte dieser nächste Schritt aussehen?

Wohin könnte es Götze ziehen?

"Ich glaube, es tut ihm gut, abseits von Deutschland zu spielen, wo es in den letzten Jahren nicht einfach für ihn war. Er macht einen entspannten Eindruck und kann auf sowie neben dem Platz sein, wie er möchte", sagte der deutsche Nationalspieler Max über Götze. 

Genau aus diesem Grund könnte der 63-malige Nationalspieler den Weg zurück nach Deutschland scheuen. Vor seinem Wechsel nach Eindhoven hatte vor allem Hertha BSC ernsthaftes Interesse bekundet. 

Unter den Interessenten waren damals auch einige Klubs aus anderen Top-Ligen Europas - beispielsweise die AS Rom, der FC Sevilla und West Ham United. Auch Inter Miami soll nachgefragt haben, für diese Option dürfte Götze aber noch zu jung und ehrgeizig sein.

Götze mit neuem Berater

Ein Wechsel zu einem ambitionierten Klub in einer Top-Liga erscheint daher als logischer nächster Schritt. Diesen scheint Götze bereits vorzubereiten. Wie SPORT1 weiß, hat er sich vor etwa zwei Monaten von seiner Berateragentur Lian Sports getrennt und sich Projekt B angeschlossen, dem Management von Marc Kosicke. Zu dessen Klienten gehören unter anderem Jürgen Klopp und Ralf Rangnick. 

Dass Götze bei der PSV nicht alt wird, dürfte in Eindhoven den meisten schon bald klar geworden sein. Das legt auch eine Aussage von Schmidt nahe: "Mario ist ein sehr guter, ein außergewöhnlicher Fußballer. Er hat die Qualität, seine Mitspieler besser zu machen, ein Leistungsträger in jeder Mannschaft zu sein. Er gehört zu den besten Spielern, mit denen ich gearbeitet habe."

Der ehemalige Union-Angreifer Sebastian Polter, aktuell bei Fortuna Sittard, fasste es schon im Januar bei SPORT1 treffend zusammen. "Ganz ehrlich? Götze ist eigentlich zu gut für die Niederlande."